(openPR) Nach Einschätzung des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe (DBfK) ist der heute in Berlin veröffentlichte 4. MDS-Pflege-Qualitätsbericht erst einmal eine gute Nachricht und ein positives Signal. Die gemessenen Qualitätsmerkmale zeigen durchweg erhebliche Verbesserungen des Status vor drei Jahren an. „Dass dies trotz schwieriger Rahmenbedingungen und erheblichem Personalmangel überhaupt erreicht werden konnte, ist vor allem der Fachkompetenz und dem großen Engagement der beruflich Pflegenden in Pflegediensten und Heimen zu danken. Das verdient unser aller Anerkennung und Respekt“, betont DBfK-Präsidentin Prof. Christel Bienstein. „Die Ergebnisse zeigen aber auch, dass noch viel zu tun bleibt, zumal der Versorgungsbedarf immer komplexer wird. Es muss nach den Gründen gesucht werden, die einen höheren Erfüllungsgrad bei Dekubitusprophylaxe, Wundversorgung, Schmerzmanagement, Medikamentengabe usw. behindern: Ist es der Mangel an Fachpersonal, Zeitdruck und zu enge Minutentaktung oder die zögerliche ärztliche Verordnung von Hilfs- und Heilmitteln? Deutlich geht aus den Prüfergebnissen aber auch hervor, dass zu einer guten Versorgung eine angemessen hohe Anzahl gut qualifizierten Pflegefachpersonals gehört. Denn das Erkennen und Bewerten von Pflegebedarfen und die Umsetzung und Evaluation daraus abzuleitender evidenzbasierter Maßnahmen erfordern Fachwissen und Sachverstand, wie es nur Pflegefachpersonen mitbringen“, so Bienstein.
Artikel 4 der Charta der Rechte hilfe- und pflegebedürftiger Menschen sagt: „Jeder hilfe- und pflegebedürftige Mensch hat das Recht auf eine an seinem persönlichen Bedarf ausgerichtete, gesundheitsfördernde und qualifizierte Pflege, Betreuung und Behandlung.“ Vor diesem Hintergrund bleibt auch bei aller Freude über die jetzt dokumentierten Qualitätsverbesserungen die Frage, ob die erfassten Merkmale überhaupt in ausreichender Weise Qualität abbilden können. Kann der pflegebedürftige Mensch außer den abgeprüften Kriterien nicht auch Zeit zu Erhalt und Aufbau der eigenen Ressourcen erwarten? Das Eingehen auf individuelle Bedürfnisse, die heute auch mal anders aussehen können als morgen? Zeit zur Verlaufsbeobachtung, zum Zuhören, zur gezielten physischen und psychischen Aktivierung, ein Gesprächsangebot und ganz einfach menschliche Zuwendung? All dies darf nicht auf der Strecke bleiben! Hier setzen wir auf die künftigen Pflegekammern, die im Interesse der Bevölkerung maßgeblich zur Sicherstellung guter Pflegequalität beitragen können. Eine aus der Betroffenenperspektive bewertet umfassende qualitativ gute Pflege zu gewährleisten ist und bleibt dessen ungeachtet gesellschaftliche und politische Verpflichtung!












