(openPR) Der Run auf Berlin hält an: Wie das Statistische Landesamt Berlin-Brandenburg bekannt gab, stieg die Zahl der Berliner im vergangenen Jahr mit 44.700 Zugezogenen abermals stark an. Insgesamt waren 2014 rund 3,6 Millionen Menschen in der Hauptstadt gemeldet – 5,1 Prozent bzw. knapp 193.000 Personen mehr als noch 2009. Im Schnitt sind in den vergangenen fünf Jahren pro Jahr 38.500 Menschen nach Berlin gezogen, der Durchschnitt der letzten drei Jahre liegt sogar bei 45.000 Zugezogenen pro Jahr.
Mitte, Pankow, Neukölln – hier wächst Berlin am stärksten
Ob Innen- oder Außenbezirk – in nahezu allen Stadtteilen Berlins hat die Bevölkerungszahl in den vergangenen fünf Jahren stark zugenommen, jedoch nicht überall im gleichen Maße. An der Spitze der Bezirke mit den meisten Zuzügen steht Berlin-Mitte. Seit 2009 wuchs die Bevölkerung hier mit einem Plus von neun Prozent fast doppelt so stark wie in der Hauptstadt insgesamt. Auch in den Bezirken Pankow und Neukölln lag der Bevölkerungszuwachs mit 6,7 beziehungsweise sechs Prozent deutlich über dem Berliner Durchschnitt.
Wie die Zahlen des Statistischen Landesamts belegen, sind auch die Randbezirke Berlins in den vergangenen Jahren immer beliebter geworden. Seit 2009 verzeichnete Lichtenberg ein überdurchschnittliches Einwohnerplus von 5,9 Prozent, in Spandau waren es 5,6 Prozent. Reinickendorf und Marzahn-Hellersdorf konnten einen Zuwachs von immerhin 4,9 beziehungsweise vier Prozent verbuchen.
Neubaupläne des Senats erfordern Revision
Gegenwärtig sieht der Stadtentwicklungsplan des Berliner Senats einen Neubau von jährlich 10.000 Wohnungen vor. Das ist angesichts des Bevölkerungszuwachses der letzten Jahre viel zu wenig. Allein aus dem Zuwachs des vergangenen Jahres ergibt sich ein Wohnraumbedarf von mehr als 20.000 zusätzlichen Wohnungen. Die Grundlage für das zu geringe Neubauziel bildet eine veraltete Bevölkerungsprognose aus dem Jahr 2012, der zufolge bis 2030 jährlich lediglich 13.000 bis 21.000 Neuberliner in die Hauptstadt ziehen. Angesichts des derzeit tatsächlich doppelt so hohen Bevölkerungswachstums sollte der Berliner Senat seine Neubaupläne jedoch revidieren und die Zahl der geplanten Neubauwohnungen nach oben korrigieren. Nur so ließe sich die Lücke zwischen Angebot und jährlich steigender Nachfrage an Wohnraum allmählich schließen. Bis dahin wird sich die Angebotsknappheit weiterhin in steigenden Mieten und Kaufpreisen niederschlagen – je nach Stadtteil unterschiedlich stark. Für Anleger bleibt der Berliner Wohnungsmarkt daher auch 2015 interessant.
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