(openPR) Was in öffentlichen Diskursen und Debatten gesagt wird, hängt nicht nur formal, sondern auch inhaltlich davon ab, in welchem Medium sie geführt werden. Gerade die Internetkommunikation bietet den Beteiligten ein erweitertes Repertoire an Zeichen und Kommunikationsmöglichkeiten. Stefan Meier entwickelt jetzt ein Verfahren zur medienspezifischen Diskursanalyse im World Wide Web.
Er baut zunächst ein begriffliches Instrumentarium auf, um Grundprinzipien bildlicher und online-medialer Kommunikation zu bestimmen. Dafür verbindet er Ansätze der Linguistik, Wissenssoziologie und Mediensemiotik. Die Integration diskurs- und zeichentheoretischer Begriffe erlaubt nun, Online-Diskurse auch anhand von Bildern, Grafiken, Layouts und Linkstrukturen zu untersuchen.
Im zweiten Teil zeigt der Autor am Beispiel des Online-Diskurses um die
Wehrmachtsausstellung in den Jahren 2000-2005, wie eine solche semiotische Diskursanalyse durchgeführt werden kann. Ein Augenmerk liegt dabei auf den Besonderheiten der Online-Kommunikation, beispielsweise bei der Datenerhebung oder der Analyse unterschiedlicher Kommunikationsformen (Web-Portale, Weblogs etc.)
Die vorliegende Studie bezieht gerade die bislang in Diskursanalysen wenig beachtete Bildkommunikation in Korrespondenz zu anderen Zeichen-Handlungen ein. Mit Meiers Ansatz tritt so die Multimedialität kommunikativer Praxis im Netz themen- bzw. inhaltsbezogen in den Fokus, um deren Teilhabe an gesamtgesellschaftlichen Diskursen deutlich zu machen. Damit liefert Meier einen innovativen Beitrag zur qualitativ-diskursanalytischen Methodenentwicklung.
Stefan Meier
(Bild-)Diskurs im Netz.
Konzept und Methode für eine semiotische Diskursanalyse im World Wide Web
2008, 480 S., Broschur, 213×142 mm
ISBN 978-3-938258-83-5
EUR 32,00 / EUR 32,75 / sFr. 53,40













