(openPR) München, 07. Juni 2007 – Aus Anlass der Übergabe des IGES/Rürup Gutachtens an Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt, SPD, (Bild), erläuterte der Bundesvorsitzende des Deutschen Facharztverbandes (DFV), Dr. Thomas Scharmann: „Das Gutachten belegt, dass es in Deutschland nicht zu viele niedergelassene Fachärzte gibt. Auch konnte gezeigt werden, dass im niedergelassenen Bereich veranlasste Doppeluntersuchungen kein nennenswertes Einsparpotenzial bieten“, fasst Dr. Thomas Scharmann, Bundesvorsitzender des Deutschen Facharztverbandes (DFV), zusammen. Scharmann wurde von den Bundesvorsitzenden der Berufsverbände der Orthopäden bzw. HNO-Ärzte, Dr. Siegfried Götte und Dr. Michael Jaumann sowie von Dr. Martin Albrecht, IGES, begleitet. Mit dem federführend durch das Institut für Gesundheits- und Sozialforschung (IGES, Berlin) in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Bert Rürup erstellten Gutachten sind zwei wesentliche Kritikpunkte, die immer wieder gegen niedergelassene Fachärzte vorgebracht wurden, entkräftet (Informationen zum Gutachten unter: www.deutscher-facharztverband.de).
Ministerin Schmidt sieht Handlungsbedarf
Gegenüber dem DFV erläuterte Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt, wo sie in der fachärztlichen Versorgung Handlungsbedarf sieht. Dazu zählt u.a. die Vermeidung des sogenannten „Ärzte-Hopping“, zu lange Wartezeiten für gesetzlich versicherte Patienten bei Fachärzten und bessere Betreuung älterer Menschen in Alten- und Pflegeheimen durch Fachärzte.
Chancengleichheit ambulant – stationär gefordert
Prof. Bert Rürup, Vorsitzender des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, stellte in dem Gespräch zwischen Ulla Schmidt und dem DFV deutlich heraus, dass es im Gesundheitswesen sehr wohl Effizienzreserven gebe, die mobilisiert werden müssen. Nur lägen diese kaum in der fachärztlichen Versorgung durch niedergelassene Ärzte: Weder sei ein übermäßiger Ressourcenaufwand für die ärztliche Versorgung in Deutschland feststellbar, noch fänden sich eindeutige Belege für eine Überversorgung mit niedergelassenen Fachärzten. Eine wichtige Ursache für etwaige Fehlallokationen stelle dagegen die Sektorengrenze zwischen stationär und ambulant dar. Effizienzreserven ließen sich daher am ehesten durch die Überwindung dieser Sektorengrenzen unter der Bedingung gleicher Honorierung erschließen, so Prof. Rürup.
Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt betonte in dem Gespräch, dass u.a. mit dem „Vertragsarztrechts-Änderungsgesetz“ und dem „Gesetz zur Stärkung des Wettbewerbs in der Gesetzlichen Krankenversicherung“ wichtige Schritte zur wettbewerblichen Strukturierung des Gesundheitswesens und zum Abbau von Fehlversorgung durchgeführt wurden.
DFV will Kritik an Fachärzten ausräumen
Die Fachärzte in Deutschland sind einen wesentlichen Schritt weitergekommen: „Wichtig ist es, den in Gang gekommenen Dialog zwischen niedergelassenen Fachärzten und der Gesundheitspolitik weiter zu fördern. Wichtig ist, miteinander – auch ggf. kontrovers – statt übereinander zu reden“, unterstreicht Dr. Scharmann. Zu den Kritikpunkten der Ministerin wie „Ärztehopping“ und Wartezeiten führte Dr. Jaumann aus: „Das IGES/Rürup Gutachten lehrt uns, genauer hinzuschauen. Pauschale, nicht durch belegbare Daten bestätigte Urteile führen in die Irre und in die gegenseitige Sprachlosigkeit. Das verunsichert letztendlich auch den Patienten.“
Punkt für Punkt abarbeiten
Zum Thema „Ärztehopping“ – die Inanspruchnahme mehrerer Fachärzte – stellt der DFV dar, dass Fachärzte das Verhalten der Patienten nicht beeinflussen können. Dies sieht der Verband als Aufgabe der Krankenkassen an: „Wir können es einem Patienten nicht an der Nasenspitze ansehen, ob er bereits andere Kollegen aufgesucht hat. Wir sind verpflichtet, die Patienten, die sich krank an uns wenden, zu behandeln“, betont Dr. Scharmann.
Zum Thema Wartezeiten erläutert der Verband, dass in der Regel Patienten innerhalb sehr kurzer Zeit einen Termin beim Facharzt bekommen, so der DFV. Viele Fachärzte führten bereits ein striktes Qualitätsmanagement durch, dessen wesentlicher Punkt die Terminvergabe ist! Einer Terminvergabe, in der Versicherte der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) benachteiligt würden, erteilt der DFV eine strikte Absage.
An der Verbesserung der fachärztlichen Präsenz in Alten- und Pflegeheimen zeigt sich der DFV sehr interessiert: „Alles, was durch eine optimierte Versorgung unseren Patienten hilft und Folgekosten spart, unterstützen wir“, hebt der DFV-Vorsitzende hervor.
Der DFV ist bereit, so Thomas Scharmann, über strittige Punkte wie diese in einen konstruktiven Dialog mit der Gesundheitspolitik zu treten: „Mit dem IGES/Rürup Gutachten haben wir eine solide Basis geschaffen. Und vor allem haben wir damit eine Art der sachlichen Diskussion eingeführt, hinter die wir nicht mehr zurückfallen dürfen.“
Belegexemplar an die Redaktion erbeten
Verantwortlich: Dr. med. Thomas Scharmann – Bundesvorsitzender DFV – Steinstraße 85 – 81667 München
Redaktion: JSpress - Joachim Stier








