(openPR) Leipzig, 24.03.2014 - Neue Ausstellung in der ARTAe Galerie Leipzig.
„Es geht darum, sich genußvoll dem Sein hinzugeben und die Dinge entspannt zu betrachten.“ Priska Streit, 2014
Meschke und Streit sind sensible Beobachter der Wirklichkeit. Aus diesen präzisen Beobachtungen des Alltags heraus, schöpfen beide ihre einzigartige und überzeugende Motivwelt. Sie schaffen Bildzeichen, die uns sofort vertraut vorkommen. Blitzschnell werden ein Mann mittleren Alters in blauer Hose, mit schwarzer Brille, blonden Haaren und weissen Taubenflügel im Hobby-Ornithologen
erkannt. Ebenso der Fisch im geschnürten Tuch von Ilka Meschke. Obwohl beide aus Alltagssequenzen entstanden, sind sie doch surreal, bzw. verweisen als Symbol in eine andere Welt und zwar eine Welt der Erinnerung und Phantasie.
Der Hobby-Ornithologe sitzt ohne Fernglas, einem Vogel gleich, barfuß auf einer Holzstange und lächelt vergnüngt. Trotz seiner nicht gerade sportlichen Figur, sitzt er in der Hocke und dreht seinen Oberkörper in Richtung des Betrachters. Der Glanz der Oberfläche und natürlich die Nacktheit betonen seine körperliche Erscheinung. Ja, man nimmt dieser Figur die Haltung, die Leidenschaft für das frühmorgenstündliche Beobachten exotischer Vögel ab. Die Taubenflügel assoziieren Engelsflügel und verleihen der Figur Leichtigkeit und beinahe eine Heiligkeit.
Meschkes Fisch baumelt die Balance haltend in einem geknüpften einfachen Tuch. Der Moment des gerade frisch gefangenen Fisches und dem damit verbundenen Glücksgefühl wird hier festgehalten. Der Fisch war als IchThYS-Symbol ein Erkennungs- und Geheimzeichen der ersten Urchristen, tauchte in Wandmalereien auf und symbolisiert zugleich die biblische Geschichte der Speisung der Fünftausend,
die durch die wundersame Vermehrung von fünf Broten und zwei Fischen satt wurden. Gestisch und pastos aufgetragen, virtuos geformt, lässt Meschke ihre Motive sprechen und führt den Betrachter in barocke Stilleben, zeigt apokalyptische bei Nacht brennende Häuser und feiert die Aktmalerei in einer Weise, dass man versteht: Hier geht es um eine lebendige Malerei.
Ausstellungsort: Galerie ARTAe, Gohliser Straße 3, 1. OG, 04105 Leipzig
Ausstellungsdauer: 04.04. - 17.05.2014
Eröffnung: Freitag, 04.04.2014 von 18 bis 22 Uhr
Sabine Aichele-Elsner, Leipzig 2014













