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Meditation statt Medikation?

13.05.201418:31 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung

(openPR) Ob als Therapie bei Depression, um Stress abzubauen oder gar als Anti-Aging für das Gehirn – Meditation erscheint derzeit als wahres Wundermittel. „Im Moment ist Meditation so etwas wie ein Breitbandantibiotikum“, bringt es Hirnforscher Ulrich Ott auf den Punkt. Doch bis heute bleiben viele Fragen offen, obwohl sich über 3000 Studien mit dem Schlagwort Meditation in der PubMed-Datenbank finden lassen. Eines ist jedoch dank bildgebender Verfahren erwiesen: Regelmäßiges Meditieren hinterlässt deutliche Spuren im Gehirn. Über die verblüffenden Effekte berichtet das Onlineportal www.dasgehirn.info im Mai. Unterstützt wird die Redaktion von zwei bekannten deutschen Neurowissenschaftlern.



Atmen, aufrecht sitzen und die Aufmerksamkeit bewusst lenken: Meditation hat wenig mit dem oft äußerlich wahrgenommenen „Nichtstun“ zu tun. Hirnforscher verstehen es vielmehr als mentales Training. Geeignete Meditationstechniken verändern Hirnstruktur, Denkmuster und das Verhalten. Infolgedessen lernt man, seine Emotionen besser zu kontrollieren, sich zu konzentrieren und die Empfindungen des eigenen Körpers zu beobachten. Dadurch lässt sich beispielsweise Stress abbauen, Schmerz mildern und das eigene Wohlbefinden steigern. Sogar Angsterkrankungen werden durch Achtsamkeitsmeditation gelindert. Zu diesem Ergebnis gelangt die Neurowissenschaftlerin Britta Hölzel in einer eigenen Studie zur Mindfulness-Based Stress Reduction (MBSR): „Die Wirkung scheint von einem bewussten Wahrnehmen der Angst herzurühren.“ Herkömmliche Therapien setzen stattdessen auf Angstunterdrückung. Meditation sei damit ähnlich gut wie Psychotherapien und Tabletten, so Stefan Schmidt, Psychologe der Universität in Freiburg. Allerdings findet sich auch ein Wermutstropfen: Wenn man aufhört zu meditieren, dann verschwinden die positiven Effekte auf das Gehirn wieder.

Meditation als Jungbrunnen für das Gehirn?
Die Denkzentrale baut in ihren reifen Jahren ab. Davon ist besonders die fluide Intelligenz betroffen. Je mehr diese nachlässt, desto schwerer fällt beispielsweise das Lösen von neuen Problemen. Wer hingegen meditiert, hilft offensichtlich, den Alterungsprozess des Gehirns zu verlangsamen. Darauf weisen unter anderem Ergebnisse einer aktuellen deutsch-amerikanischen Studie hin, die Meditierende mit Nichtpraktikern vergleicht. Ähnliche Befunde fanden auch weitere Forschungsgruppen, wie die Forscher um die Neurowissenschaftlerin Sara van Leeuwen von der Universität Frankfurt. Bereits 2009 schrieben sie, dass ältere Meditationsprofis in einem Aufmerksamkeitstest mühelos junge Studenten übertrafen. Zudem wird ein achtsamer Lebensstil als wichtiges Element der Prävention von Alzheimer-Demenz vorgeschlagen, merkt Meditationsforscher Ulrich Ott in seinem Artikel für www.dasgehirn.info an.

Interessanter Fakt: Die meisten Meditationsforscher meditieren selbst. Sie halten ihren Kritikern entgegen, dass es schwer sei, eine geistige Praxis zu begreifen, mit der man noch nie in Berührung gekommen ist. „Das wäre, als sollte ich erzählen, wie Schokolade schmeckt, ohne dass ich sie je gegessen hätte“, sagt Stefan Schmidt.

Alle Texte finden sich unter http://dasgehirn.info/handeln/meditation/

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