(openPR) Lesung mit der Autorin und Journalistin Hatice Akyün am 09.05.
Nach ihrer Herkunft befragt, endet das meist in einem kleinen Erklärungswirrwarr. Die einfache Antwort lautet daher: „Ich bin Hatice aus Duisburg“. Inzwischen lebt sie in Berlin. Aufgewachsen ist die Schriftstellerin und Journalistin Hatice Akyün jedoch in Duisburg-Marxloh. Ein Stadtteil, der als ziemlich triste Kulisse für die Auftritte von Fernseh-Kommissar Horst Schimanski in Erinnerung geblieben ist.
Dass Akyün trotz erschwerter Ausgangsbedingungen Journalistin wurde, hängt mit einem Bücherbus zusammen, der jeden Donnerstag Halt in Marxloh machte. Um einen Bücherei-Ausweis zu erhalten, hat sie die Unterschrift ihres Vaters gefälscht. Bücher eröffneten ihr einen Blick in eine bis dahin unbekannte Welt; zuhause wurde nur türkisch gesprochen. Der Zugang zu einer neuen Sprache war zugleich der Schlüssel für ihren weiteren Lebensweg, der sie als Journalistin u.a. zum „Spiegel” und „Tagesspiegel” führte. Akyün ist fest davon überzeugt, dass ein frühes Erlernen der deutschen Sprache den Grundstein für eine gelungene gesellschaftliche Integration bildet. „Meine Heimat” hieß bis Ende letzten Jahres ihre wöchentliche Kolumne im „Tagesspiegel”, in der sie mit viel Ironie, Temperament und Witz den deutsch-türkischen Alltag schilderte. Das zuletzt erschienene Buch mit einer Auswahl ihrer besten Kolumnen stellt sie nun in Finsterwalde vor.
Nach Monika Maron ist bei den vierundzwanzigsten Finsterwalder Stadtgesprächen Hatice Akyün zu Gast im alten Warenspeicher „Ad. Bauer’s Wwe.“ in Finsterwalde (Landkreis Elbe-Elster). Gemeinsam mit dem Sängerstadtmarketing e. V. laden wieder der Ur-Ur-Enkel der legendären Kaufmannsfrau, Sebastian Schiller, und seine Frau Christiane zu Gesprächen über Vergangenes, Aktuelles oder Zukünftiges in einer überraschenden Umgebung mit interessanten Gesprächspartnern.
Ungewöhnlicher Veranstaltungsort ist ein alter Warenspeicher, der einen ehemaligen Kolonialwarenladen für Güter des täglichen Bedarfs beherbergt; eingerahmt von etwa 1.000 gebrauchten Schuhmacherleisten, die an Decken und Wänden hängen. Ein Büffet auf der sieben Meter langen Ladentheke und erstmals Musikalisches von dem Dresdner Liedermacher-Duo “Muzik Muzik” bilden einen festlichen Rahmen.
In Anlehnung an ähnliche Veranstaltungen wird eine Spende von € 25,00 pro Person erbeten, deren Erlös für einen kulturellen Zweck von Finsterwalde verwendet wird. Aufgrund begrenzter Plätze ist eine Anmeldung beim Sängerstadtmarketing e. V. (Markt 1, 03238 Finsterwalde, Tel. 03531/717830, Fax 717831) bis zum 06.05.2015 erforderlich.
www.finsterwalder-stadtgespraeche.de













