(openPR) Die Menschentiere befinden sich dauernd im Krieg miteinander, nur die Art und die Heftigkeit der Auseinandersetzungen sowie die dazu gebrauchten Mittel und Methoden wechseln. Von Frieden sprechen sie bereits, wenn illegitime Macht- und Herrschaftsansprüche mit legalen Mitteln geltend gemacht werden oder ihre illegale Durchsetzung wenigstens dem scheinheiligen Geist der Zeit entspricht. Diese „ruhigen“ Epochen werden aber immer wieder durch heftige Eruptionen von Gewalt unterbrochen.
Derzeit wird in vielen Teilen der Welt wieder viel Blut vergossen. Dabei sind der Streit um den „richtigen“ Glauben, die Verfügung über Rohstoffe, die Eroberung von „Lebensraum“, und persönliche Macht und Beute für einige Alphatiere die immer gleichen Anlässe. Massenhafter Mord und Totschlag im Orient, in großen Teilen des mittleren Afrikas und in der Ukraine überschatten allerdings einen anderen Krieg, der für die Menschheit auch in den „ruhigen“ gebieten möglicherweise noch sehr viel schwerwiegendere Folgen haben wird: den Weltwirtschaftskrieg. Der tobt seit im Taumel undurchdachter neoliberaler Deregulierung die internationale Finanzwirtschaft fast unbegrenzte Möglichkeiten der Selbstbereicherung erhielt, und seitdem hängt das wirtschaftliche Schicksal der Welt an den Aktionen von Bankstern, Hedgern und Zockern sowie an Politikern, die dem Treiben ebenso verantwortungslos wie hilflos zusehen.
Das Machtzentrum der internationalen Finanzmafia befindet sich in den USA und unterstützt nicht ohne Eigennutz deren Politik, nämlich den US-Dollar als Weltleit- und Reservewährung um jeden Preis zu erhalten. Die selbsternannte Weltpolizei USA konnte sich bis vor einigen Jahren auch problemlos mit massenhaft selbst gedrucktem Geld auf Kosten der übrigen Welt finanzieren. Seit Mitte der 90er Jahre haben sich die Bestände an US-Dollar und Dollar-Wertschriften in ausländischen Händen auf über 12 Billionen fast verfünfzehnfacht. Das Vertrauen in den Dollar schwindet aber zusehends und mit wachsender Geschwindigkeit. Die Welt mit Dollars zu fluten und sich so Kredit zu verschaffen, wird immer schwieriger und könnte in gar nicht so ferner Zukunft sogar unmöglich werden. Asien mit dem Schwergewicht China, Europa und selbstbewußt auftretende große Schwellenländer wie Rußland oder Brasilien, die gerade mit China und Indien eine eigene Entwicklungsbank gegründet haben, halten nichts von der us-amerikanischen Hegemonie, die in vielen Teilen der Welt großes Unheil angerichtet und die gesamte Sicherheitslage auf der Welt eher verschlechtert als verbessert hat. Noch weniger halten sie aber vom US-Dollar, der dank seiner Geltung als Weltleit- und Reservewährung zu dieser Vorherrschaft maßgeblich beigetragen hat.
Längst ist klar, daß der US-Dollar kein werthaltiges Aufbewahrungsmittel für Vermögen mehr ist. Bestrebungen, den US-Dollar als international akzeptiertes Zahlungsmittel abzulösen, sind deshalb schon weit fortgeschritten. Der chinesische Renminbi und sogar der fragwürdige Draghi-Euro haben sich zu starken Alternativen entwickelt. Noch stärker allerdings dürfte Gold als Wertmaßstab und stabiles Wertaufbewahrungsmittel die Stellung des US-Dollars gefährden, vielleicht als goldgedeckter Renminbi. Kein Wunder deshalb, daß die us-amerikanisch geführte Anti-Gold-Mafia alles daransetzt, um den in Dollar ausgedrückten Börsenkurs des raren Edelmetalls mit allen Mitteln zu drücken und damit indirekt einen höheren Wert des US-Dollars vorzutäuschen. Die Bankster werden mit Rückendeckung der FED und anderen Zentralbanken sicherlich nicht eher mit ihren Manipulationen aufhören, bis sie ihre offensichtlich schon an Grenzen stoßende Möglichkeiten vollkommen erschöpft haben. Die Chinesen wird’s freuen. So können sie ihren Goldschatz zu Ausverkaufspreisen weiter vergrößern und viel früher als wohl die meisten vermuten mit einer goldgedeckten Währung aufwarten.
Die polit-ökonomische Herrscherklasse der Vereinigten Staaten hat sich durch jahrzehntelange unkluge (Macht- und Beute-)Politik in eine schwierige Lage manövriert, aus der sie so ohne weiteres nicht herauskommen wird. Der wohl kaum nur Deutschland betreffende, sich ausweitende Spionageskandal zeigt zudem, daß die USA keine Freunde (mehr) sind, sondern rücksichtslose Egomanen, die nur ihr Eigenwohl und ihr Herrschaftsinteresse im Blick haben. Auch das angestrebte Freihandelsabkommen mit der Europäischen Union verfolgt Herrschaftsgelüste. Die Europäer sollten sich deshalb unbedingt vor schlechten Kompromissen – zum Beispiel hinsichtlich des sogenannten Investitionsschutzes – hüten. Die Bevölkerung braucht dieses Abkommen nicht und wird hoffentlich per europaweitem Volksentscheid dafür sorgen, daß lieber kein Vertrag als ein schlechter Vertrag abgeschlossen wird.
Europa steuert derzeit ohnehin schon auf erhebliche Turbulenzen zu. Die Spekulationsblasen der Anleihen- und Aktienmärkte sowie auf den Immobilienmärkten der Metropolen haben inzwischen Ausmaße angenommen, die seriöse Investitionen unmöglich machen. Die Verschuldung der südeuropäischen Problemländer geht mit vielen Tricks und Finten weiter, obwohl ein großer Teil der politisch einflußlosen Mehrheit der Menschen in diesen Ländern durch die bisherige „Sparpolitik“ auf Kosten derer, die sich nicht dagegen wehren können, schon Arbeitsplätze, Einkommen und Vermögen verloren hat. In Portugal befindet sich die größte Bank des Landes in gewaltiger Schieflage.
Die soziale Schieflage hat in vielen Ländern bereits jedes tolerable Maß überschritten und gefährdet zunehmend die Zukunftsfähigkeit der Gesellschaften und den sozialen Frieden. Hohe und anhaltende Arbeitslosigkeit, gedrückte Einkommen und fehlende Zukunftsperspektiven machen Millionen Bürgerinnen und Bürgern nicht nur die sich selbst bedienenden polit-ökonomischen Herrscherklassen verhaßt, sondern sie verhindern auch wirtschaftliches Wachstum und verlängern die Staatskrise. Wenn unter diesen Umständen die Preise noch nicht kräftig steigen, hat das mit Deflation allerdings nicht das Geringste zu tun.
Den von Finanz- und Wirtschaftslobbyisten getriebenen Politikern fällt trotz der anhaltenden und sich eher noch ausweitenden Misere immer noch nicht mehr ein, als den Mangel mehr schlecht als recht zu verwalten. Am allgemeinen Wohl orientierte Politik? Fehlanzeige. Grundlegende Reformen zur Sicherung der gesellschaftlichen Zukunftsfähigkeit? Fehlanzeige. Politik spielt nur Feuerwehr, wohl wissend, daß sie immer zu spät kommt, um Katastrophen verhindern zu können. Und die Brandstifter haben faktische Narrenfreiheit.
Der Gewinn der Fußballweltmeisterschaft durch die deutsche Mannschaft hat gezeigt, daß man zusammenarbeiten muß, um erfolgreich zu sein. Was unsere Politiker dagegen tun, ist genau das Gegenteil. Geradezu durchseucht von Finanz- und Wirtschaftslobbyisten spalten sie die Gesellschaft in die Minderheit derer, zu deren Nutzen sie Gesetze machen, und die Mehrheit derer, die dafür be- und ausgenutzt werden. Das verspricht weder eine wirtschaftlich gute noch eine sozial friedliche Zukunft. Solange sich aber viel zuviele Mitbürgerinnen und Mitbürger immer noch nicht betroffen fühlt, fehlt der Druck auf die Herrschenden, die Verhältnisse endlich zugunsten des Allgemeinwohls zu ändern.
Was in Deutschland möglich wäre, um Staat und Gesellschaft für eine lebenswerte Zukunft in Form zu bringen, ist in einer kleinen mit Zahlen unterlegten Studie skizziert. Sie trägt den Titel „Unbedingtes individuelles Grundeinkommen in Gestalt einer negativen Einkommensteuer - Kernstück einer unvermeidlichen Radikalreform unserer Gesellschaft (ISBN 978-3-943788-18-1, eBook, 9,95 Euro). In der Studie wird ein Konzept vorgeschlagen, mit dem einerseits alle Mitbürgerinnen und Mitbürger vor Ausbeutung geschützt werden sollen. Andererseits wird eine nachhaltig stabile Binnennachfrage angestrebt, um die Abhängigkeit Deutschlands vom Export zu verringern. Die Studie ist beim eVerlag READ – Rüdenauer Edition Autor Digital (www.read.ruedenauer.de) erschienen und dort sowie in jeder guten (Internet-)Buchhandlung erhältlich.
Vielleicht ist das Menschentier genetisch auf immerwährenden Kampf und Krieg programmiert. Neues soll sich durch Sieg über das Alte und dessen Vernichtung durchsetzen. Leider ist dadurch nicht gewährleistet, daß das Bessere über das Schlechtere triumphiert. Das Gegenteil ist ebenso möglich und oft genug eingetreten. Den Beweis dafür hat das intelligenteste Lebewesen, das bisher die Erde bevölkert hat, unzählige Male erbracht und ist gerade wieder dabei.
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