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Nachhaltige Geldanlagen: Produktgeber wollen es billig

(openPR) Der Markt der nachhaltigen Geldanlagen ist im Wachstum wie die aktuellen Marktdaten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Über die konkrete Wirkung dieser Geldanlagen auf die Realwirtschaft herrscht in der Branche jedoch nicht nur Optimismus.



Für Volker Weber, Vorstandsvorsitzender des Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG), hat sich in den vergangenen Jahren ziemlich viel getan. „Wir haben zur heutigen Präsentation des Marktberichts Nachhaltige Geldanlagen 2014 über 100 Anmeldungen. Das ist ein Rekord. Vor wenigen Jahren noch präsentierte das FNG seine Zahlen vor zwei Interessierten“, sagte Weber anlässlich der diesjährigen und damit zum 9. Mal stattfindenden Präsentation der Marktdaten am 7-. Mai in Berlin. Insgesamt setzte sich der Trend der letzten Jahre fort. Das Volumen der nachhaltigen Geldanlagen in Deutschland, Österreich und der Schweiz umfasst 2013 insgesamt 134,5 Milliarden Euro. Das entspricht im Vergleich zu 2012 ein Zuwachs von zwölf Prozent. Deutschland kommt dabei auf 79,9 Milliarden Euro. Von diesen 79,9 Milliarden entfallen 49,0 Milliarden auf Kundeneinlagen und Eigenanlagen, 18,2 Milliarden auf Mandate und 12,7 Milliarden Euro auf Investmentfonds. In die deutschen Zahlen flossen nur die Produkte ein, die auch von Deutschland aus gemanagt werden.

Waffen Top-Ausschlusskriterium

Bei den Anlagestrategien ist der Ausschluss von bestimmten Unternehmen und Branchen wieder die wichtigste Anlagestrategie in Deutschland. Bei rund 25 Milliarden findet diese Strategie Anwendung. Auf Platz zwei rangiert der Best-in-Class-Ansatz und auf drei die Integration. Integration meint die explizite Einbeziehung von sozialen, ethischen und ökologischen Risiken, sowie ESG-Kriterien in die traditionelle Finanzanalyse. ESG steht für Environmental, Social and Governance, also Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung. Bei den Top Ten der Ausschlusskriterien (siehe Tabelle) liegen Waffen (Handel und Produktion) mit 17,5 Prozent an der Spitze. Der Ausschluss der Waffenindustrie seitens der Finanzdienstleister, denn deren Angaben (79 insgesamt) flossen in den Marktbericht ein, deckt sich mit den Wünschen von Anlegern. Denn laut der ecostamp-Umfrage steht auch der Ausschluss der Waffen- und Rüstungsindustrie mit über 50 Prozent an der Spitze bei den sozialen und ethischen Ausschlusskriterien. In Österreich stellt sich die Top Ten etwas anders dar (siehe Tabelle). Auch hier führen zwar Waffen, aber auf Rang zwei liegt Kernkraft und Tabak. In der Schweiz (siehe Tabelle) schaffte es erstmalig embryonale Stammzellenforschung in die Top Ten der Ausschlusskriterien.

Diskussion über Wirkung nachhaltiger Geldanlagen

Im Anschluss an die Präsentation folgte eine Diskussion mit Jürgen Matern, Leiter Nachhaltigkeit & Regulierung bei der Metro Group, Antje Schneeweiß, Wissenschaftliche Mitarbeiterin bei Südwind, Florian Sommer, Senior Strategist Sustainability bei Union Investment, Silke Stremlau, Leiterin Nachhaltiges Investment bei imug, Rolf Häßler, Director und Head of Corporate Communications bei oekom research und Volker Weber, Vorstandsvorsitzender FNG. Anfänglich diskutierten die Teilnehmer über die Wirkung nachhaltiger Investoren auf die Unternehmen. Dabei berichtete Stremlau von imug über einen kirchlichen Investor, der einen großen Automobilkonzern dafür kritisierte, Dieselaggregatoren für französische U-Boote herzustellen. Es habe dann tatsächlich ein Dialog zwischen Autobauer und Investor stattgefunden, zumal diese Sparte beim Autobauer nur 0,03 Prozent des Umsatz ausmachte. Der Investor drängte den Konzern darauf, den Auftrag einzustellen. Auf die Frage der Moderatorin Susanne Bergius, ob denn der Dialog dazu führte, dass sich der Autobauer von diesem Geschäft getrennt hat, lenkte Stremlau ein: „Er ist dabei, sich zu trennen.“ Der direkte Einfluss von nachhaltig orientierte Investoren auf Unternehmen sei nicht überzubewerten. Es sei denn, es handelt sich um solche Giganten wie den norwegischen Pensionsfonds (Government Pension Fund – Global), dem größten Staatsfonds der Welt, wie Jürgen Matern von der Metro zu berichten wusste: „Mir standen einst 17 Analysten des norwegischen Pensionsfonds gegenüber und die wollten ganz konkret wissen, was wir als Metro von unseren Nachhaltigkeitsvorhaben auf die Schiene gebracht haben.“ Insgesamt räumte jedoch Matern ein, dass Investoren ein zusätzlicher Motor für nachhaltige Entwicklung sein können, aber mehr noch von Kunden ausgehe. Eine Einschätzung, die sich mit den Studienergebnisse von Antje Schneeweiß vom Südwind-Institut deckt. Laut ihrer Studie sind der Hauptantrieb für nachhaltiges Agieren auf Seiten der Unternehmen die Kunden und die Gesetzgebung.

Nicht nur Lobpudelei

Nicht nur angesichts der verheerenden Fabrikkatastrophe in Bangladesch vor einem Jahr sei angesichts der Wirkungsweisen nachhaltiger Geldanlagen auf die Realwirtschaft ausschließlich nur Lobpudelei angesagt. „Hat sich wirklich was verändert hinsichtlich Klimaerwärmung, Menschenrechte und Arbeitsbedingungen“, fragt Stremlau. „Produktgeber wollen nicht die Welt verändern.“ Denn eine detaillierte Überprüfung insbesondere der Waren- und Zulieferkette auf Nachhaltigkeit ist aufwändig und teuer. „Produktgeber wollen es aber billig. Die wollen es grün anstreichen und ein hellgrünes Produkt in ihre Palette aufnehmen“, so Stremlau. So legten nur sehr wenige europäische Banken ihre Eigenanlagen nach Nachhaltigkeitskriterien an. Die meisten nehmen lediglich einen Nachhaltigkeitsfonds in ihre Produktpalette auf, den der Bankberater vor Ort dann aber oftmals nicht mal kenne.

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