(openPR) OBERESCHACH/LIEBENAU – "Komm, wir gehen nach Betlehem": Die Stiftung Liebenau lud am Sonntag zum Weihnachtskonzert in die Kirche St. Johannes in Obereschach ein. Es sang die Mädchenkantorei an der Stuttgarter Domkirche St. Eberhard unter der Leitung von Domkapellmeister Martin Dücker. Unter den Zuhörern waren auch die rund 50 Flüchtlinge, die zwei Tage vorher in den Gallussaal und in die Kirche in Liebenau eingezogen sind.
Gäste und Gastgeber in Obereschach
Mit "Tochter Zion" zogen die jugendlichen Sängerinnen der Mädchenkantorei in die Kirche ein. "Ich freue mich, dass wir heute zu Gast in Obereschach sein dürfen", sagte Prälat Michael H. F. Brock, Vorstand der Stiftung Liebenau. "Gleichzeitig haben wir die Freude, für Menschen auf der Flucht Gastgeber zu sein." Alle – unter ihnen 25 Kinder – sind der spontanen Einladung zum Weihnachtskonzert gefolgt. Der Bus der Mädchenkantorei fuhr die kurze Strecke von Liebenau nach Obereschach einfach ein zweites Mal.
Jesus heißt alle willkommen
Es handle sich für die Gäste zwar um eine fremde Welt, aber man wolle ihnen durch das Konzert etwas von der vorweihnachtlichen Stimmung und Atmosphäre zeigen, so Prälat Brock. "Jesus ist für alle da. Er heißt die Frau aus Syrien ebenso willkommen, wie das Kind aus dem Irak." Laura Decker von der Flüchtlingshilfe übersetzte seine Worte ins Englische. Zunir Alanini übersetzte weiter auf Arabisch. "Wir sind alle dankbar, dass wir hier aufgenommen wurden und sind gerne hier", entgegnete Alanini im Namen der Flüchtlinge.
Von der Herbergssuche bis zur Krippe
Die Mädchenkantorei spannte den Bogen altvertrauter und klassischer Weihnachtslieder von der Herbergssuche über die Verkündigung an die Hirten bis zum Kind in der Krippe. Dem oberbayerischen "Wer klopfet an?" folgte die zart schwingende Melodie "Wir sind allein in dieser Welt". Schlicht und mit großer Klarheit sangen die jungen Stimmen Melodien wie "Als ich bei meinen Schafen wacht". Auch ihr vielstimmiges "Kommet ihr Hirten" war eine Freude. Fröhlich und voller Optimismus intonierten die Sängerinnen "Komm, wir gehen nach Betlehem". Domkapellmeister Martin Dücker führte nicht nur stringent und differenziert. Er begleitete zudem an der Orgel. Sarah Schlumberger an der Violine und Klara Simon an der Oboe sorgten für weiteren musikalischen Glanz.
Am Ende stimmen alle mit ein
Mit glockenhellem Sopran und warmem Alt sangen die Mädchen Lieder wie "Lasst und das Kindlein wiegen", "Lieb Nachtigall wach auf" und "Es wird scho glei dumpa". Am Ende stimmten die Zuhörer ein bei "O du fröhliche". Als Dankeschön erhielten alle Sängerinnen eine weiße Rose, mit der sie erneut zu "Tochter Zion" aus der Kirche auszogen. Zart klang ihr Gesang aus der nächtlichen Stille von draußen rein in den Gottesraum. Herzlich und liebenswert war die Geste der Mädchen ihre Rosen an die Frauen und Kinder aus Syrien und dem Irak weiter zu schenken.
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