openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Erfolg ist etwas anderes als Leistung

20.01.201411:08 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung
Bild: Erfolg ist etwas anderes als Leistung
Logo  Pink Potential - jobcoaching & more
Logo Pink Potential - jobcoaching & more

(openPR) Wie der Berufseinstieg von Nachwuchskräften gelingt und was Hochschulen, Studierende und Unternehmen beitragen können

Das Harvard Business Review veröffentlichte kürzlich einen lesenswerten Beitrag über den Berufseinstieg von Akademikern. Hieraus lassen sich sowohl für das einstellende Unternehmen als auch für den Absolventen wichtige Voraussetzungen ableiten, damit ein Berufseinstieg gelingt. Zudem betont es die Wertigkeit von Softskills und Praxiserfahrung. Reines Fachwissen reicht oftmals nicht mehr aus, um sowohl für das Unternehmen als auch für den Bewerber einen guten Einstieg zu ermöglichen.



Hochschulabsolventen sind überrascht, dass Arbeitgeber nicht hauptsächlich die Fähigkeiten von ihnen fordern, mit denen sie an der Uni überzeugen konnten. Während des Studiums erlernen Studierende systembedingt ein Verhalten, das für das reale Arbeitsleben kaum hilfreich, wenn nicht gar schädlich ist. Sie lernen als Einzelkämpfer zu überleben, bis spät in die Nacht zu arbeiten und bringen jede Menge Kreativität und Enthusiasmus mit, diese Fähigkeiten auch anzuwenden. Ein fataler Irrtum. In Kreativbranchen mag diese Ausdauer noch gerne gesehen sein, in anderen Branchen sät es unter den Kollegen jedoch Unmut, wenn der neue, hochmotivierte Mitarbeiter die Arbeitszeiten um drei Stunden nach hinten verlängert. Was für Berufsanfänger beinah selbstverständlich ist, verärgert Arbeitskollegen mit Familienleben. Sie fühlen sich moralisch vom Neuling unter Druck gesetzt und Unmut, insbesondere nicht kommunizierter, ist vorprogrammiert. Klare Regelungen durch Vorgesetze können die Brisanz nehmen und der Nachwuchskraft vermitteln, dass nicht die Arbeitsdauer sondern die Effizienz zählt. Geeignetes Priorisieren von Aufgaben seitens der Führungsebene kann diese Differenzen im Team weiter entschärfen.

Prozesse stärker fokussieren

In den allerwenigsten Branchen ist ein Einzelkämpferverhalten erwünscht. Durchbeiß- und Durchhaltevermögen sind im Studium jedoch überlebenswichtig. Was passiert, wenn ein Berufsanfänger dieses Verhalten dann im Job zeigt? Das Arbeitsergebnis kann noch so gut sein – gute Führungskräfte möchten wissen, wie ein Projekt erarbeitet wurde. Sie wollen den Entwicklungsprozess abgebildet sehen und intern und extern Know-how integriert wissen. Überträgt ein Hochschulabsolvent seinen Arbeitsstil als Einzelkämpfer von der Uni in den Job, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sich Teammitglieder übergangen fühlen, Besserwisserei im Raum steht und die interne Konkurrenzsituation unnötig eskaliert. Auch wenn das Organigramm des Unternehmens andere Abstimmungswege vorsieht, sollte der Entwicklungsprozess eines Projektes transparent sein und sich Feedback von Vorgesetzten und Kollegen sowie impliziertes Wissen langjähriger Mitarbeiter im Ergebnis widerspiegeln. Denn was für einen Neuling noch logisch klingt, hat sich in der Praxis möglicherweise nicht bewährt.
Ein Unternehmen tut gut daran, die Kultur der Weitergabe von implizitem Wissen zu fördern. Viele Unternehmen und Organisationen haben erkannt, dass mit dem Weggang langjähriger Mitarbeiter dieses Wissen verloren geht und versuchen es zu systematisieren. In manchen Branchen ist jedoch genau dieses Know-how überlebenswichtig und ein wichtiges Kapital, um am Markt bestehen zu können. Diesen Schatz des impliziten Wissens müssen Berufsanfänger jedoch erst mühsam heben.

Feedback aktiv einholen

Als Berufseinsteiger nutzt ein kollegialer Schulterblick zur rechten Zeit nicht nur dem eigenen Projekt, sondern signalisiert Offenheit und Kritikfähigkeit. Studierende lernen sich alleine durchzukämpfen, etwa indem sie Berge von Literatur wälzen. Austausch mit Kommilitonen und Dozenten ist zeitlich und strukturell begrenzt. Eine neue Generation von Lehrbeauftragten hat den Wert von Projektarbeiten glücklicherweise erkannt – manchmal nicht ganz uneigennützig im Sinne des eigenen Forschungszwecks. Für Absolventen allemal ein wichtiges Übungsfeld als Vorbereitung auf ihre Rolle als Arbeitnehmer.
Studierende sollten daher so früh wie möglich lernen, dass sie Erfolg haben, wenn ihr Team erfolgreich ist. Dieser Paradigmenwechsel kostet den Absolventen zunächst Überwindung und wird im Universitätsbetrieb zu selten aktiv gefördert und honoriert. Hier ist das Management gefordert, ausdrücklich zu betonen, dass perfekt sein in einem Unternehmen etwas anderes bedeutet, als noch in der Uni. Vorgesetzte tun gut daran, den Nachwuchskräften aktiv zu vermitteln, dass neue Mitarbeiter nicht nur fachlich qualifiziert sein müssen und im Team eine willkommen Rolle als Impulsgeber haben sondern ihre Leistung umso mehr zählt, wenn sie vorhandenes Wissen wertschätzen und integrieren.

Fazit

Große Hochschulen bereiten Absolventen in den Grundzügen darauf vor, die Fallstricke des Jobs zu vermeiden, Softskills wie Kommunikation, Präsentation und Konfliktmanagement werden aktiv gelehrt. Diese Kurse sind meist zusätzlich und nicht verpflichtend für die Studierenden – und teilweise auch nicht günstig im Stundenplan gelegen, so dass es zu Überschneidungen mit Pflichtveranstaltungen kommt, die vermeidlich zielgerichteter auf einen Abschluss hinführen. Spätestens wenn der Abschluss in Sicht ist, sollten sich Studierende mit ihren sozialen und kommunikativen Kompetenzen auseinandersetzen und entsprechende Workshops belegen – auch wenn die Zeit meist knapp erscheint. Für Absolventen und Studierende bedeutet es nach Möglichkeit schon im Studium an Ihren Soft-skills zu arbeiten, möglichst viel Praxiserfahrung zu sammeln und anzuerkennen, dass im Job ein anderes Verhalten eher zum Ziel führt als an der Uni.

Für Unternehmen bedeutet es, die spezielle Ausgangssituation und das mögliche Verhalten ihrer Nachwuchskräfte zu reflektieren und mit geeigneten Maßnahmen den Einstieg zu unterstützen. Nicht jedes Unternehmen bietet Trainee-Programme für Graduierte an, viele Unternehmen sind einfach zu klein dafür. Auch ein großes Mentoringprogramm ist für KMUs kaum realisierbar. Niederschwellig kann ein langjähriger Mitarbeiter als Mentor für die Nachwuchskräfte fungieren. Voraussetzung hierbei ist allerdings, dass er zeitlich dafür freigestellt ist, er die Rolle freiwillig übernimmt und er oder sie im Idealfall für diese Aufgabe geschult ist. Das hat den Vorteil, dass die Berufserfahrung des Profis genutzt wird, dieser als Vermittler im Unternehmen auftreten kann und dem Anfänger die Abstimmungsprozesse im Haus und die ungeschriebenen Regeln vermittelt.
Das bewusste Erkennen der Unterschiede zwischen Studien- und Berufsleben fördert einen gelungenen Einstieg in den Job und senkt die Frustration bei allen Beteiligten. Nicht zuletzt können sich Unternehmen damit in Recruitingfragen innovativ zeigen, wenn sie dem Bewerbermarkt darlegen können, welche unterstützenden Maßnahmen sie ihren neuen Mitarbeitern anbieten. Ein Faktor von vielen, aber ein wesentlicher auf dem hartumkämpften Fachkräftemarkt.

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 771704
 1161

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Erfolg ist etwas anderes als Leistung“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: Krea(k)tive Persönlichkeits- und Marktentwicklung GmbH und 2increase gehen Kooperation einBild: Krea(k)tive Persönlichkeits- und Marktentwicklung GmbH und 2increase gehen Kooperation ein
Krea(k)tive Persönlichkeits- und Marktentwicklung GmbH und 2increase gehen Kooperation ein
… Spieler oder Mitarbeiter individuell eingehen sollte geantwortet: „Ja, er sollte die Bedürfnisse des Einzelnen kennen. Er muss auch akzeptieren, dass es verschiedene Wege zur Leistung und zum Erfolg gibt. Deswegen funktionieren auch Vergütungssysteme, die pauschalisieren, nicht so gut wie individuelle Systeme.“ Das Akzeptieren der verschiedenen Wege zu …
Bild: Warum ist es so schwer, den Fußball-WM-Titel zu verteidigen?Bild: Warum ist es so schwer, den Fußball-WM-Titel zu verteidigen?
Warum ist es so schwer, den Fußball-WM-Titel zu verteidigen?
… oder nicht - es lohnt sich, einmal über die Titelfrage nachzudenken. Wir könnten viel lernen über Stress am Arbeitsplatz und die Steigerung von Mitarbeitermotivation. Die Einheit von Leistung und Wohlbefinden steht sowohl hinter dem Erfolg bei der Fußball-WM, als auch im eigenen Job. Eines vorab: Erfolg lässt sich nicht garantieren. Was braucht man, …
Bild: Freiwilligkeitsvorbehalt bei SonderzahlungenBild: Freiwilligkeitsvorbehalt bei Sonderzahlungen
Freiwilligkeitsvorbehalt bei Sonderzahlungen
… wieder) das Bundesarbeitsgericht. Bei Sonderzahlungen kann der Arbeitgeber - anders als bei laufendem Arbeitsentgelt - grundsätzlich einen Rechtsanspruch des Arbeitnehmers auf die Leistung für künftige Bezugszeiträume ausschließen. Er kann sich die Entscheidung vorbehalten, ob und in welcher Höhe er künftig Sonderzahlungen gewährt. Für die Wirksamkeit …
Bild: Gelungener Saisonstart für Race Performance in der Asian Le Mans SeriesBild: Gelungener Saisonstart für Race Performance in der Asian Le Mans Series
Gelungener Saisonstart für Race Performance in der Asian Le Mans Series
… Le Mans Series Erstes Rennen, erster Sieg – der Auftakt der Asian Le Mans Series im japanischen Fuji war für Race Performance ein voller Erfolg. Dank einer eindrucksvollen Leistung sicherten sich Shinji Nakano und Niki Leutwiler den Sieg auf dem Traditionskurs am Fuße des Mount Fuji. Nach dem Triumph blickt die Mannschaft den weiteren Rennen in der …
Bild: Nach dem Bayern-Kater ist vor der EM – Was Unternehmen vom Profifußball lernen könnenBild: Nach dem Bayern-Kater ist vor der EM – Was Unternehmen vom Profifußball lernen können
Nach dem Bayern-Kater ist vor der EM – Was Unternehmen vom Profifußball lernen können
Wahre Leistung entsteht vor allem durch Leidenschaft – eben diese Leidenschaft fehlte den Bayern in den letzten Duellen mit Borussia Dortmund sowie im Finale der Champions League. Wie führt man ein Team so, dass es mehr Leidenschaft entwickelt? Wie lassen sich die geknickten Bayernspieler im Hinblick auf die EM wieder aufbauen? Und: Führen solcherlei …
Bild: „Leistung muss sich lohnen“ - Prof. Hans Helmut Schetter referierte beim WirtschaftsratBild: „Leistung muss sich lohnen“ - Prof. Hans Helmut Schetter referierte beim Wirtschaftsrat
„Leistung muss sich lohnen“ - Prof. Hans Helmut Schetter referierte beim Wirtschaftsrat
Osnabrück. Das Leistung sich wieder bezahlt machen sollte, war eine der Kernaussagen von Prof. Hans Helmut Schetter, Vorstandsmitglied des Baukonzerns Bilfinger Berger AG im Rahmen einer Vortragsveranstaltung des Wirtschaftsrates Deutschland am FMO. „Die Mitarbeiter müssen wieder das Gefühl haben dazuzugehören“, so das eindeutige Statement des Vorstandsmitglieds. …
Bild: Emotionale Bindung von Mitarbeitern - ein Gewinn auf der ganzen LinieBild: Emotionale Bindung von Mitarbeitern - ein Gewinn auf der ganzen Linie
Emotionale Bindung von Mitarbeitern - ein Gewinn auf der ganzen Linie
… Unternehmen hat. In seinem Artikel erläutert er, wie Kosten gesenkt und Erträge gesteigert werden können und zeigt den Weg in die Aufwärtsspirale aus Leistung, Erfolg und Personalbindung. Kosten senken durch Personalbindung Die emotionale Bindung von Mitarbeitern an “ihr” Unternehmen ist auf vielfältige Weise nutzenstiftend. Zum einen verhindert sie …
Bild: Selbstmarketing - Die Kunst sich besser zu verkaufen - Weniger Arbeit, mehr ErfolgBild: Selbstmarketing - Die Kunst sich besser zu verkaufen - Weniger Arbeit, mehr Erfolg
Selbstmarketing - Die Kunst sich besser zu verkaufen - Weniger Arbeit, mehr Erfolg
… sich gut verkauft, müsse nicht mehr und nicht härter arbeiten, sondern clever, sagt Demann. Eine Studie von IBM hat schon vor rund zehn Jahren ergeben, dass die Leistung nur zehn Prozent am Erfolg ausmacht. Viel wichtiger, zusammen 90 Prozent, sind Selbstdarstellung und Kontakte. „Ein Schock für alle, die mit ihrer Leistung überzeugen wollen“, weiß die …
Bild: Weiterbildung: Es muss wieder menscheln im FührungsbereichBild: Weiterbildung: Es muss wieder menscheln im Führungsbereich
Weiterbildung: Es muss wieder menscheln im Führungsbereich
… hierfür? Nun, man muss sicherlich beide Seiten der Medallie betrachten. Einerseits wird es immer Arbeitnehmer geben, die grundsätzlich nur kritisieren, mäkeln und nicht bereit sind, Leistung zu bringen. Diese muss der Arbeitgeber herausfiltern, um sich dann eventuell von ihnen zu trennen. Dies alleine lässt die enorme Anzahl der eben erwähnten Arbeitsunzufriedenen …
Bild: Performance ManagementBild: Performance Management
Performance Management
… “Arbeit und Arbeitsrecht” zusammen. Der Erfolg eines Unternehmens hängt stark mit der individuellen Performance seiner Mitarbeiter zusammen. Je besser jeder einzelne Mitarbeiter seine Leistung und Potenziale bezogen auf die Unternehmensziele einbringen kann und will, umso mehr trägt er zur Gesamtperformance des Unternehmens bei. Performance Management – …
Sie lesen gerade: Erfolg ist etwas anderes als Leistung