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Der Europäische Stör – ein sanfter Riese kehrt zurück

29.04.201416:24 UhrEnergie & Umwelt

(openPR) Bahnitz: Etwa 250 junge Europäische Störe werden am 30. April 2014 gegen 10.00 Uhr im Rahmen eines Wiederansiedlungsprojektes in die Freiheit entlassen. Unterhalb des Havelwehres bei Bahnitz (Milower Land) werden sie durch Vertreter aus Politik, Verbänden und Behörden ausgesetzt. Viele der Beteiligten übernehmen zugleich symbolisch die Patenschaft für einen der markierten Jungstöre und verdeutlichten dadurch ihre Unterstützung für die Rückkehr des Störs.



Er ist ein Erfolgsmodell der Evolution und wirkt wie ein lebendes Fossil. Seine Vorfahren teilten sich schon vor 200 Millionen Jahren die Erde mit den Sauriern (und überlebten diese). Mit bis zu 5,4 m Länge und einem Gewicht bis 800 kg war der Europäische Stör der größte Fisch in unseren heimischen Gewässern. Havel und Spree zählten vor 150 Jahren noch zu seinem natürlichen Verbreitungsgebiet. Hier befanden sich Laichgründe und damit das „Schlafzimmer“, in dem aus der Nordsee kommende Störe für Nachwuchs sorgten.

Noch im Jahr 1868 wurde an der Kurfürstenbrücke in Berlin ein Stör mit mehr als 2 Metern Körperlänge gefangen. Vom Unterlauf der Havel gab es bis ins frühe 20. Jahrhundert einzelne Fangmeldungen. Danach verschwanden die sanften Riesen. Wasserverschmutzung, Gewässerausbau und Stauwehre versperrten den Weg in ihr „Schlafzimmer“. Heute gilt der Atlantische Stör in Deutschland als ausgestorben. Aber das soll nicht so bleiben!

Wissenschaftler am Leibniz-Institut für Binnenfischerei und Gewässerökologie in Berlin haben in Kooperation mit dem französischen Institut für Umweltforschung (Irstea) ein Nachzuchtprogramm mit Elterntieren aus der letzten wildlebenden Population des Europäischen Störs in Frankreich aufgelegt. Die Arbeiten sind Teil eines umfassenden Projektes der Gesellschaft zur Rettung des Störs e.V. und ihrer Partner, um den Stör wieder in seine angestammten Lebensräumen zurück zu bringen. Seit 2008 wurden zu diesem Zweck rund 12.500 kleine Störkinder in Havel und Elbe ausgewildert. Sie wandern flussabwärts und erobern später die Nordsee und Teile des Atlantischen Ozeans.

Im Alter von 12 bis 20 Jahren werden die Störe geschlechtsreif und es zieht sie instinktiv zurück in ihre inzwischen wieder wohnliche Kinderstube. Strenge Umweltauflagen führten zu einer drastischen Verbesserung der Wasserqualität in der Elbe und ihren Nebenflüssen. Am Elbewehr in Geesthacht ermöglicht eine der modernsten Fischtreppen Europas auch den großen Stören den Aufstieg. Aber schon im Mündungsbereich der Havel ist Schluss. Die Schleusen bei Gnevsdorf bzw. Quitzöbel wären gegenwärtig noch die Endstation für mögliche Heimkehrer. In der Unterhavel reihen sich insgesamt 10 solcher für Störe noch unüberwindbaren Bauwerke auf und verhindern die Rückkehr der Störe in die Spree.

In einem gemeinsamen Positionspapier haben sich Brandenburg, Berlin und Sachsen-Anhalt kürzlich gegenüber dem Bund zu ihrer Verantwortung für den Europäischen Stör bekannt. Ein wichtiger Schritt, um auch den Bund mit ins Boot zu holen. Zur Wiederherstellung der Durchwanderbarkeit von Havel und Spree gemäß der EU-Wasserrahmen-Richtlinie sind erhebliche Investitionen nötig. Am Ende werden davon neben dem Stör auch andere typische Fluss- und Wanderfischarten wie der Atlantische Lachs, das Flussneunauge oder der Nordseeschnäpel, die in der Havel heimisch waren, profitieren und zu einer typischen, vielfältigen Fischartengemeinschaft beitragen.

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