(openPR) ADAC befürchtet anfangs mehr Staus und Unfälle
14.05.2003 - Wenn von Ende August 2003 an schwere Lastkraftwagen auf deutschen Autobahnen eine streckenabhängige Maut entrichten müssen, könnte es nach Ansicht des ADAC zu größeren Startschwierigkeiten kommen. Pkw-Fahrern drohen dann noch mehr Staus und gegebenenfalls auch mehr Güterverkehr auf dafür nicht geeigneten Landstraßen.
Zunächst sollen nämlich nur rund 150 000 Lkw, das sind rund zehn Prozent der mautpflichtigen Fahrzeuge, mit Geräten für die automatische Abbuchung ausgestattet werden. Der Rest wird die Maut anderweitig bezahlen müssen. Neben dem Internet kommen dafür vor allem Autobahn nahe Tankstellen, Autohöfe und Grenzübergänge in Frage. Da der Zahlvorgang gerade in der Einführungsphase relativ zeitaufwändig ist, rechnet der ADAC mit langen und gefährlichen Rückstaus an den rund 3500 Zahlstellen. An den Grenzstationen dürfte die Situation zusätzlich dadurch erschwert werden, dass die Zahlautomaten nur über vier Sprachenversionen (deutsch, englisch, französisch und polnisch) verfügen. Nach Ansicht der ADAC-Experten ist eine Ausweitung auf mindestens 15 europäische Sprachen unverzichtbar.
Auch beim Datenschutz mahnt der ADAC die Lösung offener Fragen an. Bei der Fahrt unter den 300 vollautomatischen Kontrollbrücken hindurch werden nämlich nicht nur Lkw erfasst, sondern zunächst auch alle Pkw. Hier muss auf alle Fälle sichergestellt werden, dass Pkw-Daten unverzüglich und endgültig wieder gelöscht und nicht etwa für andere Zwecke missbraucht werden.
Die Umstellung der heutigen zeitabhängigen Autobahngebühr auf die neue Lkw-Maut wird vom ADAC grundsätzlich befürwortet. Eine streckenabhängige Gebühr ist auch deshalb vernünftig und gerecht, weil nur so die zahlreichen ausländischen Lkw an den Kosten für die Erhaltung unseres Fernstraßennetzes beteiligt werden können. Demgegenüber bezahlen ausländische Pkw über die Mineralölsteuer die von ihnen verursachten Straßenschäden in Deutschland bereits heute in voller Höhe.
Der ADAC fordert die Verantwortlichen auf, alles dafür zu tun, dass die Einführung möglichst störungsfrei verläuft. Keinesfalls darf die Einführung mehr Stau erzeugen und schon gar nicht höhere Unfallzahlen zur Folge haben.





