(openPR) In Buckautal, Ortsteil Steinberg, im Landkreis Potsdam-Mittelmark soll eine Junghennen-Aufzuchtanlage für 100.000 Tiere gebaut werden. Das Bündnis Tierfabriken-Widerstand ruft die Bevölkerung dazu auf, Protest und Widerstand zu organisieren.
Buckautal, 28. Juli 2014. Der Agrarhof Steinberg plant den Bau einer Junghennen-Aufzuchtanlage für insgesamt 100.000 Tiere in Buckautal im Landkreis Potsdam-Mittelmark. Die geplante Anlage soll im Dreieck zwischen den Ortschaften Bücknitz, Glienecke und Steinberg gebaut werden, im Abstand von nur 500 Metern nördlich von den nächstgelegenen Wohnhäusern in Steinberg. Das geht aus den Akten für das Genehmigungsverfahren hervor.
Das Vorhaben scheint aber bei der betroffenen Bevölkerung noch kaum bekannt zu sein. „Der geringe Abstand zu ihren Wohnorten sollte die EinwohnerInnen von Bücknitz, Glienecke und Steinberg alarmieren“, so Ronny Röwert von Tierfabriken-Widerstand. Noch in 1 km Entfernung von vergleichbaren Tierfabrikenfabriken werden multiresistente Keime in der Luft nachgewiesen. Im Abstand von bis zu 400 Metern befinden sich am Boden und auf Pflanzen antibiotikaresistente Keime, die eine weitere Gesundheitsgefahr für AnwohnerInnen darstellen. Doch auch der von Tieranlagen ausgehende Gestank ist nicht nur unangenehm, sondern hat auch nachweislich langfristige psychosomatische Auswirkungen, die sich in Angstzuständen, Depressionen und in stressbedingter Immunsuppression manifestieren. Es lassen sich gehäuft Atemwegserkrankungen und Asthma bei Menschen feststellen, die in Nachbarschaft zu Tierfabriken leben.
Das Vorhaben muss nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz genehmigt werden und ein Verfahren mit Öffentlichkeitsbeteiligung durchlaufen. Laut Auskunft des zuständigen Landesumweltamtes, Regionalbereich West sollen die Antragsunterlagen etwa Anfang August für vier Wochen öffentlich einsehbar gemacht werden. In den darauf folgenden sechs Wochen können Einwendungen gegen das Vorhaben von AnwohnerInnen und anderen GegnerInnen eingereicht werden.
„Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, gegen diese Megaanlage vorzugehen. Durch entschlossenen Widerstand von AnwohnerInnen sind in den letzten Jahren schon einige neu geplante Tierfabriken verhindert worden. Jetzt gilt es, auch dieses Projekt zu stoppen”, so Röwert. „AnwohnerInnen und Interessierte können sich an uns wenden, um sich über Handlungsmöglichkeiten zu informieren und mit anderen zu vernetzen. Unsere Kontaktadresse findet sich auf der Internetseite tierfabriken-widerstand.org.“
Auch aus Tierrechts- und Tierschutzperspektive ist die geplante Anlage eine Katastrophe. Sie bildet ein Element der industriellen Eierproduktion: Moderne Hybridhühner werden auf höchste Legeleistungen gezüchtet und in riesigen Brütereien „hergestellt“. Aus der Brüterei werden die Küken in „Aufzuchtanlagen“, wie in Buckautal geplant, transportiert, um nach drei Monaten, wenn sie beginnen, Eier zu legen, in Betriebe zur Eierproduktion gebracht werden. Nach einem Jahr Akkord-Eierlegen unter elendesten Lebensbedingungen werden sie zum Schlachthof abtransportiert. „Die Gewalt, die Tieren im Rahmen der Nutzung als ‚Legehennen’ angetan wird, ist immens und nicht zu rechtfertigen” so Röwert weiter.









