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Für Leib und Seele: Von der Kultur des Essens und Trinkens

27.11.201510:21 UhrKunst & Kultur
Bild: Für Leib und Seele: Von der Kultur des Essens und Trinkens
So reichhaltig war das Angebot der Wurstwarenfabrik J. Sicha und Söhne in Gleiwitz-Hindenburg
So reichhaltig war das Angebot der Wurstwarenfabrik J. Sicha und Söhne in Gleiwitz-Hindenburg

(openPR) Das Oberschlesische Landesmuseum in Ratingen zeigt vom 6.12.2015 bis zum 16.10.2016 seine neue große Sonderausstellung zu Schlesiens Esskultur.

Auf mehr als 500 qm und mit rund 1000 Exponaten breitet die Ausstellung ein Panorama mit umfassenden Einblicken in das spannende Thema der Kultur des Essens und Trinkens aus, das jeden von uns betrifft: Hunger stillen und Durst löschen - Essen und Trinken sind lebensnotwendige Grundbedürfnisse des Menschen. So beginnt die Ausstellung mit der Agrargeographie und dem Schwerpunkt der Urbanisierung Schlesiens und schließt mit einem Ausblick auf Aspekte des Essens und Trinkens in Krisenzeiten, wie Krieg, Umweltkatastrophen und deren Auswirkungen auf die Landwirtschaft. Dazwischen erfährt der Besucher anschaulich, wie der Mensch seine Nahrung beschafft, zubereitet, damit haushaltet, sie verteilt und verzehrt. Das sind höchst komplexe Vorgänge, die innerhalb einer Gemeinschaft geregelt und organisiert werden. Im Laufe der Jahrhunderte haben sich regional unterschiedliche Eigenarten und Vorlieben, Ess- und Ernährungskulturen entwickelt.



Ob Dreschmaschine, Kochhexe, Eisschrank oder andere längst in Vergessenheit geratene Küchenhelfer und Maschinen - vieles von dem, was in früheren Zeiten zum Anbauen, Ernten, Kochen, Backen, Rühren, Einmachen, Einlegen, Einfrieren, Mixen, Entkernen, Rösten, Mahlen usw. verwendet wurde - zeigt diese Ausstellung. Zu sehen sind außerdem verschiedene Tierpräparate, schlesisches Porzellan, Tischwäsche und seltene historische Aufnahmen. Sie illustrieren eindrucksvoll Getreideanbau und Ernte, aber auch das Brauwesen und andere Bereiche der Ess- und Trinkkultur. Der Fokus ist dabei stets auf die landestypischen Besonderheiten der historischen und aktuellen Nahrungsmittelerzeugung Schlesiens gerichtet. Durch das Wirken des Zuckerpioniers Franz Carl Achard entstand 1802 in Cunern/Konary die erste Rübenzuckerfabrik Europas und legte den Grundstein dafür, dass Zucker zu einem alltäglichen Süßungsmittel werden konnte. Große Teichflächen um Militsch / Miliczermöglichten die Ausbildung einer Teichwirtschaft und haben es zu einem Zentrum der Karpfenzucht gemacht. Liegnitz / Legnica hingegen war vor 100 Jahren als „Gurkenstadt“ überregional bekannt. In Grünberg / Zielona Góra befindet sich bis heute das nördlichste Weinanbaugebiet der Welt, das früher für seinen oft sauren Wein gefürchtet war. (Darum wurde es ein frühes Zentrum der Sektherstellung.) Auch in Mittelschlesien wird inzwischen Wein hergestellt. Die heute weltweit bekannten Biere „Tyskie“ und „Zywiec“ sind aus fürstlichen Brauereien in Tichau / Tychy und Saybusch / Zywiec hervorgegangen. Und der „Schweidnitzer Keller“, das berühmte Restaurant im Keller des Breslauer Rathauses, erhielt seinen Namen durch das dort ausgeschenkte Bier – eben aus Schweidnitz.

Ausgehend von dem Spektrum an Nahrungsmitteln, das die Landschaft Schlesien im Laufe der Jahrhunderte hervorbrachte, entwickelten sich regional unterschiedliche Rezepte, Tischsitten und Essrituale. An Ihnen lässt sich auch ablesen, welche sozialen, religiösen oder nationalen Gruppen im Laufe der Zeit in Schlesien als Begegnungsraum vieler kultureller Einflüsse lebten, oder wer heute seine Verbundenheit mit Schlesien ausdrückt. Nach dem Zweiten Weltkrieg besannen sich Vertriebene auf Bunzlauer Keramik, Liegnitzer Bomben, Echten Stonsdorfer oder das Schlesische Himmelreich im Westen als Symbole ihrer schlesischen Identität.

Mit dieser kulturgeschichtlichen Betrachtung entwirft das OSLM ein lebendiges Gesamtbild – erstmalig für Schlesien und in den Grundzügen auf das Rheinland übertragbar. Ausgewählte Objekte laden ein zum Anfassen und Experimentieren. Museumsmaskottchen „Schlesi“ schlüpft in die Rolle unterschiedlicher Berufe und erklärt, wie vor 100 Jahren Mehl gemahlen oder Brot gebacken wurde. Wer mag, kann aus den vielen ausliegenden Kochbüchern das eine oder andere traditionelle Rezept zuhause ausprobieren. Wie wäre es zum Beispiel mit einem leckeren schlesischen Mohnkuchen oder dem berühmten "Schlesischen Himmelreich"? Der OSLM-Adventskalender bei Facebook bietet zusätzlich jeden Tag einen Rezeptvorschlag für eine besondere Leckerei.

Begleitend und an die unterschiedlichen Jahreszeiten angepasst, gibt es Führungen, Workshops und Aktionstage mit kleinen Verkostungen und praktisch-kreativen Programmteilen. Außerdem werden schlesische Spezialitäten und handbemalte Weihnachtskugeln aus dem Oppelner Raum zum Verkauf angeboten. Und wer noch am 22. Dezember den Weg ins Oberschlesische Museum findet, wird mit einem Rabatt von 10 Prozent auf die schönen Weihnachtskugeln belohnt.

Begleitangebote

Sonntag, 6. Dezember 2015, 11 - 18 Uhr
Nikolaustag für die ganze Familie mit schlesischen Köstlichkeiten und Kinderaktionen
Zum Start der neuen OSLM-Sonderausstellung gibt es ein vielseitiges Programm. Geboten werden Führungen durch die Ausstellung, verschiedenste schlesische Spezialitäten zum Probieren vor Ort und zum Einkaufen für Zuhause, Bastel- und Mitmachaktionen für Kinder.


Sonntag, 20. Dezember 2015, 15-16 Uhr
Öffentliche Kuratorenführung durch die neue Sonderausstellung "Für Leib und Seele".
Nach der Führung gibt es süße schlesische Spezialitäten zum Probieren
Kosten: 6 EUR (Eintritt + Führung)

Kontakt und Information:
Oberschlesisches Landesmuseum
Bahnhofstr. 62, 40883 Ratingen (Ortsteil Hösel)

Tel. +49 (0) 21 02 / 96 50
e-mail: E-Mail, Web: www.oslm.de

https://www.facebook.com/Oberschlesisches.Landesmuseum

Öffnungszeiten
täglich außer montags von 11.00 – 17.00 Uhr

Abweichende Öffnungszeiten
Geöffnet: Vom 27.12.-30.12.2015
Geschlossen: vom 23.12.-26.12.2015 und vom 31.12.2015 bis zum 1.1.2016

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