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Alle Schmerzfaktoren im Blick

29.05.201313:58 UhrGesundheit & Medizin
Bild: Alle Schmerzfaktoren im Blick
Dr. med. Michael Unger
Dr. med. Michael Unger

(openPR) Bei chronischem Schmerz ist multimodale Therapie sinnvoll

Bad Wildungen, 29. Mai 2013. Schmerzen in Kreuz oder Nacken, hartnäckige Kopfschmerzen oder regelmäßige Migräneattacken – wer unter chronischen Schmerzen leidet, bekommt diese oft nur schwer in den Griff. Das liegt auch daran, dass sich meist keine klar eingrenzbare Ursache findet, sondern oft körperliche, psychische und soziale Probleme zusammenwirken.



„Deshalb ist bei chronischen Schmerzen eine multimodale Behandlung sinnvoll, die verschiedene, einander ergänzende Therapieansätze aus unterschiedlichen Fachdisziplinen berücksichtigt“, sagt Dr. Michael Unger, psychosomatischer Chefarzt der MediClin in Bad Wildungen. Obwohl die sogenannte chronische Schmerzstörung, bei der mehrere Faktoren zusammenspielen, heute ein eigenständiges Störungsbild ist, werden nur etwa zwei Prozent der Betroffenen nach einer solchen multimodalen Herangehensweise behandelt.

Vielfältige Schmerzmechanismen

Von chronischem Schmerz spricht man, wenn dieser, ständig oder wiederkehrend, länger als drei Monate andauert. An der Schmerzentwicklung und -aufrechterhaltung wirken vielfältige Mechanismen mit. Eine Rolle spielen die genetische Veranlagung, etwa für eine erhöhte Schmerzsensibilisierung, hormonelle Faktoren - beispielsweise steigern Östrogene das Schmerzempfinden - sowie weitere körpereigene Botenstoffe wie Zytokine: Das sind Eiweiße des Immunsystems, die Schmerzen verstärken können. „Vermeintliche Ursachen wie Wirbelsäulen- und Gelenkverschleiß oder Bandscheibenvorwölbungen und -vorfälle reichen als Erklärung meist nicht aus“, sagt Dr. Unger. „Denn solche Befunde gibt es bei Menschen ohne chronische Schmerzen in ähnlicher Häufigkeit.“ Ein entscheidender Faktor ist die individuelle neurologische Schmerzverarbeitung, etwa das sogenannte „Schmerzgedächtnis“ im peripheren und zentralen Nervensystem.

„Diese neuro-biologische Ebene hängt unmittelbar mit psycho-sozialen Bedingungen zusammen“, erklärt Dr. Unger. Wer chronische Schmerzen hat, leidet häufiger als Andere unter depressiven Verstimmungen, Ängstlichkeit und ist oft weniger davon überzeugt, selbst sein Leben und die eigene Befindlichkeit beeinflussen zu können. Dies kann sowohl der Hintergrund als auch Folge der Schmerzstörung sein. Auch haben Menschen mit einer chronischen Schmerzstörung häufiger Kränkung, Enttäuschung, Verlust oder Gewalt erfahren.

Multimodale Behandlung: alle Faktoren im Blick

Bei der Behandlung chronischer Schmerzen ist deshalb ein umfassender und genauer Blick auf den Patienten gefragt. „Das beginnt schon beim Erstgespräch“, sagt Dr. Unger. „Eine Untersuchung bei Patienten mit chronischen Rückenschmerzen hat gezeigt, dass neben der fachlichen Kompetenz des Arztes eine offene Kommunikation und Einfühlungsvermögen für ein tragfähiges und erfolgversprechendes therapeutisches Bündnis wichtig sind.“ In der ambulanten wie stationären Behandlung sollte dann ein individuelles Krankheitsmodell erarbeitet werden, das alle beteiligten Faktoren berücksichtigt. Ein multimodaler Behandlungsplan sollte neben einer gezielten Medikamentenstrategie, die der Schmerzverarbeitung dient, Bewegungs- und Sporttherapie, Krankengymnastik, Entspannungstechniken und psychotherapeutische Unterstützung zur Schmerzverarbeitung umfassen. Wichtig ist zudem die Vermittlung medizinischer und psychoedukativer Informationen, um über Zusammenhänge aufzuklären und Bewältigungsstrategien aufzuzeigen.

Weitere Bausteine können physikalische Maßnahmen, Genusstraining, Kreativtherapie und Psychotherapie zur Bearbeitung belastender Lebenserfahrungen und -situationen sein. Auch komplementärmedizinische Maßnahmen wie Akupunktur sind unter Umständen sinnvoll.

„Entscheidend ist, den Patienten in seiner inneren Einstellung zu bestärken, dass er mit eigenen Mitteln auf den Schmerz Einfluss nehmen kann“, sagt Dr. Unger - indem der Betroffene lernt, dass er die Ressourcen hat, die Schmerzintensität zu senken oder den Schmerz anders zu bewerten und damit Leidensdruck und Einschränkungen im Alltag zu senken. „Diese sogenannte Selbstwirksamkeit ist deshalb so wichtig, weil von außen zugeführten Maßnahmen alleine in der Regel keine befriedigenden Behandlungsergebnisse liefern.“

Eine spezialisierte Behandlung chronischer Schmerzen bieten ambulante Ärzte, Schmerztherapeuten und Psychologen sowie Kliniken und Fachabteilungen in Krankenhäusern und Reha-Zentren. Dr. Unger empfiehlt Betroffenen, sich über die jeweiligen Behandlungskonzepte zu informieren und zu prüfen, inwieweit sie sich darin mit ihren eigenen Bedürfnissen wiederfinden.

Dr. med. Michael Unger ist Chefarzt der Fachklinik für Psychosomatik und Psychotherapie am MediClin Reha-Zentrum am Hahnberg sowie der MediClin Klinik für Akutpsychosomatik am Hahnberg in Bad Wildungen.

Hintergrund: Chronischer Schmerz

In Europa leiden etwa 20 Prozent der Menschen unter chronischen Schmerzen. Mehr als 80 Prozent der Deutschen haben mindestens einmal in ihrem Leben mit Rückenschmerzen zu tun. Rückenschmerz ist die häufigste Form chronischer Schmerzen, insbesondere im Lendenbereich, gefolgt von anderen Abschnitten des Bewegungssystems wie Schulter und Nacken, Hüften und Knie sowie Kopfschmerzen und Migräne. Frauen sind von chronischen Schmerzen etwas häufiger betroffen als Männer, ältere Menschen etwas häufiger als jüngere. Die Betroffenen fühlen sich in ihrer Teilhabe am sozialen und beruflichen Leben zumeist stark eingeschränkt. Patienten mit Ganzkörperschmerzen wie bei dem Fibromyalgie-Syndrom beklagen häufig Beeinträchtigungen im sozialen Kontakt mit anderen Menschen, in ihren sozialen Aktivitäten und der Freizeitgestaltung sowie in der Verrichtung von Hausarbeit und Beruf. Das Risiko von Fehlzeiten am Arbeitsplatz ist etwa achtmal erhöht.

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