(openPR) Der Kirchheimer Konzertwinter lädt zu einem besonderen Lautenlieder-Recital am Sonntag, den 16. Februar 2014 um 17.00 Uhr in die Protestantische Kirche in Kirchheim an der Weinstraße ein. Countertenor Franz Vitzthum und Lautenist Julian Behr schlagen in ihrem Programm einen Bogen über 250 Jahre europäische Musikgeschichte, mit der Reformation beginnend über die Renaissance bis hin zur frühen Barockmusik, die heute oft zu Unrecht in Vergessenheit geraten ist.
Einer der exzellenten Vertreter der jüngeren Generation von Countertenören ist Franz Vitzthum. Seine Stimme bezeichnete NDR-Kultur als „eine großartige Entdeckung. Nur wenige Countertenöre verfügen über ein so geschmeidiges, angenehmes Timbre, eine so leichte Höhe und eine so tiefe Musikalität.“ Der ehemalige Regensburger Domspatz studierte bei Kai Wessel in Köln und ist ein gern gesehener Gast bei renommierten Festivals und in Opernproduktionen. Er arbeitete mit bedeutenden Dirigenten der historischen Aufführungspraxis zusammen wie Nicolas McGegan, Hermann Max, Marcus Creed, Christoph Poppen, Peter Neumann und Philippe Herreweghe.
Julian Behr ist in Kirchheim durch sein filigranes Lautenspiel als einfühlsamer Begleiter von Sette Voci noch in bester Erinnerung. Er studierte u.a. an der Schmiede für Alte Musik, der Schola Cantorum Basiliensis, und ist solistisch bei Festivals in ganz Europa tätig. Als Begleiter u.a. von Andreas Scholl war er in der Wigmore Hall in London und auf der Schubertiade in Schwarzenberg zu hören.
Die 1645 während des Dreißigjährigen Krieges entstandene Komposition „Ach Gott!“ von Johann Hildebrand stand Pate für das Recital. Vielfältig und vielseitig, wie Europa damals war, dies spiegelt sich in dem Programm von Vitzthum und Behr wider. Aus verschiedensten Sammlungen haben sie wahre Schätze ausgegraben und laden ein, unbekannte Gefilde zu entdecken. Wie der Programmtitel „Ach Gott!“ je nach Lesart unterschiedliche Ausdeutungen zulässt, so überraschen einige Stücke durch ihre Vielschichtigkeit, ihre versteckte zweite Ebene. Auf diese Weise entsteht nicht nur ein Dialog zwischen den beiden Musikern, sondern auch innerhalb der einzelnen Kompositionen: eine doppeldeutige Interpretation des Saisonmottos „Dialoge“ des Konzertwinters. Bei einem solchen Programm darf natürlich der Komponist dieser Gattung schlechthin, der Engländer John Dowland, nicht fehlen. Er ist vor allem durch seine melancholischen weltlichen Lieder bekannt geworden. Dowland begleitete sich häufig selbst auf der Laute und führte, wenn man es so sehen will, musikalische Zwiegespräche mit seinem Instrument.
Veranstalter ist der Freundeskreis für Kirchenmusik in Kirchheim/Weinstraße e.V. in Kooperation mit der Protestantischen Kirchengemeinde. Der Eintritt zu dem Konzert ist frei, eine Kollekte zur Deckung der Unkosten wird erbeten. Weitere Informationen unter www.konzertwinter.de











