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Kinder und Karriere: Vorbild USA?

(openPR) Interessante Erkenntnisse beim Talk aus dem efF im Deutsch-Amerikanischen Institut in Nürnberg

Nürnberg, 30. April 2015 – Die Zahlen machen es deutlich: Während in 67 Prozent der börsennotierten deutschen Unternehmen keine Frau im Vorstand sitzt, sind es in den USA lediglich 28 Prozent. Dabei besteht die Belegschaft in den Unternehmen dort wie hier zu knapp der Hälfte aus Arbeitnehmerinnen. Im Talk aus dem efF des Vereins erfolgsfaktor Frau e.V. (efF) gingen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Deutsch-Amerikanischen Institut (DAI) in Nürnberg der Frage auf den Grund, welche sozialen, wirtschaftlichen und rechtlichen Hintergründe zu so unterschiedlichen Karriereerfolgen von Frauen beitragen.



Nicht nur Zahlen machen den Unterschied zwischen den USA und Deutschland beim Thema Frauen in Führungspositionen deutlich. Claudia Specht, 1. Vorsitzende von efF, nannte in ihrer Begrüßungsrede auch Namen: „ Marissa Mayer, CEO von Yahoo, Sheryl Sandberg, CEO von Facebook, Carletton Fiorina, ehemalige Vorstandsvorsitzende von Hewlett Packard und mögliche Gegnerin für Hillary Clinton bei den Wahlen für die US-Präsidentschaft – solche Persönlichkeiten kämen in Deutschland nur selten bis in die Führungsetagen.“

Gastrednerin Isabelle Kürschner, Beraterin bei Catalyst Europe, verglich in ihrem Impulsreferat die Entwicklung gesetzlicher Voraussetzungen, die auf beiden Seiten des Atlantiks notwendig waren, damit Frauen ihre Rechte in Beruf und Familie überhaupt erst gleichberechtigt neben Männern wahrnehmen konnten. Die Gleichstellung von Frauen am Arbeitsplatz beispielsweise setzte in den USA bereits 1962 ein, in Deutschland trat hingegen das Gesetz über die Gleichbehandlung von Männern und Frauen am Arbeitsplatz erst 1980 in Kraft. Dafür biete Deutschland mit Mutterschutz und Elternzeit deutlich großzügigere soziale Leistungen für Mütter als die USA.

USA setzen auf Chancengleichheit, Deutschland auf Mutterschutz

Auch in der Diskussionsrunde, die von efF-Projektleiterin Annemarie Rufer moderiert wurde, zeigten sich deutliche Unterschiede beim Thema Gleichstellung zwischen den Ländern. Während in den USA vor allem auf Chancengleichheit gesetzt werde, dominiere in Deutschland der Schutzgedanke insbesondere gegenüber Müttern, bestätigte die gebürtige Amerikanerin Catherine Kraus, die bei Adidas für IT und Personalwesen zuständig ist. Wenn die Mütter allerdings wieder arbeiten wollen, ist es in Deutschland schwieriger, eine Betreuung für die Kinder zu finden. Sie selbst profitiere von den von ihrem Arbeitgeber angebotenen Betreuungsmöglichkeiten.
Teresa Burns, promovierte Politologin aus Kalifornien und freiberuflich tätig an der Universität Erlangen-Nürnberg, ist darauf nicht angewiesen. Sie und ihr Mann können ihre Arbeitszeiten flexibel bestimmen. Die unterschiedlichen Karrierewege von Männern und Frauen in Deutschland basieren ihrer Ansicht nach auch auf den unterschiedlichen Erfahrungswelten von Jungen und Mädchen: „In den USA haben sie in den Schulen gemeinsam Sportunterricht - und dazu gehört Fußball ebenso wie Baseball. In Deutschland ist das nicht der Fall, das finde ich schockierend.“

Vorurteile hindern Frauen in Deutschland am Weiterkommen

Da wundert es dann nicht, dass es kaum gemeinsame Netzwerke gibt, Vorurteile grassieren und männliche Führungskräfte Frauen mit Karrierewünschen oft nicht ernst nehmen. Sabine Schultheiß, die viele Jahre bei der US-amerikanischen Armee in Nürnberg für Public Affairs verantwortlich tätig war, bestätigt dies aus eigener Erfahrung: „Als Arbeitnehmerin in einem amerikanischen oder amerikanisch geprägten Institut oder Unternehmen wird man nach erwiesener Leistung automatisch befördert. In deutschen Unternehmen begegnen Frauen jedoch Vorurteilen, die ihr Weiterkommen behindern.“ Sie müssten häufig ein Mehrfaches an Leistung bzw. Leistungsbereitschaft zeigen, bis sie endlich die ihnen zustehende Bezahlung und Beförderung erhielten. Teilzeit werde meistens zum Karrierekiller.
In den USA gebe es keinen Teilzeitanspruch, erläuterte Catherine Kraus. Die meisten Mütter würden deshalb bald wieder Vollzeit arbeiten. Angesichts Mutterschutz und Elternzeit beneiden berufstätige amerikanische Frauen sogar die deutschen Frauen, aber „sie realisieren dabei kaum, dass es in Deutschland hinterher für berufstätige Mütter umso schwerer ist, wieder in Vollzeit zu arbeiten und beruflich Fuß zu fassen – egal wie engagiert sie sind.“
Das zeigte sich auch in den Zahlen aus dem Vortrag von Isabelle Kürschner. Obwohl die Geburtenrate in den USA 1,9 Prozent beträgt, in Deutschland aber nur 1,4 Prozent, sind mehr Frauen auch auf den höchsten Führungsetagen anzutreffen. In den USA sind 4,6 Prozent der CEO weiblich, in Deutschland nur 2,2 Prozent. Bis das neue Quotengesetz hier für eine bessere Verteilung sorgt, wird es wohl noch dauern.

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