(openPR) Wissen Sie, wer Sie sind und was Sie können? Und wenn Sie spontan eine Antwort parat haben – woher wissen Sie das? Die Selbstwahrnehmung eines jeden ist eine Sammlung aus den Werten der Erziehung, Glaubenssätzen von Menschen aus dem persönlichen Umfeld, eigenen Erfahrungen und persönlichen Wünschen. Selten wird das eigene Handeln hinterfragt, noch seltener steht der Gedanke im Fokus: Wie komme ich eigentlich bei anderen an? Eine besondere Bedeutung bekommt diese Frage in den Momenten, in denen es um Bewerbungen oder Auswahlverfahren geht. Aufschluss über diesen ersten Eindruck gibt eine Potenzialanalyse.
Etwas über die persönlichen Eigenarten zu erfahren, setzt eine produktive Auseinandersetzung mit verschiedenen Fragen voraus. Dabei geht es nicht ausschließlich darum, vergangenes Verhalten zu reflektieren oder gemachte Erfahrungen wiederzugeben, sondern auch, sich neuen Situationen zu stellen, um neue Erkenntnisse über sich selbst zu gewinnen. In der Personalauswahl hat sich die Methode der sogenannten Big Five bewährt. Diese sind
• das Bedürfnis nach Stabilität bzw. Bewährtem
• der Umgang mit Außenreizen
• die Suche nach Neuem bzw. Unbekanntem
• der Umgang mit eigenen und fremden Anliegen
• das Maß an Sorgfalt und Genauigkeit.
Um das eigene Verhalten in diesen Bereichen zu erkunden, ist es möglich, sich umfangreichen Tests zu unterziehen, deren Auswertung Aufschluss über die genannten Bereiche gibt. Sich Projekten zu stellen, in denen bestimmte Aufgaben zu absolvieren sind, wie z. B. die Sortierung von Akten oder die Erstellung einer Präsentation in einer Gruppe, gehört zu den Elementen in Assessment-Center-Auswahlverfahren. Objektive Beobachter vermerken das persönliche Verhalten und fügen dies der Personalbeurteilung hinzu. Die Rückmeldung des beobachteten Verhaltens an den jeweiligen Teilnehmer ist nicht immer verbindlicher Teil des Verfahrens. Somit entfällt die Chance, eigenes nachteiliges Verhalten zu reflektieren und zu verändern. Was in Unternehmen als erwünschtes Verhalten von Angestellten bewertet wird, ist variabel. Inwieweit Offenheit und Flexibilität wichtiger sind als Beharrlichkeit und Sorgfalt, ist je nach Branche und Betrieb unterschiedlich. Ob Aktiengesellschaft oder inhabergeführtes Unternehmen – auch diese Faktoren nehmen Einfluss.
Um sich neu zu orientieren, ist es hilfreich, die eigenen Stärken und Schwächen zu kennen. Schwächen hat jeder Mensch, aber nicht jeder hat Strategien, sie zu kompensieren oder besitzt die Gelassenheit, sie ins Leben zu integrieren, ohne sich oder anderen dadurch Schaden zuzufügen. Die konstruktive Auseinandersetzung mit den eigenen guten und schlechten Gewohnheiten erhöht die Chance, als gestandene und selbstbewusste Persönlichkeit wahrgenommen zu werden. Darüber hinaus bietet eine Selbsterkenntnis die Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln, indem tradierte Glaubenssätze überprüft werden, neue Verhaltensstrategien ausprobiert werden. Den Spielraum eigenen Handelns erweitern zu können, erhöht die Lebensqualität und stärkt die Persönlichkeit. Die vorhandenen Potenziale zu erkennen und neue hinzuzufügen ist eine lebenslange Herausforderung – nicht nur im Beruf.













