(openPR) F.A.Z. FRANKFURT, 11. Mai. "Die Wirtschaft befindet sich in einem Aufschwung", sagte Rürup im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (Freitagsausgabe). "Dieser ist aber nicht so dynamisch, wie derzeit insbesondere von Bankvolkswirten erwartet wird. Wie man auf eine Wachstumsrate von über 2 Prozent kommt, erschließt sich uns nicht. Ich persönlich wäre froh, wenn wir am Ende des Jahres die von der Regierung prognostizierten 1,6 Prozent erreichen."
Rürup erwartet, daß der Aufschwung bis in das kommende Jahr hinein trägt. Die geplante Mehrwertsteuererhöhung zum 1. Januar 2007 werde zu einer Konjunkturdelle führen, den Aufschwung aber nicht "abwürgen".
Der Ökonom sieht die Erholung nicht durch den steigenden Euro-Wechselkurs bedroht. "Ich bin mir nicht sicher, ob die jüngste Aufwertung des Euros andauern wird." Rürup betonte indes, daß die Wachstumsrisiken durch den Ölpreis unterschätzt würden.
Der Europäischen Zentralbank riet Rürup von weiteren Zinserhöhungen ab. "Ich sehe, wenn der Inflationsdruck nicht steigt, noch keine Notwendigkeit für einen oder gar mehrere Zinsschritte. Angesichts der Wirkungsverzögerungen geldpolitischer Maßnahmen von mehreren Quartalen habe ich Zweifel, daß eine Zinserhöhung heute - vorausgesetzt der Inflationsdruck nimmt nicht zu - in die konjunkturelle Landschaft des kommenden Jahres paßt."





