(openPR) Zahllose Bücher über Meditation sowie noch mehr Meditationstechniken wollen uns vermitteln, dass wir es nur „richtig“ anpacken müssen, um mit der „richtigen“ Methode dort anzukommen, wo wir ohne die Meditation nicht hinkämen, bzw. das zu erreichen, was ohne Meditation nicht möglich wäre. Auf die Art jagen wir ständig dem hinterher, wonach wir uns alle sehnen: Stille, inneren Frieden und Glück. Jedoch sind solche Vorstellungen von der Wahrheit weit entfernt. Was aber ist die Wahrheit und wie können wir uns ihr annähern?
Der indische Weisheitslehrer Jiddu Krishnamurti erklärt sehr klar und verständlich, was Meditation wirklich bedeutet und wie wir sie im Alltag anwenden können. Nach ihm ist „Meditation keine Flucht. Sie ist auch nichts Mysteriöses. Meditation führt zu einem Leben, das ganz ist, das heilig ist. Und daher behandeln Sie alle Dinge als etwas Heiliges.“ (S. 20) Das klingt sehr einfach und schlicht, und so können wir erkennen, dass Meditation nichts Exotisches ist. Jeder kann meditieren, wir brauchen dazu weder einen besonderen Ort noch besondere Umstände, sondern können uns ihr zu jeder Zeit widmen.
Meditation kann uns zu tiefer innerer Klarheit führen. Allerdings stehen wir uns dabei selbst im Weg, indem wir Autoritäten glauben oder anderen folgen. „Einem anderen zu folgen heißt, ihn nachzuahmen. Jemand zu folgen heißt, dass man die eigene Klarheit verneint, die eigene Fähigkeit, den Dingen auf den Grund zu gehen, die eigene Integrität und Aufrichtigkeit; aber es heißt auch, dass der Beweggrund eine Belohnung ist. Die Wahrheit ist keine Belohnung! Wenn man verstehen will, was Wahrheit ist, muss jede Form von Belohnung oder Bestrafung völlig außer Acht gelassen werden. Autorität wird von Angst begleitet, und diszipliniert man sich aus Angst, dass man nicht bekommt, was ein Ausbeuter im Namen der Wahrheit oder als Erfahrung verspricht, so verneint man damit seine eigene Klarheit und Aufrichtigkeit.“ (S. 32-33)
Klarheit, Stille, innerer Frieden, Innehalten des Denkens, Gefühl der Zeitlosigkeit – all das können wir in der Meditation erleben, jedoch müssen wir nichts dazu tun, sondern im Gegenteil alles loslassen, was uns daran hindert. „In der Meditation, die zu einem absolut stillen Geist führen soll, ist jegliches Bemühen sinnlos.“ (S. 148)
Wirkliche Meditation bedeutet nach Krishnamurti „das Erforschen des Selbst, Selbsterkenntnis, all seine Probleme kennenlernen, all seine Wünsche, Belastungen, Konflikte, Sorgen und Leiden. Dieses Gewahrsein ist nur dann möglich, wenn Sie Ihre Reaktionen in den Beziehungen beobachten. Sie können sich nicht beobachten, wenn Sie sich zurückziehen und allein unter einem Baum sitzen. Sie sehen schon etwas, aber nur in Beziehungen tauchen alle Ihre Reaktionen auf.“ (S. 150)
edition steinrich 2015, Hardcover, 208 Seiten, Taschenformat, ISBN 978-3-942085-44-1, Euro 16,90
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