(openPR) Köln, 14.03.2015. Der Diözesanrat der Katholiken im Erzbistum Köln greift mit dieser Stellungnahme einmal mehr das Thema „Drei-Eltern-Kind“ auf. Die „Drei-Eltern-Kinder“ sind die Konsequenz einer speziellen Form der medizinisch angewandten Befruchtung im Reagenzglas (in vitro-Befruchtung). Dies sorgte vor geraumer Zeit für ethische Aufregung in Großbritannien.
Bei dieser Form der Befruchtung sollen mitochondriale Krankheiten vermieden werden. Zu solchen Erkrankung kann es kommen, wenn die Mitochondrien, die sogenannten Kraftwerke der Zelle die eine eigene Erbsubstanz besitzen, geschädigt sind. Die Folgen sind schwerste Behinderungen.
Um zu verhindern, dass Kinder defekte Mitochondrien ihrer Mütter erben und damit auch erkranken, ersetzen die englischen Reproduktionsmediziner das Eiplasma inklusive der darin enthaltenden Mitochondrien. Dazu wird aus der mütterlichen Eizelle der Kern samt der darin enthaltenden Erbinformation isoliert. Aus der Eizelle einer Frau (Spenderin) mit intakten Mitochondrien wird deren Zellkern entfernt und durch den isolierten mütterlichen Zellkern ersetzt. Erst dann erfolgt die Verschmelzung mit der väterlichen Samenzelle, so dass die damit „in vitro“ gezeugten Embryonen in den Kernen ihrer Zellen Gene ihrer leiblichen Eltern besitzen, aber in den Mitochondrien fremde Gene der Spenderin.
„Jeder von uns ist aufgerufen, sich zu fragen, ob diese Möglichkeit der Reproduktion nicht ein erheblicher Eingriff in die Erbanlagen der späteren Kinder darstellt“, ruft Vorstandsmitglied Gabriele Behr auf. Sie ist sich sicher: „Als mündige Christen können wir dieses ethisch sehr fragwürdige Verfahren nicht akzeptieren“.
Der Diözesanrat lehnt diese Entwicklung entschieden ab, „auch wenn das Leid der betroffenen Kinder und ihrer Familien uns nicht unberührt lässt und sich der Wunsch nach einem hoffentlich gesunden Kind jedem von uns erschließt“, ergänzt Behr.
Dem Diözesanrat der Katholiken im Erzbistum Köln ist es ein Anliegen, nicht nur zu ethischen Fragen am Ende eines Lebens Stellung zu beziehen, sondern auch zum Beginn. Dazu und zu vielen weiteren Themen hat das höchste Laiengremium in der Erzdiözese Köln im Rahmen des Dialogprozesses und in der Broschüre „Mut zum Handeln“ aufgerufen.
Weitere Informationen zum Dialogprozess
„Mut zum Handeln“ auf www.dioezesanrat.de











