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Greenpeace kritisiert Stromkonzerne – Gaskraftwerk Irsching vor Ende

23.03.201520:09 UhrEnergie & Umwelt

(openPR) Laut einer Studie der Umweltorganisation Greenpeace sind die Probleme der vier großen Energiekonzerne E.on, RWE, Vattenfall und EnBW aufgrund von Missmanagement hausgemacht. Das Vorhaben unrentable Kraftwerke nun loszuwerden steht symbolisch für eine falsche Strategie – das aktuellste Beispiel bietet hierfür der Düsseldorfer Konzern E.on.



Die Umweltschützer haben in ihrer Studie „Die Zukunft der Energieversorger“ den großen vier Stromkonzernen RWE, E.on, Vattenfall und EnBW eine Mitschuld an deren eigenen Misere gegeben. Dabei werden vor allem strategische Fehler aufgeführt, die die Konzerne in Not brachten.

Aufgrund der Liberalisierung und Unterregulierung der Energiemärkte sowie der eigenen enormen Marktmacht erwirtschafteten die Unternehmen bis Ende der 2000er Jahre große Einnahmen um sich dann auf ihnen mehr oder weniger auszuruhen. „Das Management hielt zu lange an den alten Strategien fest“, so das Ergebnis der Studie. Dadurch habe man die schleichende Regulierung der Märkte verpasst und zu spät darauf reagiert. Zusätzlich hat sich die Marktlage mit der Liberalisierung und steigendem Wettbewerb verändert. Anteile an Vertrieb und Produktion der großen Vier sinken zu Gunsten der wachsenden Konkurrenz. Dank auslaufender Konzessionsverträge und neuer Rekommunalisierung wandern zudem einzelne Netze wieder in öffentliche Hände.

Greenpeace kritisiert weiterhin, dass die „Big 4“ die Energiewende schlichtweg verschlafen haben. Zu spät habe man auf regenerativen Energien gesetzt. Gerade RWE und Vattenfall bewegen sich beim Anteil der ökologischen Stromproduktion im unteren Prozentbereich. Bei ihnen beträgt der Ökostromanteil im Strommix weniger als fünf Prozent. Gleichzeitig wird jedoch die Unterhaltung großer, fossiler Kraftwerke zu kostspielig, da Strom aus erneuerbaren Energien im Markt Vorrang gegeben wird. Energie aus Atomkraftwerken ist zwar etwas günstiger, doch die Tage dieser Energieform sind in Deutschland gezählt. Hier offenbart die Greenpeace-Studie weitere strategische Fehler. Die Konzerne hätten sich zu sehr auf eine Laufzeitverlängerung der AKW verlassen. Mit der Beschränkung der Laufzeit und dem sofortigen Abschalten einiger Kernkraftwerke wurde schnell die Einseitigkeit der Pläne offensichtlich.

E.on will modernes Gaskraftwerk Irsching schließen…

Bestes Beispiel im negativen Sinne für das Missmanagement der großen Stromkonzerne ist aktuell der Plan E.ons, das eigene Gaskraftwerk Irsching in Bayern stillzulegen. Die zwei hochmodernen Gas- und Dampfkraftwerke haben erst 2010 und 2011 den Betrieb aufgenommen und gelten als eines der modernsten und effizientesten Kraftwerke in Europa – dennoch will der Konzern für 2016 einen Antrag auf Schließung einreichen. Für E.on und die drei weiteren Betreiber rechnet sich der Betrieb einfach nicht mehr.

Bereits 2014 produzierte das Kraftwerk keinen Strom. Das liegt nicht etwa daran, dass technische Probleme dies verhindert hätten. Strom aus Gas ist derzeit aus Kostengründen kaum gefragt. In Deutschland haben regenerative Energieträger Vorfahrt und werden an vorderster Stelle ins Netz gespeist. Danach folgt vor allem Strom aus Kohle und Atom, da dieser deutlich günstiger ist. Obwohl Gas die umweltverträglichste Form unter den konventionellen Energieträgern ist, hat sie auf dem Markt derzeit keine Chance. Dabei könnte sie einen wichtigen Baustein in der Energieversorgung einnehmen, wenn der Emissionshandel wiederbelebt wird und der Ausstoß von CO2 sich für die Emittenten verteuert.

Derzeit rechnet kaum jemand damit, dass die für den Schließungsantrag zuständige Bundesnetzagentur dem Antrag zustimmt, da sie das Kraftwerk gerne zur Reserve für Versorgungsengpässe nutzen möchte. Das würde allerdings auch bedeuten, dass E.on Zuschüsse im Millionenbereich bekommen könnte. Auch Bayerns Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU) dürften die Pläne des Stromkonzerns ein Dorn im Auge sein. Nach seinen Vorstellungen sollen Gaskraftwerke in der Zukunft die Stromversorgung des Bundeslandes sichern können, sollte es zu Engpässen kommen. Damit würde man auf die ungeliebten Stromtrassen verzichten können.

…und trennt sich auch geschäftlich von Kohle und Gas

Die Entscheidung von E.on, ein modernes Gaskraftwerk loswerden zu wollen, erinnert stark an die gewaltigen Umstrukturierungspläne im eigenen Haus, die der Konzern Ende letzten Jahres bekanntgab. Demnach will sich der Konzern bis 2016 in zwei Bereiche aufspalten. Der hauptsächliche Konzern mit Sitz in Düsseldorf wird weiterhin bestehen bleiben, sich aber langfristig mit dem Geschäft der regenerativen Energien befassen. Eine Strategie des Managements, die nach Ansicht von Greenpeace viel zu spät kommt. Der Bereich der fossilen Energieträger wird in einen neuen Bereich ausgegliedert. Auch wenn E.on-Chef Johannes Teyssen beteuert, dass dieser Schritt nicht zum Abbau von Arbeitsplätzen führen werde, wirken diese Aussagen paradox. Die Gas- und Kohlekraftwerke stecken in den roten Zahlen, das Kraftwerk Irsching soll ganz geschlossen werden. Man darf gespannt sein, inwieweit die Beschäftigtenzahl von 20.000 Arbeitsplätzen auch in Zukunft Bestand haben wird.

Quellen:
Spiegel
Tagesspiegel
Rheinische Post
Greenpeace-Studie
E.on

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