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Prostitution: Kokain und Amphetamine erleichtern die Sexarbeit

08.07.201309:36 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung
Bild: Prostitution: Kokain und Amphetamine erleichtern die Sexarbeit
Rausch 1/2013
Rausch 1/2013

(openPR) Nur eine Minderheit der Sexarbeiterinnen in Deutschland hat ihre Profession gewählt, um den eigenen Drogenkonsum finanzieren zu können. Die Beschaffungsprostitution ist zurückgegangen. Dennoch "hängt" die Mehrheit der Sexarbeiterinnen an der Flasche oder anderweitigem "Stoff", berichtet Dr. Heike Zurhold (Hamburg) in der Fachzeitschrift "Rausch".

"Während in der Indoor-Sexarbeit vor allem Alkohol, Benzodiazepine und Kokain konsumiert werden, praktizieren Sexarbeiterinnen auf der Straße einen Mischkonsum aus Heroin, Kokain, Alkohol und Benzodiazepinen. Werden alle konsumierten Substanzen eingerechnet, ist kaum eine Sexarbeiterin abstinent.

Frauen auf der Straße sind besonders verletzbar, da sie häufiger Gewalt erleben, häufiger von Kunden zu ungeschütztem Sex gedrängt werden und sich durch Wohnungsnot, Schulden und Infektionserkrankungen in einer prekären Lebenslage befinden.

Migrantinnen wiederum werden unabhängig von ihrem Arbeitsbereich von Zuhältern zu langen Arbeitszeiten und einer hohen Kundenzahl genötigt; damit die Frauen diesem Druck standhalten, bekommen sie von ihren Zuhältern je nach Bedarf Medikamente etwa gegen Schmerzen - oder Amphetamine zum Wachbleiben.

Mit dem Konsum von Substanzen verknüpfen sich in der Sexarbeit unterschiedliche Funktionen:

- Alkohol fungiert auch als Einnahmequelle (in Nachtlokalen), erleichtert den Kundenkontakt oder ist der Ersatz für illegale Drogen, die nicht mehr täglich zu finanzieren sind.
- Heroin oder Medikamente helfen beim Abschalten von der Arbeit, dienen zur Beruhigung oder als Schmerzmittel.
- Kokain und Amphetamine erleichtern das Durchhalten bei der Sexarbeit - und diese erscheint dann leichter.

Zuhälter wie auch Kunden sind sich der jeweiligen Drogenwirkung bewusst und setzen diese gezielt für eigene Zwecke ein. Zuhälter haben Interesse an dem Konsum der Sexarbeiterinnen, solange sich dadurch ihre Einnahmen maximieren lassen. Kunden wiederum fördern den Konsum, um den eigenen sexuellen Profit für den bezahlten Preis zu steigern," schreibt Dr. Heike Zurhold (Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf) in "Rausch".

>> Heike Zurhold: Substanzkonsum im Leben von Sexarbeiterinnen. Rausch 1/2013, S. 42-48

>> Tom Decorte: Functional meaning and negative effects of drug use and alcohol use among female sex workers in Belgium. In: Wouters, Fountain, Korf (Eds.) The meaning of high - Variations according to drug, set, setting and time. Pabst, 2012, ISBN 978-3-89967-831-4

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