(openPR) Hühner werden über Tierheimzäune geworfen – Verunsicherte Anrufer blockieren Telefone – Selbst Kanarienvögel werden abgegeben
Kamp-Lintford – Die Vogelgrippe hat eine wahre Hysterie ausgelöst: Hühner wurden in der Nacht über die Zäune von Tierheimen geworfen. Wie der Bund Deutscher Tierfreunde (BDT) in nordrheinwestfälischen Kamp-Lintfort miteilte, hat die Zahl des ausgesetzten Geflügels in den vergangenen Tagen stark zugenommen. „Selbst ein Kanarienvogel sollte beim Tierheim abgegeben werden. Die Frau war nur mit Mühe zu überzeugen, dass von ihrem Peppi keine Gefahr ausgeht“.
Der überregionale Tierschutzverein unterhält zwei eigene Tierheime und unterstützt mehr als 40 Tierschutzvereine und Tierheime in ganz Deutschland. „In unserem Tierheim in Weeze (Niederrhein) wurden Hühner einfach über den Zaun geworfen“, so der Verein. Die Hysterie stellt die Tierheime vor grosse Probleme, da alle Tiere erst einmal vorsorglich untersucht und in Quarantäne genommen werden müssen. Dies ist kostspielig und sehr aufwendig. Dabei besteht nach Ansicht von Experten bei Vögeln, die im Haus in ihren Käfigen untergebracht sind keine Gefahr. Auch Geflügel, das in einem Stall im Garten versorgt wird, ist nach dem gegenwärtigem Stand der Dinge keinem Risiko ausgesetzt.
„Wenn die Panik so weitergeht und die Vogelgrippe grossflächiger auftritt, ist zu befürchten, dass Tierheime zu Hühnerfarmen werden“, so der Bund Deutscher Tierfreunde. In den grossen Tierheimen des Vereins wurden Quarantänestationen eingerichtet und alles Geflügel und alle Vögel in Stallungen untergebracht. Wer verletzte oder erkrankte Vögel findet, sollte sie nicht anfassen und ins Tierheim bringen, sondern die Behörden informieren.
Für Hunde besteht keine Gefahr, vorsichtshalber sollten sie jedoch angeleint oder genau beobachtet werden, damit sie nicht in Kontakt mit erkrankten oder toten Vögeln kommen. Katzen sollten möglichst in dieser Zeit im Haus bleiben. Theoretisch könnten sie sich infizieren, wenn sie einen erkrankten Vogel fressen oder erlegen. Es ist jedoch bisher kein Fall bekannt.
Nachdem am Freitag in Österreich das erste Tierheim nach einem Vogelgrippe-Verdacht unter Quarantäne gestellt wurde, befürchten wir das Schlimmste für die ohnehin schon finanziell stark belasteten Tierheime in Deutschland, so ein Sprecher des BDT.
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