Die Beraterfirma Unilog bewertete zunächst das nachgebesserte Microsoft-‚Angebot’ als vorteilhafter. Doch hier gab es nach unserer Ansicht noch ungeklärte Fragen, zumal ein neues ‚Angebot’ von IBM vorlag. Schließlich führte die erneute Gesamtbewertung aus Kapitalwertund qualitativ-strategischen Kriterien praktisch zum Gleichstand zwischen beiden Lösungsvarianten. Da aber die Kombination Linux und Open-Source-Office-Lösung qualitativ-strategisch eindeutig die Nase vorn hat, entschied sich die SPD-Fraktion für diese Alternative als langfristige Weichenstellung.“Die Migration auf Linux garantiert größere Herstellerunabhängigkeit und mehr Flexibilität bei der Gestaltung der künftigen IT-Landschaft der Stadtverwaltung. Hinzu kommt, dass deutlich geringere haushaltswirksame Kosten anfallen. Dies ist angesichts der angespannten Etats derLandeshauptstadt ein Aspekt, der die strategisch-qualitativen Vorteile untermauert.Christine Strobl: „Gleichzeitig sorgen wir für die weitere Profilierung des Technologiestandorts München. Denn für Entwicklung und Support im Rahmen der Umstellung wird die Stadt Leistungen einkaufen. Dadurch fördern wir hochwertige Arbeitsplätze in der Region. Dabei unterstreicht die Begleitung der Migration durch die Technischen Universität die herausragende Position des Wissenschaftsstandorts München.“Im Anschluss an den Stadtratsbeschluss folgt die Phase der Feinkonzeptionierung. Hier fordert die SPD klare Rahmenbedingungen für eine sanfte, auf mehrere Jahre gestreckte Migration. Zunächst sollen die Referate und Dienststellen umgestellt werden, die vor allem Büroanwendungen und nur wenige, überschaubare Fachapplikationen im Einsatz haben. Das heißt, Spezialarbeitplätze – zum Beispiel für CAD-Anwendungen – sind von der Migration vorerst nicht betroffen.Weiterhin umfasst die Feinkonzeptionierung die Tests der 173 Fachverfahren auf ihre Lauffähigkeit unter dem neuen Betriebssystem, die Erarbeitung von Migrationskonfigurationen und die Entwicklung einer stadteinheitlichen lient-Basiskonfiguration, die die Sicherheitsvorgaben erfüllt. Ergebnis dieser Phase ist zudem die Abschätzung des notwendigen Personal- und Sachaufwands. Über den endgültigen Ablauf der Migration und deren Finanzierung entscheidet der Stadtrat nach Vorlage des Feinkonzepts im Frühjahr 2004.