(openPR) Die Errichtung von Brücken und Eisenbahntrassen stellt immer ein Großprojekt dar. So ist wenig verwunderlich, dass ein Neubau nur bei absoluter Notwendigkeit erfolgt. Viele dieser Bauwerke wurden daher zuletzt nach ihrer Zerstörung im Anschluss an den zweiten Weltkrieg errichtet oder saniert, besonders im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen. Einige Brücken sind sogar noch älter, und können nahezu als historisch bezeichnet werden. So befindet sich beispielsweise die Eisenbahnbrücke Nied in Franfurt am Main seit nunmehr 175 Jahren in Betrieb. Abgesehen von der natürlichen Verwitterung durch Sonne, Frost, Nässe und Pflanzen, sind sie längst nicht mehr für das hohe Verkehrsaufkommen heutzutage geeignet, ebenso wenig für die große Belastung der immer schneller fahrenden Züge.
Daher häufen sich in den letzten Jahren die Nachrichtenmeldungen über marode Zustände der betreffenden Bauwerke. Die vorgeschriebene, regelmäßige Überwachung und Überprüfung von Brücken, sowie Ingenieurbauwerken im Allgemeinen nach der Norm DIN 1076 fördert immer neue Schäden zu Tage. Längst warnen Experten davor, dass viele von ihnen nur noch eingeschränkte Sicherheit bieten können, und dringend einer Renovierung bedürfen, oder, in schwereren Fällen, abgerissen und vollständig neu errichtet werden müssten. Teilweise finden sich Risse in der Bausubstanz, bröckelnde Fundamente oder Rost in beängstigen Ausmaßen. Doch obwohl den Ländern und Kommunen die bedenklichen Zustände und ihre Folgen – im schlimmsten Fall bis hin zu Einstürzen oder Entgleisungen - bekannt sind, geschieht bislang wenig. Wenn überhaupt, wissen sich die Verantwortlichen höchstens mit Verkehrsbeschränkungen und Geschwindigkeitsbegrenzungen zu helfen.
Ursächlich ist, wie so häufig, das fehlende Geld. Egal ob Bund, Land, Kommune oder die Deutsche Bahn für ein derart gefährdetes Bauwerk zuständig ist, die nötigen Gelder hat niemand übrig, denn solche Baumaßnahmen sind sehr kostspielig. Besonders wenn, wie im Fall einiger Brücken, auch der Denkmalschutz beachtet werden muss. Daher fehlt fast überall ein konkreter (Finanz-)Plan, um den Kosten und dem logistischen Aufwand der Großbauvorhaben Herr zu werden, so dass es unwahrscheinlich ist, dass diese in kurzer Zeit umgesetzt werden können.
Sollte dies doch geschehen, stehen die betroffenen Städte und Gemeinden vor neuen Problemen, denn aufgrund der notwendigen Sperrungen werden sie mit großen Verkehrsstaus rechnen müssen. Viele der Strecken sind dicht frequentiert, so dass, wie beispielsweise bei einer Sperrung einer oder mehrerer Rheinbrücken in Köln, ein regelrechter Kollaps droht. Das gilt insbesondere für solche Abschnitte, die schwer oder gar nicht zu umgehen sind, wie die dortige Hohenzollernbrücke, über die der Hauptbahnhof der Millionenstadt angefahren wird. Ebendort wird nun versucht dem Chaos mit Teilsperrungen und Renovierungen abschnittsweise Herr zu werden. Ob das überall möglich ist oder die Verantwortlichen andernorts zu lange warten und ernsthafte Unfälle riskieren, wird sich in Zukunft zeigen.












