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Scheinheilige Empörung

03.04.201417:01 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: Scheinheilige Empörung
Unbedingtes individuelles Grundeinkommen ..., ISBN 978-3-943788-18-1, eBook, 79 S., 9,95 Euro
Unbedingtes individuelles Grundeinkommen ..., ISBN 978-3-943788-18-1, eBook, 79 S., 9,95 Euro

(openPR) Die Piloten der Lufthansa können sich – im Gegensatz zu vielen anderen Arbeitnehmern in Deutschland – bestimmt nicht über schlechte Bezahlung und unwürdige Arbeitsbedingungen beklagen. An ihren Besitzständen möchten sie jedoch festhalten und dafür kämpfen sie. Scheinheilige Empörung gegen solche Machtdemonstrationen von Kleingewerkschaften ist vollkommen unangebracht.



Während zum Beispiel Vorstände und Aufsichtsräte großer Aktiengesellschaften sich ganz legal und ohne gewerkschaftliche Macht dazu bemühen zu müssen bereichern können – das zeigt die Vervielfachung ihrer Bezüge in den letzten 15-20 Jahren – müssen Millionen Beschäftigte im gleichen Zeitraum mit stagnierenden und sogar sinkenden Einkommen leben. Der Grund für dieses eklatante Ungleichgewicht der Einkommensentwicklung ist einfach: Die Politiker wollen es so, weil sie selbst – siehe das Beispiel Pofalla – und ihre Klientele davon profitieren können. Viele von ihnen haben vermutlich auch die von der Wirtschaftslobby immer wieder in unterschiedlicher Verklausulierung gebetsmühlenartig wiederholte Parole (z.B. „Mindestlöhne kosten Arbeitsplätze“, „nur Lohnverzicht rettet die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie“) so verinnerlicht, daß sie fest glauben: Reichtum für wenige kann nur durch Ausbeutung vieler erreicht und ständig weiter gesteigert werden.

Die Lufthansa-Piloten beweisen eindrücklich nichts anderes als daß die Mächtigen nur mit Gegenmacht in die Schranken gewiesen werden können. Ein unbequemes Lehrstück für die vielen tausend unschuldigen Betroffenen Passagiere, aber in der gegenwärtigen Verfassung unserer Gesellschaft unvermeidlich. Davon lernen sollten aber vor allem diejenigen, die bisher von den Mächtigen einfach beiseite geschoben oder an die Wand gedrückt werden. „Im Beutekapitalismus ist sich jeder notgedrungen selbst der Nächste. Wer das ändern will, muß die Regeln ändern, nach denen die gemeinsame Beute in Gestalt des Bruttosozialprodukts verteilt wird“, rät Prof. Querulix im Volksmund.

Die Gewerkschaften haben diese Erkenntnis leider seit langem verdrängt. Vielleicht deshalb, weil ihre Führungskräfte „politische Verpflichtungen“ haben, selbst in gutbezahlten Aufsichtsräten sitzen und vom „System“ profitieren. Vielleicht auch deshalb, weil Gewerkschaften immer mehr nur noch die bessergestellten Arbeitnehmer zu ihren Mitgliedern zählen, sodaß sich die Funktionäre für die steigende Zahl der „Underdogs“ in der Arbeitswelt nicht mehr verantwortlich fühlen. Und diese bedauernswerten „Fußabstreifer“ des brutalen, menschenverachtenden Beutekapitalismus sind zur Organisation ihrer Interessen und zur politischen Machtausübung offensichtlich (noch) nicht fähig.

So fällt derzeit die Gesellschaft immer weiter auseinander: einerseits stopfen sich die Privilegierten die Taschen bis zum Bersten voll, andererseits wächst ein Proletariat, das tatsächlich nicht mehr zu verlieren hat als sein zum Nutzen anderer ausgebeutetes Leben.

Wenn unsere Gesellschaft eine Zukunft in Frieden und Freiheit haben soll, müssen die Spielregeln tatsächlich geändert werden, und zwar ziemlich rasch und konsequent. Wer sein Leben nutzen möchte, um so viele Reichtümer zusammenzuraffen wie nur möglich, soll es gern tun. Aber er soll es nicht auf Kosten und zu Lasten seiner Mitmenschen tun. In einer Demokratie, in der die Bürgerinnen und Bürger ihre Vertreter in die Exekutivgewalt wählen und mit Privilegien ausstatten, muß ohne Wenn und Aber der Primat des Allgemeinwohls gelten. Es muß klar sein, daß alles Wirtschaften den Menschen zu dienen hat und nicht umgekehrt die Menschen gegen ihre Interessen den Zwecken der Wirtschaft bzw. derer, die über die Wirtschaft verfügen dienstbar gemacht werden. An den Ergebnissen der Wirtschaftstätigkeit müssen alle Mitbürgerinnen und Mitbürger angemessen beteiligt werden. Die Verteilung darf nicht von ihrer Nähe oder ihrer Zugehörigkeit zur polit-ökonomischen Herrscherklasse oder ihrer Fähigkeit, Macht auszuüben, beeinflußt werden.

Ein wichtiger Schritt in diese Richtung könnte ein individuelles unbedingtes Grundeinkommen sein. In einer Abhandlung mit diesem Titel erörtert der Verfasser, unterlegt mit Zahlen, wie eine gerechtere, auch volkswirtschaftlich gesündere, sozial stabilere und die Öffentlichen Kassen schonendere Einkommenssicherung einschließlich Altersversorgung sowie Versorgung im Krankheits- und Pflegefall für alle Mitbürgerinnen und Mitbürger geschaffen werden könnte. Er weist darauf hin, daß dadurch zusätzliche weitere Vorteile – wie z.B. eine stabilere Binnennachfrage, hohe Einsparungen im Bereich der Arbeitslosenverwaltung und Sozialversorgung – erreicht würden. Die vorgeschlagenen Reformen sind ebenso radikal wie zukunftsweisend. Deshalb verursachen sie nicht nur den Profiteuren des Status quo Unbehagen, sondern auch den Millionen, die nicht in der Lage sind, den großen Nutzen zu erkennen, die dadurch der Gesellschaft, dem Staat und der Wirtschaft entständen. Die polit-ökonomische Herrscherklasse hat es deshalb leicht, weiterhin ihr eigenes Wohl auf Kosten der Bevölkerungsmehrheit zu fördern, die sich immer weiter auftürmenden großen Probleme unseres Landes vor sich herzuschieben, und die Kosten und Lasten dieser unverantwortlichen Verhaltens denen zuzuschieben, die sich nicht wehren (können).

Die erwähnte Studie ist als eBook (ISBN 978-3-943788-18-1) beim eVerlag READ – Rüdenauer Edition Autor Digital und in allen guten (Internet-)Buchhandlungen für 9,95 Euro erhältlich.

„Nicht rational gesteuerte Suche nach besseren Lösungen für die Probleme der Menschheit und vernünftige Kooperation zu deren Verwirklichung hat bisher über das Schicksal der Völker entschieden, sondern allein aus der Motivation des Eigennutzes gespeiste Macht und Willkür“, lesen wir bei Prof. Querulix. Wer etwas erreichen will, muß unter den gegebenen Umständen nach diesen Regeln spielen – wie eben auch der Vorstand der Lufthansa und die Piloten der Lufthansa.

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