(openPR) Sechs Thesen des Frankfurter Zukunftsrats
29.05.2013, Frankfurt: Ein Teil unserer Zukunft liegt im Internet und dessen neuen technischen Möglichkeiten. Betrachtet man die führenden Unternehmen im Bereich der digitalen Information und des eCommerce, so hat Europa noch Nachholbedarf in der Eroberung der Märkte der Zukunft. Die Digitalisierung der medialen Inhalte hat zu einer universellen Verfügbarkeit und Kopierbarkeit geführt. Der Umgang mit diesen neuen Möglichkeiten braucht gesellschaftliche Vereinbarungen und ein neues Verständnis für geistiges Eigentum in der europäischen Bevölkerung.
Grundlage für die Entwicklung europäischer Internetkonzerne, die im weltweiten Vergleich konkurrenzfähig sind, und für das Agieren internationaler Internetunternehmen in Europa sind einheitliche rechtliche und steuerliche Rahmenbedingungen auf europäischer Ebene. Auch im Bereich der Aus- und Weiterbildung muss Europa die digitale Revolution geschlossen annehmen und zukünftige Generationen auf die Herausforderungen, die aus diesen Veränderungen folgen, vorbereiten.
Der Arbeitskreis „Medien und Kommunikation“ des Frankfurter Zukunftsrats hat folgende Thesen zu Europas Zukunftsfähigkeit im weltweiten digitalen Wettbewerb erarbeitet:
1. Europa hat große Chancen in den neuen digitalen Zukunftsmärkten. Aber nur mit gemeinsamen Rechts- und Steuervorschriften ist die Entstehung eines konkurrenzfähigen europäischen Marktes zu gewährleisten. Diese müssen Vorbild für einen weltweiten Markt sein, in dem internationale Standards und kulturelle Unterschiede angemessen miteinander abgewogen sind.
2. Bildungschancen der Zukunft werden in großem Maße durch digitalen Zugang zu Wissen entstehen. Nur hochmoderne Schulen, Berufsschulen, Hochschulen und Universitäten in ganz Europa sichern der jungen Generation einen guten Start ins Berufsleben und der Gesellschaft anhaltenden Wohlstand. Dies ist nur möglich, wenn Politik und Wirtschaft die notwendigen finanziellen Ressourcen bereitstellen.
3. Auch in Zukunftsmärkten wie dem Internet ist das Entstehen von Oligopolen oder Monopolen schädlich für die Vielfältigkeit von Kultur-, Bildungs- und Medienangeboten. Europäische Verbraucher müssen durch ein starkes europäisches Kartellrecht vor digitalen Monopolisten geschützt werden.
4. Der Schutz des geistigen Eigentums muss auch im Netz sichergestellt werden. Ohne diesen Schutz versiegen die kulturellen Quellen Europas.
5. Die persönliche Sicherheit und Privatsphäre muss auch im digitalen Europa als hohes Gut gelten. Damit sich das Vertrauen der Verbraucher in innovative digitale Produkte entwickeln kann, muss der Schutz dieser Bedürfnisse sichergestellt sein. Der Schutz der Privatsphäre darf jedoch nicht mit einem Recht auf anonymes rechtswidriges Handeln im Netz verwechselt werden.
6. Die digitale Mündigkeit der Bürger ist die Grundvoraussetzung für die verantwortungsvolle Nutzung der digitalen Angebote. Dazu müssen als digitale Grundfertigkeiten Kenntnisse über Urheberrecht, Datenschutz sowie der Schutz der eigenen Privatsphäre durch die Bildungssysteme in Europa unverzüglich vermittelt werden.











