(openPR) Stuttgart, 10. Mai 2014. Das Gespräch mit der Pressesprecherin von WahlBingo.de, Andrea Schmidt, führen wir selbstverständlich über ein bekanntes Portal als Videokonferenz, man habe leider so viel zu tun. Offensichtlich ist das Team, das hinter dem umstrittenen Portal für den Austausch von Wählerstimmen im Internet steht, auf die große Resonanz nicht vorbereitet und so wirkt das Gespräch etwas gehetzt. Trotzdem lässt sich die Pressesprecherin nicht nehmen, auf die Vorteile für Bürgerinnen und Bürger hinzuweisen. Die Idee basiere im Grunde auf der Erkenntnis, dass bei jeder Wahl viele Tausend Stimmen verloren gingen, die es für die Demokratie zu sichern gelte, so Schmidt. "Wahlunterlagen sind oft viel zu unübersichtlich und die Informationen der Parteien auch. Das nervt viele Menschen zu Recht. Darauf haben wir reagiert."
Juristische Bedenken wischt sie mit einer entschiedenen Geste beiseite. Das seien Fortschrittsverweigerer, die noch gar nicht begriffen hätten, was sich mit dem Internet alles erreichen ließe. Alles sei sei viel einfacher, klarer und verständlicher angelegt, so dass jede und jeder von 16 bis 96 sich an der Kommunalwahl beteiligen könne. Ob sie wirklich glaube, dass Rentner, zum Beispiel der typische Sozialdemokrat, seine Stimme online abgeben würde, statt im Wahllokal. "Ja, sogar ganz sicher. Unsere Statistiken zeigen deutlich, dass nicht nur Erstwähler das Angebot nutzen. Vom Handwerker über die Lehrerin bis zum Vorstandsvorsitzenden ist bei uns alles vertreten – ganz wie im Wahllokal. Nur geht alles viel schneller und leichter."
Letztlich müssen Wählerinnen und Wähler sich ein eigenes Bild von dem Angebot machen und dann entscheiden, ob sie für einen Prozess, der bewusst als geheim angelegt ist, ein Medium nutzen, das sich nach aktuellem Stand der Debatte als höchst unsicher und wenig zuverlässig im Umgang mit persönlichen Daten erwiesen hat. Andererseits müssen wir uns daran gewöhnen, dass zunehmend mehr Lebensbereiche von neuen Medien geprägt sind. Und warum sollte man nicht auch online wählen, wenn man im Netz schließlich auch die Bankgeschäfte erledigt.















