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Frauen und Sucht: In der Therapie soll das Gefühl eigener Würde wachsen

27.05.201308:25 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung
Bild: Frauen und Sucht: In der Therapie soll das Gefühl eigener Würde wachsen
Monika Vogelgesang: Psychotherapie für Frauen
Monika Vogelgesang: Psychotherapie für Frauen

(openPR) Suchtkranke Patientinnen benötigen eine frauenspezifische Therapie. Frauengruppen unter weiblicher Leitung bieten optimale Möglichkeiten, empfiehlt Dr. Monika Vogelgesang. Wenn die Patientin ein Gefühl der eigenen Würde als Frau entwickelt, schafft sie eine wesentliche Voraussetzung für eine Abstinenz. "Diese veränderte Selbstsicht führt zu einem Wechsel in der Weltsicht und häufig zu einer funktionaleren Beziehungsgestaltung zu Partner, Familie und ArbeitskollegInnen," berichtet die Psychiatrin in ihrem Lehrbuch "Psychotherapie für Frauen".

In der Gruppe beginnen Frauen, "sich durch das Erleben der Solidarität zu öffnen und sich gegenseitig zu stützen. Am Modell der Therapie fortgeschrittener Patientinnen können sie neue Verhaltensweisen lernen und eigene Auffälligkeiten im Spiegel ihrer Gruppenkolleginnen leichter erkennen. Sozial isolierte sowie extrem auf dependente Zweierbeziehungen fixierte Frauen erleben in der Gruppe erstmalig und beispielhaft die Geborgenheit eines sozialen Netzes. Übereinstimmend wird berichtet, dass sie sich in der gleichgeschlechtlichen Umgebung viel eher trauen, über persönliche Belange - insbesondere aus dem Themenkreis Partnerschaft, Familie, Sexualität und Körper - zu sprechen, ohne befürchten zu müssen, nicht wahr- oder nicht ernstgenommen zu werden", schreibt die Therapeutin.

In der Gruppe stellen sich die Frauen die Frage: Welches realistische Lebensideal kann ich erreichen - zufrieden und abstinent?

"Fast nie ist die Antwort in einem Nachleben eines positiven Modells zu finden, meist muss sich die Frau Stück für Stück Mosaiksteine eines weiblichen Lebensentwurfs zusammensuchen. Die Freude über die Entdeckung neuer realistischer Möglichkeiten gehört ebenso zu dieser Planungs- und Erprobungsphase wie die Trauer über den Verzicht auf Wege der eigenen Verwirklichung, die unrealistisch oder zumindest nicht ohne die Gefahr des Suchtmittelkonsums möglich sind."

Ähnlich wichtig ist die Frage nach den Grenzen: "Wieviel Verfügbarkeit über sich will die Patientin anderen einräumen in den Bereichen Arbeit, Familie, Sexualität?"

Hat die Frau zu einem respektablen Selbstwertgefühl gefunden, trifft sie evtl. auf eine neue Problematik: U.U. bestraft die Umwelt selbstsicheres weibliches Verhalten und stößt damit einen Rückfall in den Substanzkonsum an. "Die Kränkungen, Enttäuschungen und Gefahren, die von einem solchen Verhalten der Bezugspersonen ausgehen, sind immer wieder in der Therapie zu thematisieren, damit sich die Betroffene Stärkung holen kann und Hilfe bekommt, bewusst zu entscheiden, ob sie trotz der kurzfristig negativen Konsequenzen auf ihrem neu eingeschlagenen Weg weitergehen möchte ..."

In ihrem Lehrbuch "Psychotherapie für Frauen" focussiert die (verhaltenstherapeutisch orientierte) Psychiatrin alle relevanten psychischen Erkrankungen und belegt en detail, wie eine genderspezifischen Behandlung die Ergebnisse wesentlich verbessern kann.

>> Monika Vogelgesang: Psychotherapie für Frauen - Lehrbuch für weibliche und männliche Psychotherapeuten. Pabst, 348 Seiten, ISBN 978-3-89967-607-5

>> Monika Vogelgesang, Petra Schuhler (Hrsg.): Psychotherapie der Sucht. Methoden, Komobidität und klinische Praxis. Pabst, 412 Seiten, ISBN 978-3-89967-606-8

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