(openPR) „Die Zukunft hat viele Namen: Für die Schwachen ist sie das Unerreichbare, für die Furchtsamen ist sie das Unbekannte, für die Tapferen ist sie die Chance.“ Victor Hugo
Einheitliche Standards in den Sozial- und Finanzsystemen, gerechte Verteilung der notwendigen Steuerlast, ein unbedingtes individuelles Grundeinkommen in Form einer negativen Einkommensteuer. Das alles wäre möglich, wenn die Folgen des derzeit mit Benzin bekämpften Schwelbrandes des Welt Finanzsystems nur desaströs genug wären. Dann würde nämlich der „Druck der Straße“ auf die polit-ökonomischen Herrscherklassen Ausmaße annehmen, dem nicht einmal mit staatlicher Repression mehr zu begegnen wäre.
Die Chancen dafür steigen täglich. Denn die ganz große Krise ist gar nicht mehr zu vermeiden. Steigende Zinsen würden das Schulden-Kartenhaus zum Einsturz bringen. Also müssen die Zinsen um jeden Preis weiter gedrückt werden, auch wenn die Inflation anzieht. Damit vergrößern sich jedoch die damit einhergehenden Probleme immer weiter: private Schuldner und Staaten werden zwar entlastet, und die Konjunkturen werden noch eine Zeit lang so lala am Leben gehalten. Aber die Spekulationsblasen am Aktien-, Anleihen und Immobilienmarkt werden immer praller und die Staatsschulden steigen weiter an, weil kein Politiker seine Wiederwahl durch Sparen gefährden würde. Riskante Fehlinvestitionen nehmen zu sowohl im öffentlichen wie auch im privaten Bereich zu. Die Ersparnisse der Bevölkerung werden stetig weiter geschmälert. Kapitallebensversicherern laufen die Kunden weg. Die Krise des Weltfinanzsystems wird durch die Aktionen der Notenbanken in Europa, den USA und Japan nicht bekämpft, sondern befeuert.
Um was es geht, wenn vom weltweiten Finanzsystem die Rede ist, zeigen folgende Zahlen: Der Gesamtwert aller Aktien beträgt nach Angaben des Weltbörsenverbandes ca. 70 Billionen US-Dollar. Der Nennwert aller ausstehenden Derivate (Optionen, eigentlich Wetten auf Kurse und Zinsen, Mittel zur Kursabsicherung sind sie in den wenigsten Fällen) soll zwischen 700 und 1.000 Billionen US-Dollar liegen. Dieser Spielbank-Markt könnte gar nicht „gerettet“ werden. Nicht verwunderlich, daß Investorenlegende Warren Buffett diese Art von Spekulationsinstrumenten einmal als Massenvernichtungsmittel der Investmentindustrie bezeichnet haben soll.
Solange die Banken nicht so reguliert sind, daß sie kein Unheil mehr anrichten können, müssen wir weiter mit einem sich abzeichnenden Fiasko furioso leben.
Banken brauchen für Kapitalanlagen in Staatsanleihen, die – wie die Erfahrung zeigt – keinesfalls risikoarm oder gar risikolos sind, kein Eigenkapital vorzuhalten. Sie kaufen infolge dessen massenweise Staatsanleihen, die ihnen die EZB mit ihrem QE-Programm auch noch (zu überzogenen Kursen?) abzukaufen verspricht. So überrascht es nicht, daß griechische und italienische Banken sich mit griechischen bzw. italienischen Staatsanleihen eingedeckt haben.
Die Ausfallrisiken sind nicht unerheblich. Selbst Staatsgarantien sind – wie der Fall Hypo Alpe Adria zeigt – im Zweifel nichts wert. Ermittlungen wegen Geldwäsche bei der Banca Privada d'Andorra führten zum Konkurs der spanischen Banoco Madrid, einer Tochtergesellschaft, weil der (von wem genau?) in großem Umfang Gelder entzogen wurden. Überraschte Kunden protestierten lautstark vor den geschlossenen Türen. Zugegeben: es handelt sich um „kleine Fische“. Aber Vertrauen wecken solche Vorfälle gewiß nicht, und der sogenannte „kleine Mann“ kann schon auf Grund seiner Lebenserfahrung davon ausgehen, daß er von den Reichen und ihren nützlichen Idioten für dumm verkauft wird.
Was lernen wir daraus? Eine Bank, die morgens um neun noch als kreditwürdig galt, kann um zehn schon bankrott sein. Was dann aus den von ihr produzierten Derivaten wird, kann man sich denken. Schon weil es dabei um astronomische Beträge geht, wird es weder Stützung durch die Notenbanken noch Ersatz vom Steuerzahler geben.
Interessant ist, daß es trotz der finanzwirtschaftlichen Misere und gewaltigen Spekulationsblasen offensichtlich starke Interessen von Marktteilnehmern gibt, den Goldpreis zu drücken. Wollen die nur möglichst viel spekulatives Kapital in die Aktien- und Anleihemärkte lenken, um als Insider bei Platzen der Blasen möglichst üppigen Profit zu machen? Oder wollen sie zunächst ihre vor längerer Zeit getätigten Leerverkäufe möglichst günstig eindecken, um sich danach zu noch niedrigeren Preisen im Gold long positionieren, um nach dem Platzen der Aktien- und Anleihenkursblasen erwartete Kursgewinne zu maximieren?
Die Finanzwirtschaft ist ein Haifischbecken, in dem die kleinen Fische nichts als Futter der großen sind.
Es sieht ganz so aus, als ob uns nur noch die Möglichkeit bliebe, das Beste aus dem Unvermeidlichen zu machen, nämlich nach dem Finale furioso des unvermeidlichen Finanz- und Wirtschaftsdebakels mit mehr Verstand von vorne anzufangen. Sich jetzt schon über das Wie Gedanken zu machen, wäre für die Politiker sicherlich nicht die schlechteste Idee. Denn ein Weiter-So! gäbe es dann ja nicht mehr. Einige Anregungen für das Danach enthält zum Beispiel eine kleine Studie mit dem Titel: „Unbedingtes individuelles Grundeinkommen in Gestalt einer negativen Einkommensteuer - Kernstück einer unvermeidlichen Radikalreform unserer Gesellschaft, ISBN 978-3-943788-18-1, eBook (PDF), 79 S., 9,95 Euro, eVerlag READ – Rüdenauer Edition Autor Digital (www.read.ruedenauer.de).
„Krise ist nur ein anderes Wort für Chance“, tröstet uns (und sich) Prof. Querulix und meint: „Von Glück können wir sprechen, wenn uns die Zufälligkeiten des Lebens die Chance bieten, unsere Träume durch eigene Anstrengung zu verwirklichen“.
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