(openPR) MECKENBEUREN-LIEBENAU – Die Flüchtlingsnot ist auch Thema in der Stiftung Liebenau. Als kirchlich-katholische Stiftung sieht sie sich in der Verantwortung zu helfen – im Sinne ihres Stiftungsauftrags und aus Menschlichkeit. In vielen Bereichen gibt es bereits seit längerem konkrete Hilfsangebote zur Unterbringung, zur Betreuung unbegleiteter Minderjähriger sowie Arbeits- und Beschäftigungsangebote. In Kürze werden nun auch in Liebenau selbst Flüchtlinge einziehen. Die Stiftung räumt dafür ihre Kirche St. Maria und den darunterliegenden Gallussaal.
Handeln aus christlicher Verantwortung
"Am Standort Liebenau gibt es zwei Kirchen: die große Kirche St. Maria und die kleinere Schlosskapelle", erläutert Prälat Michael H. F. Brock, Vorstand der Stiftung Liebenau. "Angesichts der akuten Not bei der Unterbringung von Flüchtlingen haben wir uns aus christlicher Verantwortung heraus entschieden, für ein Jahr die größere Kirche zur Verfügung zu stellen."
Räume zum Wohnen und Schlafen
Ab Montag, 23.11. beginnen die Umbauarbeiten. Insgesamt werden 60 Plätze geschaffen für Familien und Alleinstehende mit Kindern. Im Gallussaal werden individuelle Schlafbereiche abgeteilt und die notwendigen Sanitäreinrichtungen eingebaut. Die Kirche soll als Aufenthalts- und Essraum genutzt werden, außerdem entsteht hier ein Spielzimmer für Kinder. Der Altarraum wird für die Zeit dieser Nutzung vom Kirchenschiff räumlich getrennt.
Die Essensversorgung und Reinigung wird die Liebenau Service übernehmen. Für die Heimleitung stellt das Landratsamt einen Mitarbeiter (in Teilzeit) bereit, zur sozialen Betreuung wird seitens der Behörde eine Teilzeit-Sozialarbeiterstelle finanziert. Diese Stelle wird aus Stiftungsmitteln auf eine Vollzeitstelle aufgestockt, um hier eine Betreuung tagsüber sicherzustellen. Das Landratsamt finanziert auch die Hausmeistertätigkeiten und einen nächtlichen Sicherheitsdienst.
Reaktionen sind positiv
"Diese personellen Maßnahmen halten wir auch aus Verantwortung für die von uns betreuten Menschen für dringend erforderlich", so Brock. Die Planungen wurden eng abgestimmt mit den fachlich Verantwortlichen. Mitarbeiter, Bewohner und Angehörige wurden nach Vertragsabschluss mit dem Landratsamt sofort informiert. "Bisher haben wir von vielen Seiten positive Reaktionen erhalten, das Verständnis und die Bereitschaft zur Hilfe ist groß."
Angebote an weiteren Standorten
Auch am Standort Rosenharz werden Flüchtlingsfamilien einziehen. Hier wurden bereits vor einigen Wochen die entsprechenden Vereinbarungen mit dem Landkreis Ravensburg getroffen. Im ehemaligen Förder- und Betreuungsbereich stehen ab 1. Januar Unterkünfte für drei Familien zur Verfügung.
Unbegleitete Minderjährige werden in den Jugendhilfebereichen des Berufsbildungswerks Adolf Aich und der St. Gallus-Hilfe in Hegenberg betreut. Derzeit sind 21 Plätze belegt, weitere sind in Planung. Im Berufsbildungswerk gibt es zusätzlich spezielle schulische Angebote.
Hilfen zur Arbeit und Beschäftigung
Zusammen mit den örtlichen Helfernetzwerken wurden in den vergangenen Monaten bereits freie Stellen in der Liebenau Service GmbH mit Flüchtlingen besetzt, vorwiegend in der Gebäudereinigung. Gemeinnützige Arbeitsgelegenheiten bietet die Altenhilfe der Stiftung Liebenau. Asylbewerber sind in den Pflegeheimen in der sozialen Betreuung im Einsatz. Drei Personen haben bereits eine Ausbildung in der Altenpflege begonnen.
____________________________________________











