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Harte Kritik an Rio+20

(openPR) Wenngleich zum Zeitpunkt der Jahreskonferenz des Rates für Nachhaltige Entwicklung der Erdgipfel Rio+20 schon ein paar Tage vorüber war, bestimmte das Thema immer noch die Debatten. "Die Ergebnisse von Rio+20 blieben hinter dem zurück, was notwendig gewesen wäre", erklärte Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrer Rede. Zudem sei eine rein quantitative Sichtweise des Wachstums zu kurz gefasst und eine qualitative Sichtweise greife sich immer mehr Raum. Es gebe in puncto Nachhaltigkeit national wie international noch viel zu tun. So bemängelte die Kanzlerin, dass weltweit nur 1 Prozent der Meere unter Schutz gestellt sind. Ein Prozent sei zwar besser als gar nichts, aber "nicht-Handeln ist immer teurer als Handeln und daher keine Option". So ist auch die Energiewende hierzulande ein Beispiel für andere Länder und Teil der Bringschuld gegenüber Ländern, die erst am Anfang ihrer Industrialisierung stehen. "Das Duell" Entwicklungs- und Schwellenländer versus Industrieländer beherrschte auch die Eingangsdiskussion. So habe Europa sich nicht entscheidend durchsetzen können und die Entwicklungs- und Schwellenländer, allen voran die BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien und China) an Einfluss gewonnen. Eine Entwicklung, die nicht weiter verwunderlich erscheint angesichts der Tatsache, dass Europa derzeit nur noch knapp 10 Prozent der Weltbevölkerung ausmacht. Tendenz sinkend. Auch Puma-Chef Jochen Zeitz ist eher skeptisch: "Wenn ich 20 Jahre brauchen würde, um nur Aufgaben zu definieren, wäre ich in der Wirtschaft schon nach 12 Monaten abgewählt worden." Olaf Tschimpke, Präsident des Naturschutzbundes Deutschland (NABU), sieht in den Abschlussdokument entwicklungspolitisch ein paar Fenster, die genutzt werden müssen, um die Probleme zu lösen, aber umweltpolitisch ist das Ergebnis schwach. "Ich bin allerdings nicht sonderlich frustriert, wenn man so lange wie ich Umweltpolitik macht, ist man durch nichts mehr zu frustrieren." Nicht frustriert, aber sehr enttäuscht waren hingegen der Vertreter aus Ecuador, der sich auf dem Abschlusspanel eine lebhafte Debatte mit Dr. Karsten Sach, Unterabteilungsleiter Klimaschutz des Bundesumweltministeriums, der für den verhinderten Minister Peter Altmaier einsprang, lieferte. Alberto Acosta, ehemaliger Energieminister von Ecuador, sieht in dem Begriff "grüne Wirtschaft" (green economy) kein Umdenken und kein in Frage stellen des derzeitigen Wirtschaftssystems. "Die grüne Wirtschaft ist für uns eher ein grüner Anstrich der Fassade und das einzig grüne dabei ist die Farbe des Dollars", wetterte Acosta. Es fände kein Paradigmenwechsel statt, die Natur wird weiterhin als Supermarkt betrachtet und im Gegenteil das Abschlussdokument enthalte sogar weitere Möglichkeiten die Kommerzialisierung der Natur voranzutreiben. Das kapitalistische System erweitere seinen Wirkungskreis und es gäbe weiterhin den Vorrang des Kapitals vor dem Mensch und der Natur. Jeder trage Verantwortung für Zukunft unserer Erde, aber die reichen Ländern müssten mehr zum Erhalt beitragen als arme. Sach wollte "das System als solches nicht in Frage stellen", aber es sei wichtig, der Natur einen Wert zu geben. Zwar läge beispielsweise beim Thema Emissionshandel noch vieles im Argen, aber im Prinzip ist dies der richtige Weg und das richtige Instrumentarium.



Greenwashing bei nachhaltigen Geldanlagen wenig diskutiert

Bei der Jahreskonferenz war der Rio-Gipfel zwar das beherrschende, aber natürlich nicht das alleinige Thema. Im Forum "Kapitalbeschaffung für nachhaltiges Wirtschaften. Wie Nachhaltigkeit zur allgemeinen Orientierung der Kapitalmärkte wird" fand die starke Zunahme des Interesses institutioneller Investoren an nachhaltigen Geldanlagen (http:///www.ecostamp.de/) besondere Beachtung. Dessen weniger fand das Thema Greenwashing, was natürlich auch bei nachhaltigen Geldanlagen ein selbiges ist. Podiumsdiskussionsteilnehmer Michel Doucin, Botschafter für Bioethik und Corporate Social Responsibility (CSR), appellierte dabei auch an Nichtregierungsorganisationen (NGOs). "So wie in anderen Branchen der Druck für Veränderungen oftmals von NGOs ausgeht, müsse dies auch in der Finanzindustrie geschehen." Und Marleen Janssen Groesbeek von der niederländischen Stiftung Eumedion, verwies auf die seitens der Produktanbieter oft gehörte Klage, dass man ja nicht genau wisse, was die nachhaltigen Anleger eigentlich wollen. "Das ist der falsche Weg. Man sollte erst nach innen schauen und die Unternehmenspolitik von innen verändern."

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