(openPR) Wellensittiche stammen ursprünglich aus dem heißen australischen Outback und haben sich dort an ein Leben in Wüstenlandschaften und Trockensavannen angepasst. Obwohl die wilden Verwandten unserer Stubenwellis durch ihr großes Verbreitungsgebiet sowohl heiße Temperaturen als auch große Temperaturschwankungen gewöhnt sind, legen auch sie an den heißesten Stunden des Tages Ruhepausen ein und suchen in schattenspendenden Eukalyptusbäumen Schutz.
Ist Wellensittichen zu warm, legen sie ihr Gefieder eng an und spreizen die Flügel ab. Dieses Verhalten kann an heißen Tagen auch bei unseren domestizierten Wellensittichen beobachtet werden. Reicht das Abspreizen der Flügel zur Kühlung nicht mehr aus, hecheln die Vögel durch den Schnabel, was den gleichen Effekt wie das Schwitzen bei Säugetieren hat. Spätestens wenn ein solches Verhalten bemerkt wird, sollte der Halter für Abkühlung sorgen. Besonders für ältere und kranke Tiere kann die Sommerhitze eine Belastung für den Kreislauf sein. So sollte man beispielsweise bei herzkranken Vögeln die Raumtemperatur im Auge behalten. Räume, die sich im Sommer stark aufheizen, können für solche Wellensittiche zum Problem werden. Hat man als Halter den Eindruck, dass es dem Tier schlecht geht, es beispielsweise stark keucht, sollte man unbedingt für eine kühlere Raumtemperatur sorgen.
Lüften in den meist kühleren Morgen- und Abendstunden erweist sich hier als gutes Mittel. Haben die Vögel ganztägig Freiflug, kann ein Fenster fachmännisch vergittert werden. So ist ein Entfliegen unmöglich und die Wellensittiche können den Wind genießen. Das Fenster muss hierbei durch einen stabilen Rahmen mit Volierendraht oder Edelstahlgitter gesichert werden, da normale Fliegengitter nicht ausreichen. Bei großer Hitze kann so auch nachts gelüftet werden, jedoch sollte man darauf achten, dass die Vögel vor Zugluft geschützt sind.
Zudem können bei starker Sonneneinstrahlung Vorhänge vor die Fenster gezogen oder Jalousien heruntergelassen werden, um eine Beschattung des Raumes zu erreichen. Ausreichend Schattenplätze sollte man übrigens auch in Außenvolieren zur Verfügung stellen. Dort ist Sommerhitze durch die ständige Frischluftzufuhr weniger ein Problem, vor starker Sonneneinstrahlung müssen die gefiederten Bewohner jedoch trotzdem geschützt werden.
Den Vögeln kann zudem ein erfrischendes Vogelbad angeboten werden. Dies kann eine flache Schale mit Wasser und einem Salatblatt als Lockmittel sein oder, als luxuriösere Variante, ein selbstgebauter oder gekaufter Wellipool. Wilde Wellensittiche baden aus Angst vor Beutegreifern recht selten im offenen Wasser, wurden jedoch schon beim Baden in nassem Gras oder Laub beobachtet. Auch manche Stubenwellis verweigern das Baden in einer offenen Wasserschale, während nass aufgehängtes Möhrengrün dagegen gern angenommen wird. Grundsätzlich sollte Wellensittichen - unabhängig von der Zimmertemperatur - ständig sauberes Wasser zur Verfügung stehen. Bei großer Hitze bietet Wasser einen geeigneten Nährboden für Keime und Bakterien. Deshalb ist es sinnvoll, im Sommer das Trinkwasser zweimal am Tag zu wechseln und leicht verderbliches Frischfutter rasch zu entfernen.
Ergreift man bei sommerlichen Temperaturen als Wellensittichhalter diese Maßnahmen, steht einem für Mensch und Tier entspannten Sommer nichts mehr im Weg.












