(openPR) In den moslemischen Staaten gärt es. Einerseits bekämpfen die verschiedenen Richtungen des Islam einander, andererseits regen sich bürgerliche Selbstbestimmungs- und Selbstentfaltungsbedürfnisse. Es gibt keinen Grund anzunehmen, daß die Spannungen schnell beendet werden. Im Gegenteil: Das Streben der einen nach der Befreiung von überkommenen autoritären Strukturen bedroht die Sicherheit, die gerade diese autoritären Strukturen den anderen geben.
Die Menschheit steht gegenwärtig weltweit vor einer Auseinandersetzung der Volksmehrheit mit den Minderheiten, die sie bis heute – mit unterschiedlichen Mitteln und Methoden – mehr oder weniger beherrschen und ausbeuten. Den ingang gekommenen Prozeß der Emanzipation der Bürger, ihres Strebens hin zu mehr wirklicher Demokratie, wird niemand mehr aufhalten. Er wird sich in den kommenden Jahren verstärken und zu einer erheblichen Verschiebung der Machtverhältnisse in und zwischen Staaten führen. Mit welchen menschlichen und sozialen Reibungsverlusten dabei zu rechnen ist, wird davon abhängen, wie intelligent die beteiligten Kräfte den Prozeß der Demokratisierung vorantreiben und steuern.
Die real existierenden Demokratien sind ja nicht nur weit vom Ideal entfernt, sondern auch zu weit vom Möglichen. In vielen Ländern ist Demokratie nichts anderes als eine durch „gesteuerte“ Wahlen verschleierte autoritäre Herrschaft einer kleinen Clique – oft nepotistisch und korrupt bis in die Haarspitzen. „Wahldemokratien heißen autoritäre Herrschaftssystem, in denen das Volk wählen kann, wer es drangsalieren und sich an ihm bereichern darf“, definiert Prof. Querulix.
Aber auch die Demokratien des westlich-abendländischen Kulturkreises sind bei Licht betrachtet viel weiter von einer wirklichen Demokratie entfernt als es für eine klare Willensbildung und eine konsistente Staatsführung notwendig wäre und für das allgemeine Wohl gut ist. Man sollte sie mit Prof. Querulix treffender als parteioligarchische Lobbydemokraturen bezeichnen. Diese „Lobbydemokratische Gesellschaftssysteme gründen auf dem Aberglauben, daß man dem individuellen Beutetrieb des Menschentiers nur freien Lauf lassen muß, um dadurch automatisch auch das kollektive Wohl zu fördern. Schon oberflächliche Kenntnis der menschlichen Geschichte hätte vor diesem fatalen Irrtum bewahren müssen.“ (Prof. Querulix)
Mehr politische Partizipation durch souveräne Bürgerinnen und Bürger wäre ein nützliches Stärkungsmittel für die Demokratie angesichts eines beginnenden Krisenzeitalters. Dadurch würde die Identifikation der Menschen mit der demokratischen Staatsverfassung gestärkt. Dem vernachlässigten Primat des Allgemeinwohls als Ziel politischen Handelns könnte damit endlich auf die Beine geholfen werden. Die menschliche Basis einer solchen Partizipation souveräner Bürger wäre durch entsprechende Erziehung und Bildung auszubauen und zu stärken.
Souverän sind Bürgerinnen und Bürger dann, wenn sie genügend emanzipiert und gebildet sind, über ihr Schicksal als Staatsbürger in maßgeblichem Umfang mit zu entscheiden, und wenn sie ihre Entscheidungsmacht auch tatsächlich ausüben – selbst oder durch parlamentarische Vertreter. Diese wiederum – selbst auch souveräne Mitbürgerinnen und Mitbürger – üben ihre Funktion auf Grund gesetzlicher Vorgabe und zugleich aus persönlich empfundener Verpflichtung ausschließlich im Interesse des allgemeinen Wohls aus.
Um diese Vorstellung zu verwirklichen, brauchen wir außer einer viel bemühteren Heranbildung souveräner Staatsbürgerinnen und Staatsbürger als es gegenwärtig geschieht eine grundgesetzliche Verpflichtung des Handelns aller Parlamentarier auf das Allgemeinwohl. Unverzichtbar ist zudem die Eindämmung der lobbyistischen Infiltration politischer und politiknaher Beratungs- und Entscheidungsgremien. Gelingt dies nicht und können die Politiker weiterhin in großem Umfang Sonderinteressen auf Kosten und zu Lasten großer Bevölkerungsteile bedienen, sind erhebliche Zweifel angebracht, ob die Gesellschaft die bevorstehende Epoche der Krisen friedlich durchsteht und am Ende Freiheit und Wohlstand gerettet sind.
Die bisherige Geschichte hat gezeigt, daß wir der Vernunft der Mächtigen, den Herausforderungen ihrer Zeit gerecht zu werden, nicht allzusehr vertrauen dürfen. Sonst hätte es ja keine Revolutionen gegeben. „Parlamentsabgeordnete sind Menschen, die sich in erster Linie ihrem Eigenwohl, dann der Parteiräson und zuletzt dem Staat verpflichtet fühlen. Das Wohl derer, deren Interessen sie eigentlich zu vertreten hätten, interessiert sie nur insofern als ihre Wiederwahl in Frage steht“, gibt uns Prof. Querulix zu bedenken.
Von Prof. Querulix, dem Aphoristiker, Satiriker, Alltagsphilosophen und scharfsinnigen Beobachter des menschentierischen Treibens können Sie mehr lesen:
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Zeitkritik des Querulix
Bist du am Zeitgeschehen in’tressiert,
Prof. Querulix dich breitgefächert informiert.
Auf seine ganz spezielle Weise
lädt er geneigte Leser zur Gedankenreise.
Mal klingen seine Sprüche amüsiert,
mal sachlich nüchtern, und mal pointiert,
mal wirst du aufgerüttelt, von ihnen alarmiert.
Manchmal Querulix auch Dummheit attackiert,
und mit seinen Aphorismen protestiert.
Mit anderen dagegen karikiert er leise
auf seine ganz spezielle Weise.
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