(openPR) Oppenheim / Rhein (mxp) - Die Pegelstände der Donau steigen ohne Unterlass - auf Höhen wie schon seit über 100 Jahren nicht mehr. Leidtragende sind die Menschen in Serbien, Rumänien und Bulgarien, deren Ortschaften an der Donau liegen und zum Teil schon seit Tagen von der Außenwelt abgeschnitten sind. Katastrophenalarm ist schon seit Tagen ausgegeben worden, doch die Pegel steigen weiter. Die Scheitelwelle wird für die zweite Wochenhälfte erwartet, wie die Meteorologen des privaten Wetterdienstes meteoXpress Ltd. zu berichten wissen.
Am schwersten ist Rumänien betroffen. Mittlerweile sind die ersten Dämme gebrochen und Tausende Menschen mussten ihre vom Wasser eingeschlossenen Dörfer verlassen - wohl wissend, dass bei ihrer Rückkehr - frühestens nächste Woche - von ihrem spärlichen Hab und Gut nichts Verwertbares mehr übrig sein wird - falls überhaupt noch etwas von ihren Häusern stehen sollte.
Hunderte von Häusern sind bereits eingestürzt, viele Hundert weitere werden noch folgen. Geisterdörfer bleiben zurück - eine Tragödie für die Betroffenen. Die ohnehin armen Menschen auf dem Land werden nach ihrer Rückkehr ganz von vorne beginnen müssen. Dabei werden sie wohl auf sich gestellt sein, denn schnelle oder gar unbürokratische Hilfe von Regierungsstellen ist kaum zu erwarten. Und nach der großen Flut werden sie alleine auf sich gestellt sein.
Bis dahin wird aber noch sehr viel Wasser die Donau hinunterfließen, denn der Höhepunkt der Flut, der Scheitel der Flutwelle, wird dort nicht vor Freitag erwartet. Am Unterlauf in Bulgarien werden die Menschen noch länger zittern müssen.
Die Gegend um die Donau gleicht einer riesigen Seenplatte - dass dort eigentlich ein Fluss fließt, ist schon lange nicht mehr erkennbar. Die Gründe liegen auf der Hand. Nach einem langen Winter, bei dem sich der Niederschlag über Monate hinweg in mittleren und hohen Gebirgslagen als Schnee in Meterhöhe ansammelte, kamen in den letzten Wochen neben dem anhaltenden Frühlingstauwetter immer wieder Regenfälle hinzu, die die ohnehin angespannte Lage nun derart verschärften. So muss auch morgen in weiten Landesteilen Rumäniens wieder mit teils kräftigen Regenfällen oder Schauern gerechnet werden. Immer wieder zogen und ziehen in den letzten drei Wochen Tiefs über den Balkan nordostwärts und laden ihre Regenfracht ab.
Dass der Mensch daran seinen Anteil hat, ist schon seit langem bekannt, ohne dass an der verhängnisvollen Entwicklung etwas geändert würde. Zum einen wird durch Kanalisierung und Landschaftsversiegelung für immer mehr und schnelleren Abfluss von Regen- und Schmelzwasser in die großen Flüsse gesorgt und zum anderen werden die natürlichen Überschwemmungsgebiete der Flüsse vom Menschen in Beschlag genommen - oft auch noch völlig ohne oder ohne ausreichende und geeignete Hochwasserschutzmaßnahmen.
Unterdessen sinken die Pegel an der Elbe, und der Fluss zieht sich langsam wieder in sein Bett zurück. Wir sind noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen.
Aber was wäre wohl passiert, wenn der Winter bei ähnlichen Temperaturverhältnissen im Mittel nicht zu trocken, sondern großflächig schneereich gewesen wäre. Und die Erwärmung seit der zweiten Märzhälfte nicht allmählich und mit Rückschlägen gekommen, sondern massiv ausgefallen wäre. Auf der Zugspitze liegt inzwischen 4 Meter Schnee. Das entspricht 400 l/qm Wasser, wenn es spürbar wärmer wird. Diese Menge fällt im Rhein-Main-Gebiet über 9 Monate verteilt! Das hätte ein wirkliches Jahrhunderthochwasser auch bei uns zur Folge gehabt.
Schließlich waren auch die Regenmengen der vergangenen Wochen weit von einem Jahrhundertregen entfernt. Kaum auszudenken, wenn sich nach einem schneereichen Winter ein kräftiger Wärmeeinbruch anschließt, dem eine wochenlang dauernde Regenperiode oder gar ein extrem nasser Monat wie der Mai 1983 folgt, sodass tatsächlich rekordverdächtige Regenmengen zusammenkommen, die nur alle 100 Jahre fallen! Die Folge wäre ein Jahrtausendhochwasser.
Wie sich die Pegel der Donau und vieler anderer Flüsse in Deutschland derzeit entwickeln, können Sie hier tagesaktuell abrufen:
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Eine Jahrhunderthochwasser-freie Zeit und bis zum nächsten Mal,
Udo Baum, Meteorologe bei meteoXpress
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Herr Florian Hirschmann
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