(openPR) Düsseldorf, 20.11.2014
Angesichts der aktuellen gesellschaftspolitischen Entwicklung gewinnen theoretische Perspektiven auf Macht eine neue Brisanz. Vielleicht erklärt das den regen Zulauf einer wissenschaftlichen Tagung, die Mitte Januar an der FH Düsseldorf stattfindet und in der wissenschaftlichen Community schnell ungewöhnlich hohes Interesse hervorrief – einem nicht gerade eingängigen Titel zum trotz, der da lautet: »Poststrukturalistische Diskursanalysen – von der Methodologie zur Forschungspraxis«.
Offenbar ist es den beiden Initiatorinnen durch das Konzept der Tagung gelungen, in kürzester Zeit Dutzende interessierter Nachwuchswissenschaftler_innen zu erreichen. Ein Beleg dafür, dass jener auf Michel Foucault zurückgehende wissenschaftliche Zugang zur Analyse der Verbindung von Wissen und Macht nichts von seiner Aktualität eingebüßt hat. Ein Blick auf das Programm der Diskurstagung zeigt, wie sehr die Diskurstheorie ihr Profil seit den späten 60er Jahren selbstkritisch weiterentwickelt hat. So greifen mindestens zwei der Beiträge auf die Hegemonietheorie von Ernesto Laclau und Chantal Mouffe zurück, die eine deutlich politischere Sprache sprechen als andere Vertreter_innen des Poststrukturalismus. Da im Mittelpunkt der Tagung jedoch nicht Theorie sondern Methodologie und Methodik stehen, wurden Beiträge ausgewählt, die der Methodenvielfalt aktueller Diskursforschung gerecht werden sollen. Und so werden die knapp 80 Teilnehmenden am 16. und 17. Januar 2015 nicht nur den Einsatz ethnografischer oder lexikometrischer Verfahren diskutieren, sondern auch die Kombination von Diskurs- oder Dispositivanalysen mit anerkannten Verfahren der qualitativen Sozialforschung, darunter die Grounded Theory Methodology.
Begleitet wird die Tagung von zwei ausgewählten Wissenschaftler_innen, die das Feld der deutschsprachigen Diskurstheorie in den vergangenen Jahren mitgeprägt haben: Prof. Dr. Silke van Dyk, Universität Kassel, spricht in Ihrer Keynote über das Verhältnis von Diskurs, Dispositiv, Subjekt und Biografie. Prof. Dr. Daniel Wrana von der Pädagogischen Hochschule der FH Nordwestschweiz widmet sich zentralen Gegenständen der Diskursanalyse „ – zwischen Sinn, Struktur, Text und Praktiken“.
Ziel der Tagung ist neben der Diskussion aktueller Forschungspraktiken auch die Vernetzung des wissenschaftlichen Nachwuchses – ein besonderes Anliegen der Promotionsbeauftragten der FH Düsseldorf, Prof. Dr. Ruth Enggruber, die gemeinsam mit Prof. Dr. Fabian Virchow die Veranstaltung der Initiatorinnen Verena Eickhoff und Ann-Kathrin Stoltenhoff unterstützt.
Die Tagung findet am 16. und 17. Januar 2015 in Räumen des Fachbereich 6 der FH Düsseldorf statt und wird vom Präsidium der FH gefördert.
Tagungshomepage: http://www.dunkelgrau.de/diskurstagung2015











