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Älteren Menschen werden zu viele Arzneimittelwirkstoffe gleichzeitig verordnet

18.06.201317:54 UhrGesundheit & Medizin
Bild: Älteren Menschen werden zu viele Arzneimittelwirkstoffe gleichzeitig verordnet
Wer täglich mehrere Arzneimittelwirkstoffe zu sich nimmt riskiert gefährliche Wechselwirkungen
Wer täglich mehrere Arzneimittelwirkstoffe zu sich nimmt riskiert gefährliche Wechselwirkungen

(openPR) Ein Autorenteam rund um Prof. Dr. Gerd Glaeske (Bremer Versorgungsforscher) analysierte die Daten von rund 2,1 Millionen über 65-jährigen Versicherten der Barmer GEK. Dabei sollte ergründet werden, wie häufig es zu Polypharmazie käme. Als Polypharmazie oder auch Multipharmazie bezeichnet man die gleichzeitige Verordnung von mehreren Medikamenten für ein und dieselbe Person. "Gerade die Ergebnisse zur Polypharmazie zeigen, dass wir dringend mehr Vernetzung und Transparenz im Gesundheitswesen brauchen", resümiert Dr. Rolf-Ulrich Schlenker.


Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Barmer GEK erklärt, die riskante Multimedikation ließe sich durch eine gewisse elektronische Vernetzung viel besser steuern. "Hätten wir die elektronische Gesundheitskarte, das elektronische Rezept und die elektronische Patientenakte, hätten behandelnde Ärzte und auch Apotheker einen viel besseren Überblick über die Arzneimitteltherapie", so Schlenker. Darüber hinaus forderte er die Bundesregierung auf, die Ende 2013 auslaufenden Kostenbremsen um fünf weitere Jahre zu verlängern. "Noch müssen wir auf die Einspareffekte durch das Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetz Amnog von rund zwei Milliarden Euro warten. Bis das Gesetz richtig wirkt, brauchen wir flankierende Maßnahmen, nämlich eine Verlängerung des erhöhten Herstellerrabatts und des Preismoratoriums", gemäß Schlenker.
Über die Wichtigkeit des AMNOG äußerte sich Glaeske bereits in der Vergangenheit. „Viele Arzneimittel aus der unmittelbaren prä-AMNOG-Zeit sind therapeutisch gesehen gar nicht innovativ, sie gehören zur Gruppe teurer Me-too-Präparate oder unnötiger Neuausbietungen“. Gerd Glaeske ist Leiter des ZeS (Zentrum für Sozialpolitik der Universität Bremen). Seit das AMNOG zum Jahresbeginn 2011wirksam wurde, erstellt der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) für alle neuen Arzneimittel eine frühe Nutzenbewertung. Nur wenn der G-BA bei Prüfung einen Zusatznutzen feststellt, kann der Hersteller mit dem GKV-Spitzenverband einen Preis aushandeln, der über den Kosten einer zuvor festgelegten Vergleichs¬therapie liegt.
Bei Auswertung der Daten durch das Autorenteam um Glaeske wurde deutlich, dass ein Drittel der Versicherten von Polypharmazie betroffen ist. Im Durchschnitt nehmen Männer über 65 Jahre täglich 7,3 Wirkstoffe ein, bei Frauen dieser Altersgruppe sind es 7,2 Wirkstoffe. "Darunter leidet vor allem auch die Therapietreue.", bewertet Glaeske diese Ergebnisse.
Eines der größten Probleme der Polypharmazie sind wohl die Wechselwirkungen zwischen den Medikamenten, wobei die Art der Wechselwirkungen vielfältig sein kann. Diese Problematik wurde als ein Thema in die Beers-Liste aufgenommen. Diese 1991 erstellte Beers-Liste ist eine Auflistung von Medikamenten, die Menschen über 65 Jahren nicht verschrieben bekommen sollten. Die 2003 aktualisierte Liste enthält vor allem Medikamente, die speziell bei älteren Menschen in vermehrtem Maße unerwünschte Arzneimittelwirkungen verursachen. Teilweise wurden aber auch Medikamente aufgenommen, für die Alternativpräparate mit weniger Nebenwirkungen verfügbar sind.

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