(openPR) Intensivmedizin: Kokain setzt massenhaft Adrenalin und Noradrenalin frei und kann über eine Vasokonstriktion am Herzmuskel einen Myokardinfarkt, Thrombusbildungen, eine Myokarditis bzw. Kardiomyopathie auslösen, warnt Professor Dr. Enno Freye. Das potentiell tödliche Risiko wird auch in der Intensivmedizin häufig unterschätzt. Systematisch beschreibt der Intensivmediziner Diagnostik und Therapie in seinem aktuellen Handbuch "Kokain, Ecstasy, Amphetamine und verwandte Designerdrogen".
Die Behandlung einer kokaininduzierten Myokardischämie oder eines Infarkts entspricht etwa dem normalen Standard. Sauerstoffgabe und Herzmonitor stehen an erster Stelle. Freye empfiehlt die Gabe von ASS, "um die Bildung/Zunahme eines Thrombus zu verhindern - vorausgesetzt, es besteht keine Kontraindikation wie z.B. eine Allergie oder der Verdacht auf eine subarachnoidale Hämorrhagie. Die Initialtherapie sollte zusätzlich die Gabe von Nitroglyzerin enthalten, weil es die infarktbedingten Komplikationen herabsetzt. Untersuchungen zeigen, dass Nitroglyzerin eine kokaininduzierte Vasokonstriktion und den symptomatischen Brustschmerz verringert.
Benzodiazepine, insbesondere Lorazepam haben hierbei Vorteile gezeigt, indem die kardiovaskuläre Toxizität gesenkt und die zentral induzierte Stimulation gedämpft wird. Hierbei scheint die zusätzliche Gabe von Lorazepam zum Nitroglyzerin den Brustschmerz mehr zu verringern als eines der Medikamente alleine. Ähnliches gilt für die Zugabe von Diazepam... Bei der Kokain-bedingten koronaren Ischämie ist die Gabe eines Betablockers (z.B. Propranolol) kontraindiziert ..."
Für die Therapie und noch stärker für die Diagnostik der Intoxikationen beschreibt Freye ein reichhaltiges Repertoire an Fehlermöglichkeiten. Die neu entwickelten Designerdrogen vergrößern es kontinuierlich ...
>> Enno Freye: Kokain, Ecstasy, Amphetamine und verwandte Designerdrogen - Pharmakologie, Wirkmechanismen und Vorgehen bei Intoxikationen. Pabst 2014, 188 Seiten, ISBN 978-3-89967-843-7












