(openPR) Wenn sich vom 20. bis 22. Mai in Köln die Pforten zur ANGA COM, Fachmesse und Kongress für Breitband, Kabel & Satellit öffnen, wird es auch um den Lückenschluss in der Breitbandversorgung innerhalb der europäischen Staaten gehen. Obwohl Deutschland laut Euro-Statistikbehörde Eurostat in den letzten Jahren bei der Breitbandversorgung Boden gut machen konnte, sind es gerade die noch existierenden weißen Flecken, die den Experten Kopfzerbrechen bereiten.
Zielvorgabe: 100 Prozent
Die Bundesregierung setzt mit ihrer Breitbandstrategie ehrgeizige Ziele: Bis 2018 ist eine flächendeckende Versorgung der Haushalte mit Übertragungsraten von mindestens 50 Mbit/s anvisiert. Dieser Herkulesaufgabe müssen sich Netzanbieter aber auch Bund, Länder, Kreise, Städte und Kommunen gleichermaßen stellen. Die Frage ist längst nicht mehr ob ausgebaut wird, sondern wie und wann.
„Es ist nicht zu wenig Zeit, die wir haben, sondern es ist zu viel Zeit, die wir nicht nutzen“, dieser Satz des Philosophen Seneca könnte so manchem Teilnehmer der 8. ITG-Fachtagung „Breitbandversorgung in Deutschland“ rückblickend in den Sinn kommen, wenn er an die kontrovers geführten Debatten zum Breitbandausbau denkt. In Berlin wurde Anfang April sehr intensiv über den richtigen Weg zur flächendeckenden Versorgung Deutschlands mit dem schnellen Internet diskutiert.
Glasfaser & Co.
Doch genau an diesem Punkt scheiden sich die Geister. So setzt das für den Breitbandfragen zuständige Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) weiterhin auf den Technik-Mix aus Lichtwellen- und Kupferleiter sowie LTE-Funktechnologie. Diese Sicht ist jedoch umstritten: Zum einen geht es hierbei um die Frage, ob der Lückenschluss von weißen Flecken im Glasfasernetz durch Funktechnologie und VDSL2-Kupferkabel-Vectoring gleichrangige Ergänzungen darstellen. Zum anderen geht es vor allem aber auch um die Kosten der einzelnen Ausbauvarianten sowie deren Finanzierung. Einigkeit herrscht darüber, dass der flächendeckende Glasfasernetzausbau die kostspieligste Variante ist, um die Aufspaltung des Landes in eine digitale Zweiklassengesellschaft zu verhindern. Über die tatsächlichen Kosten ist man unterschiedlicher Meinung. Je nach zitierter Studie unterscheidet sich der prognostizierten Investitionsbedarf um Milliardenbeträge in zweistelliger Höhe.
Belastbare Daten
Was fehlt sind belastbare Planungsdaten. Ziel muss es sein, möglichst frühzeitig und flächendeckend Kostensimulationen für unterschiedliche Netztechnologien zu liefern, die den Investitionsbedarf für definierte Regionen realitätsnah abschätzen. Hierfür ist es erforderlich, verschiedenste Informationen zusammenzuführen und bereitzustellen. Die Spannbreite reicht dabei von detaillierten Angaben zur vorhandenen Infrastruktur, über sozio-demographische Daten und Geschäftskundendichte, bis hin zur Abbildung von Redundanzen im Netz.
Die relevanten Planungskomponenten über den Raumbezug in Beziehung zu setzen, ist in diesem Kontext eine äußerst effiziente Methode. Als Planungswerkzeug für diese Aufgaben sind Geografische Informationssysteme (GIS) prädestiniert, da sie in der Lage sind, Abhängigkeiten abzubilden und in die Modelle einzubeziehen. Der Einsatz von GIS im Planungsprozess liefert somit die erforderliche Transparenz für begründete Entscheidungen, und zwar von der Grobplanung bis zur Feinplanung.
Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund werden Netzbetreiber, Ausrüster und Behörden auf der ANGA COM in Köln gezielt nach passenden Lösungen Ausschau halten, die den Breitbandausbau effizient vorantreiben. Zu einem Zeitpunkt, zu dem es darum geht, die vermeintlich wirtschaftlich weniger attraktiven Regionen anzubinden, ist Kostentransparenz ein elementarer Faktor. Sowohl für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung der Unternehmen, als auch für eine ausgewogene Entwicklung des Wirtschaftsstandortes Deutschland.













