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Künstliche Hüfte und Sport – die besten Tipps

30.06.201418:36 UhrGesundheit & Medizin
Bild: Künstliche Hüfte und Sport – die besten Tipps
Dr. Konrad Scheuerer, Leiter der Abteilung Orthopädie und Endoprothetik der Wolfart-Klinik in Gräfel
Dr. Konrad Scheuerer, Leiter der Abteilung Orthopädie und Endoprothetik der Wolfart-Klinik in Gräfel

(openPR) 190.000 Menschen bekommen jährlich in Deutschland eine Hüft-Prothese. Darunter sind zunehmend jüngere Patienten, die viel Sport treiben. Und auch die älteren Patienten mit einem künstlichen Hüftgelenk möchten ihre körperliche Fitness erhalten. Nicht selten üben Betroffene ungeeignete, belastende Sportarten aus, ohne sich der damit einhergehenden Risiken bewusst zu sein, warnt Dr. Konrad Scheuerer, Leiter der Abteilung Orthopädie und Endoprothetik der Wolfart-Klinik in Gräfelfing.



Sport ist gesund – das gilt grundsätzlich auch für Menschen, die eine künstliche Hüfte bekommen haben. Die Vorteile: Die Muskeln werden gestärkt und entlasten damit die Gelenke, inklusive Prothese. Außerdem wird der Knochenstoffwechsel angeregt, so dass das künstliche Hüftgelenk besser im Knochen verankert und die Haltbarkeit der Hüftprothese verlängert wird. Sport verbessert auch die koordinatorischen Fähigkeiten und die Beweglichkeit des Gelenks. Dadurch verringert sich das Sturz- und Frakturrisiko im Alltag. Psychosoziale Faktoren spielen ebenfalls eine Rolle: Körperliche Bewegung beugt Ängsten und Depressionen vor. Außerdem fördert der Sport die Geselligkeit, denn oft trifft man dabei auf andere Menschen oder verabredet sich sogar mit Kollegen oder Freunden zum Wandern oder Radfahren.

Doch Vorsicht: Wer sich beim Sport zu viel zumutet, riskiert eine Ausrenkung (Luxation). Der Hüftkopf könnte aufgrund einer falschen Bewegung aus der Pfanne herausspringen. Dr. Scheuerer: „Viele Sportarten bergen eine hohe Verletzungsgefahr. Die Folgen eines Sturzes sind für Träger einer Hüft-Prothese oft schlimmer als für andere Menschen. Komplizierte Knochenbrüche drohen.“ Übermäßige und falsche Belastung der Prothese führt mitunter auch zu einem verstärkten Abrieb.

Nach der Operation sollte der Patient zunächst eine Sportpause von sechs Monaten einlegen. „Die Prothese muss erst im Knochen fest verankert sein bevor man sie belastet. Es dauert eben einige Zeit bis die Prothese fest im Kochen eingewachsen ist“, betont Endoprothetik-Experte Dr. Scheuerer. In der Regel erhält der Patient in den ersten sechs Monaten gezielte Krankengymnastik. So wird der Körper nach und nach gestärkt. Auch leichte Spaziergänge sind möglich. Es sollten aber nur befestigte, trockene Wege begangen werden. Bitte starke Steigungen und Gefälle vermeiden!

Eine große Rolle bei der Wahl des richtigen Sports spielt die Erfahrung mit der jeweiligen Sportart. „Wer vor der Implantation der Hüftendoprothese einen bestimmten Sport ausgeübt hat, zum Beispiel Golf oder Reiten, kann sicher kontrollierter die Bewegungen ausführen als ein Anfänger. Daher wird er mit großer Wahrscheinlichkeit den Sport jetzt weiter ausüben können“, sagt Dr. Scheuerer. Vorausgehen sollte jedoch eine „sehr individuelle ärztliche Beratung“. Der Arzt wird nach Ablauf der sechs Monate auch eine Röntgenaufnahme durchführen, um den Sitz des künstlichen Hüftgelenks zu kontrollieren. Voraussetzung für den Trainingsstart ist ferner, dass der Patient weder Ruhe- noch Belastungsschmerzen hat.

Als besonders empfehlenswert gelten – auch angesichts möglicher Arthrosen in anderen Gelenken – gelenkschonende Sportarten wie zum Beispiel Wandern, Nordic Walking oder Radfahren, bei deren Ausübung in der Regel nur geringe Rotationskräfte und selten Belastungsspitzen auftreten. Im Idealfall übt man den Sport anfangs drei Mal pro Woche für 30 Minuten aus, dann systematisch steigern. „Lieber häufiger und kürzer trainieren als einmal pro Woche zwei Stunden“, rät Orthopäde Dr. Scheuerer.

Ungünstig sind Sportarten, bei denen es zu einer ruckartigen Stoß- oder Scherbelastung des Hüftgelenks kommen kann. Dies gilt vor allem für Tennis oder Squash, aber auch für Leichtathletik (besonders Weit- und Hochsprung). Sämtliche Mannschaftssportarten - insbesondere mit direktem gegnerischen Kontakt - sind nach Gelenkersatz-Operationen selbst für Könner tabu. Denn das Verletzungsrisiko ist zu groß. Bei Zusammenstößen und Stürzen können nicht nur Frakturen entstehen, sondern das künstliche Gelenk bricht im schlimmsten Fall aus dem Knochenschaft heraus. Alpiner Skilauf ist aufgrund möglicher Stürze auf vereisten Pisten und der damit verbundenen erhöhten Verletzungsgefahr ebenfalls nicht zu empfehlen.

Gute Sportarten für Menschen mit einer Hüft-Prothese sind:

Radfahren
Beim Radfahren lastet nur die Hälfte des Körpergewichts auf dem operierten Gelenk. Von Querfeldein-Fahrten raten Experten allerdings grundsätzlich ab, weil die Erschütterungen und das Sturzrisiko zu groß sind. Der Sattel sollte so eingestellt sein, dass der Sportler mit beiden Füßen sicher auf dem Boden stehen kann. Ideal sind Fahrräder mit spezieller Rahmengeometrie („mit tiefem Einstieg“), die ein bequemes Auf- und Absteigen ermöglichen.

Nordic Walking
Nordic Walking zählt zu einer der beliebtesten Sportarten – zu Recht. Die schwungvolle Bewegung stärkt nicht nur die Muskulatur, sondern durch den Einsatz der Stöcke wird der gesamte Stützapparat um 30 Prozent entlastet. Außerdem werden Herz und Kreislauf beansprucht sowie der Stoffwechsel angeregt. Das Verletzungsrisiko dieser Outdoor-Sportart ist minimal.

Schwimmen
Schwimmen macht nicht nur fit und schlank, sondern schont gleichzeitig die Gelenke. Denn im Wasser ist der Mensch nur noch ein Siebtel so schwer wie an Land. Die schöne Folge: Das Wasser trägt den ganzen Körper, man fühlt sich so leicht wie eine Feder. Vor allem Kraul- und Rückenschwimmen fördert nach erfolgter Hüft-Operation die Gesundheit. Brustschwimmen sollte jedoch vermieden werden, da die Froschbewegungen der Beine einen zu starken Druck auf die Prothese ausüben.

Gymnastik
Gymnastik ist weder altmodisch noch langweilig. Immer mehr Sportstudios bieten verschiedenste Formen von Gymnastik an. Das Training wirkt sich positiv auf das Herz-Kreislaufsystem aus, baut Stress ab und stärkt die Muskeln. Zudem verbessert regelmäßige Gymnastik sowohl die Koordinationsfähigkeit als auch die Körperkontrolle. Vorsichtig sollten Menschen mit künstlichem Hüftgelenk bei modernen, sehr dynamischen Gymnastikformen sein, wie zum Beispiel Zumba oder Aerobic. Im Zweifelsfall kann sicher auch der Übungsleiter befragt werden.

Tanzen
Tanzen macht den meisten Menschen Spaß. Die Musik sorgt für gute Laune, seelische Belastungen verschwinden, das Selbstbewusstsein steigt. Außerdem beugt es Krampfadern und Rückenproblemen vor. Es gibt für Menschen nach einer Gelenkersatz-Operation keinen Grund, auf das Tanzen zu verzichten, wenn auch das Gehen schmerzfrei möglich ist. Ausnahme: Sehr schnelle Tänze wie Rock ‘n Roll.

Wandern
Wanderungen in ebenem Gelände sind für Patienten mit einem künstlichen Hüftgelenk durchaus empfehlenswert. Wer gern Bergwanderungen macht, sollte auf gute Wege, keine zu große Steigerung und geeignetes Schuhwerk achten. Ein Wanderstock kann sehr nützlich sein. Oft ist es auch möglich, den Berg hoch zu wandern und zurück mit der Seilbahn zu fahren.

Rudern
Sportwissenschaftler zählen Rudern zu den gesündesten Sportarten. Rudern steigert in erster Linie die Kondition und wirkt aufgrund des komplexen Bewegungsablaufs positiv auf die koordinativen Fähigkeiten. Aber auch alle wichtigen Muskelgruppen wie Bauch, Beine, Rücken oder Arme werden kräftig beansprucht. Damit der Körper vom Rudern optimal profitiert, sollte sich der Sportler die Technik vorher erklären lassen oder in einem Verein trainieren.

Achtung: Immer auf den eigenen Körper hören. Schmerzen sind Warnsignale und dürfen nicht ignoriert werden. Bei Schmerzen besser vorübergehend auf Sport verzichten!

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