(openPR) Jeder kennt das: kurz nach Ablauf der Garantie geht die Waschmaschine oder der Drucker kaputt. Eine Reparatur lohnt sich nicht oder ist gar nicht erst möglich. Kalkuliert und absichtlich sorgen die Hersteller dafür, dass ihre Produkte frühzeitig kaputt gehen, damit Verbraucher mehr konsumieren. Geplanter Verschleiß nennt sich dieses Massenphänomen, das Müllberge produziert, Ressourcen verschlingt und den Verbraucher etwa 110 Euro pro Monat kostet.
Am 24. März erscheint das Buch „Geplanter Verschleiß. Wie die Industrie uns zu immer mehr und immer schnellerem Konsum antreibt – und wie wir uns dagegen wehren können.“ Europa Verlag Berlin von Christian Kreiß. Zum ersten Mal systematisiert und analysiert ein Wissenschaftler dieses Phänomen und zeigt, dass Geplanter Verschleiß ein weit verbreitetes Absatzinstrument großer Konzerne ist und in vielen Wirtschaftszweigen angewendet wird. Als Kreiß mit Stefan Schridde 2013 das Gutachten zur geplanten Obsoleszenz im Auftrag der Bundestagsgrünen veröffentlichte, verursachte dies einen enormen Medienrummel, der die Empörung weiter Kreise in der Bevölkerung widerspiegelte
Diese moralisch fragwürdige Methode der Verbrauchertäuschung und des Kundenbetrugs schadet den Menschen, der Gesellschaft und der Umwelt auf allen Ebenen. Eine Schlüsselrolle spielen intransparente Märkte und verschleiernde Werbung. Nutznießer ist die kleine Gruppe der Eigentümer von Großkonzernen, die durch die internationalen rechtlichen Rahmenbedingungen begünstigt ist.
Der Volkswirtschaftler Kreiß fordert u.a. konkrete Gesetze zur Verbesserung der Haltbarkeit und Reparierbarkeit von Produkten und Abgaben auf Großvermögen sowie die Einführung eines anderen Geldsystems. Er prangert aber auch die Käuflichkeit von Politikern, Medien und Wissenschaft an. Schließlich, und das ist vermutlich langfristig das Wichtigste, appelliert er an die Verantwortung jedes Einzelnen , seinen individuellen Beitrag auf dem Weg in eine menschlichere Gesellschaft zu leisten.
Christian Kreiß unterrichtet seit 2002 als Professor an der Hochschule Aalen Finanzierung und Wirtschaftspolitik. Er ist ein gefragter Vortragsredner zur aktuellen Finanzkrise, zu geplantem Verschleiß und Wegen in eine menschengerechte Wirtschaft.
Weitere Informationen unter www.menschengerechtewirtschaft.de.











