(openPR) - 2014 fanden in Deutschland insgesamt zehn Neuemissionen (Vorjahr: fünf) statt
- Platzierungsvolumen beläuft sich auf rund 3,2 Mrd. EUR (Vorjahr: ca. 3,6 Mrd. EUR)
- Größter Börsengang Rocket Internet AG mit 1,4 Mrd. EUR
- Neuemissionstätigkeit in Deutschland ist im weltweiten Vergleich mit einem Anteil von rund 0,75 % eher unbedeutend
- Vier Emittenten haben ihren Sitz in Deutschland, zwei in Luxemburg und vier Emittenten stammen aus China
München | Stuttgart | Zürich, Dezember 2014. Für mittelständische Unternehmen spielt die Börse zur Eigenkapitalfinanzierung offensichtlich keine Rolle mehr. Dies zeigt der IPO-Jahresrückblick 2014 (Stichtag: 30. November 2014) der Corporate Finance Beratungsgesellschaft BLÄTTCHEN & PARTNER AG.
Von den insgesamt zehn Neuemissionen haben lediglich vier Emittenten ihren Sitz in Deutschland, zwei in Luxemburg und vier in China (siehe China IPO-Studie). Das Platzierungsvolumen von rund 3,2 Mrd. EUR beträgt rund 89 % des Vorjahreswerts (Vorjahr ca. 3,6 Mrd. EUR). Fast 71 % des Emissionsvolumens entfallen mit den Börsengängen von Rocket Internet, Zalando und TLG auf das vierte Quartal. Die vier China IPOs spielen mit einem Platzierungsvolumen von 10,5 Mio. EUR, das heißt mit weniger als 0,5 % Anteil, keine Rolle.
Bis auf die China IPOs wurden alle Neuemissionen von Private Equity Gesellschaften initiiert. Das Interesse an einer Börsennotierung in Deutschland scheint bei chinesischen Emittenten trotz der katastrophalen Performance nach wie vor hoch im Kurs zu stehen. Der deutsche Mittelstand kehrt der Börse zunehmend den Rücken. Gemessen an der Anzahl der Neuemissionen befindet man sich auf dem Niveau Anfang der 90iger Jahre. Der schwache Start von Rocket Internet und Zalando war unter anderem ein Grund, dass eine Reihe von Emittenten wie beispielsweise Scout24, Tele Columbus oder Armacell ihre IPO-Pläne verschoben haben.
„Aktuell sehe ich keine Anzeichen für eine Zunahme an Neuemissionen in Deutschland“, so Dr. Bösl, Vorstand der BLÄTTCHEN & PARTNER AG. „Die Deutsche Börse sollte ihre Entscheidung kein spezifisches Marktsegment für kleinere, mittelständische Unternehmen zu schaffen überdenken. Die Erfahrungen des Neuen Marktes geben genug Hinweise darauf, wie das Regelwerk hierfür formuliert sein sollte.“








