(openPR) Der MPC-Fonds MS Santa-R Schiffe GmbH & Co. KG ist untergegangen: Die Fondsgesellschaft hat Insolvenz angemeldet. Etwa 2300 Anleger suchen nun Schadenersatz; spät, aber vielleicht nicht zu spät.
„Wer hat Ihnen die Fondsanteile empfohlen und vermittelt? Das ist die erste Frage, die zu klären ist“, meint Anlegeranwalt Klaus Dittke von DSKP.de. Sofern eine Bank oder Sparkasse Beteiligungen an sog. geschlossenen Fonds empfohlen hat, müsste sie Anleger darüber aufgeklärt haben, dass sie über das Agio hinaus i.d.R. noch zusätzliche Vergütungen erhalten hat: aus den eigentlichen Einzahlungen der Anleger in die Fonds. Solche sog. Rückvergütungen waren meist höher als das Agio. Sie waren für die meist unter Kosten- und Einnahmedruck stehenden Banken und Sparkassen ein besonderer Anreiz, solche Fondsbeteiligungen zu empfehlen, auch wenn sie gar nicht für die Altersversorgung geeignet waren, wofür Anleger eigentlich vorsorgen wollten. Jetzt sind Schäden und Ärger groß. Sofern ein Berater nicht darüber aufgeklärt haben sollte, dass seine Bank/Sparkasse diese Rückvergütung bekommen hat, kann die gesamte Beteiligung von Anfang rückgängig gemacht werden. Die beratende Bank oder Sparkasse muss sogar noch die Zinsen zahlen, welche die geschädigten Anleger an anderer Stelle hätten kassieren können.
„Schadenersatzansprüche können unter Umständen auch gegen Gründungsgesellschafter und Treuhandkommanditisten der betroffenen Fondsgesellschaft bestehen“, sagt Rechtsanwalt Dittke und regt die Veranlassung einer entsprechenden rechtlichen Überprüfung an.
Was für „Santa-R“ gilt, könnte in der Tendenz für viele andere Fonds – auch von anderen Initiatoren – gelten: Die Schifffahrtskrise scheint keineswegs überwunden. Dazu könnten auch die Initiatoren selbst beigetragen haben. Ihr Geschäftsmodell besteht in erster Linie darin, Schifffonds und andere sog. Geschlossene Fonds aufzulegen; auch wenn es vielleicht schon genug Schiffe und andere Objekte gibt, wofür Vermittler Geld bei Anlegern einsammeln und gute Provisionen damit verdienen. Das Fonds-Modell war über lange Jahre so erfolgreich, dass z.B. die MPC-Aktie zeitweilig sogar mit dem Aufstieg in den MDAX geadelt wurde. Davon sind heute nur noch winzige Bruchstücke übriggeblieben.
Für manche Schifffonds gibt es aktuell noch Kaufkurse an der Zweitmarktbörse: Beispielsweise will jemand 20.000 € von „MPC Santa Lorena und Luciana“ für 5.000 € kaufen. Anteile einiger anderer Fonds werden – genauso wie „Santa-R“ – gar nicht mehr gehandelt. Sie sind vom Handel ausgesetzt – i.d.R. wegen Insolvenz
Düsseldorf, 13.11.2013
Klaus Dittke, Anwalt für Kapitalanlegerrecht

















