openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Berufsverbot wegen Unzuverlässigkeit

17.05.201308:04 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: Berufsverbot wegen Unzuverlässigkeit

(openPR) Ist ein Gewerbetreibender „unzuverlässig“, kann ihm ein Berufsverbot auferlegt werden. Das ergibt sich aus dem Gewerberecht: Unzuverlässig in diesem Sinne ist ein Gewerbetreibender, der nach dem Gesamteindruck seines Verhaltens nicht die Gewähr dafür bietet, dass er sein Gewerbe künftig ordnungsgemäß betreiben werde (siehe § 35 Gewerbeordnung).

Unzuverlässig kann auch sein, wer bspw. hohe Steuerschulden hat (siehe hier).

Das Verwaltungsgericht Gießen hat nun ein Berufsverbot gegen einen Unternehmer bestätigt, der wiederholt Tabak an Jugendliche ausgegeben hatte, obwohl dies im Jugendschutzgesetz verboten ist.

Mit der nachhaltigen Missachtung der Vorschriften des Jugendschutzrechts, das verbietet, in Gaststätten, Verkaufsstellen oder sonst in der Öffentlichkeit Tabakwaren an Kinder und Jugendliche abzugeben, habe der Antragsteller seine Unzuverlässigkeit bewiesen, so das Verwaltungsgericht. Als bedeutsames Rechtsgut genieße der Jugendschutz Verfassungsrang. Dem Argument des Antragstellers, die schieren Verkaufszahlen belegten, dass ihm eine Überprüfung des Alters seiner Kunden nicht in jedem Fall möglich sei, ließ das Gericht in Anbetracht dessen und wegen der wiederholten Verstöße nicht gelten.

Zunächst halten wir fest: Auch beharrliche Verstöße gegen den Jugendschutz, darunter fällt bspw. auch der ungeregelte Einlass, Ausgabe von Alkohol usw., kann zu einem Berufsverbot führen.

Zu dem Urteil: Der Unternehmer hat Berufung eingelegt.

Ganz schlechte Erfolgsaussichten hat er dabei nicht: Je nachdem, wie oft sich die Verstöße wiederholt hatten und wie sie bewiesen werden können/konnten, kann es nämlich durchaus ein Argument sein, dass der Unternehmer nicht immer das Alter überprüfen konnte.

Hierbei kann der Unternehmer auf ein Urteil des Oberlandesgericht Naumburg verweisen: Das OLG Naumburg hatte einen Bußgeldbescheid gegen einen anderen Unternehmer aufgehoben, der auf Testkäufe von Jugendlichen hereingefallen war. Das Oberlandesgericht hatte entschieden, dass gerade in den Fällen, in denen das äußere Erscheinungsbild des Minderjährigen nicht auf die Minderjährigkeit schließen lasse, dem Unternehmer kein Vorwurf gemacht werden könne (siehe hier).

Thomas Waetke
Rechtsanwalt und Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 720380
 882

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Berufsverbot wegen Unzuverlässigkeit“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Schutt, Waetke Rechtsanwälte GbR

Cookies: Deutsche Opt-Out-Regel verstößt gegen EU-Recht
Cookies: Deutsche Opt-Out-Regel verstößt gegen EU-Recht
Fast alle Webseiten verwenden Cookies. Cookies sind dazu da, den Nutzer wiederzuerkennen und das Surfen auf einer Website zu erleichtern. Durch die Verwendung von Cookies ist es beispielsweise möglich, dass Nutzer ihre Zugangsdaten nicht bei jedem Besuch einer Website neu eingeben müssen oder, dass über den virtuellen Warenkorb gespeichert wird, was der Nutzer kaufen will. Den rechtlichen Umgang regelt die sogenannte „Cookie-Richtlinie“. Diese EU-Richtlinie sieht eine ausdrückliche Einwilligung des Nutzers in solchen Fällen vor. Nur wurde si…
DSGVO: Bußgeld gegen früheren Juso-Landeschef
DSGVO: Bußgeld gegen früheren Juso-Landeschef
Spannende Frage: Inwieweit darf innerhalb einer Partei die Liste der Delegierten eines Parteitages weitergegeben werden? Die Frage berührt die innerparteiliche Transparenz und damit letztlich auch den demokratischen Diskurs. Politische Parteien sind in Deutschland als Vereine organsiert und unterliegen damit dem Vereinsrecht. Jeder Verein hat die DSGVO vollumfänglich zu beachten. Doch inwieweit sind nicht Besonderheiten zu berücksichtigen, die dem Vereinsleben bzw. hier der Aufgabe von Parteien zur Mitwirkung an der Willensbildung des Volkes …

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: Approbationsentzug – was ist verhältnismäßig?Bild: Approbationsentzug – was ist verhältnismäßig?
Approbationsentzug – was ist verhältnismäßig?
… - völlig unverhältnismäßig. Die Approbation ist einem Arzt dann zu entziehen, wenn er sich eines Verhaltens schuldig gemacht hat, aus dem sich seine Unzuverlässigkeit und Unwürdigkeit zur Ausübung des Arztberufs ergibt. Das Oberverwaltungsgericht Niedersachsen sah dies offenbar in dem mehrfachen Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz und die Betäubungsmittelabgabeverordnung …
Bild: Gewerbeuntersagung ist bei Insolvenz möglich - Insolvenzrecht DresdenBild: Gewerbeuntersagung ist bei Insolvenz möglich - Insolvenzrecht Dresden
Gewerbeuntersagung ist bei Insolvenz möglich - Insolvenzrecht Dresden
Insolvenz ist regelmäßig Ausdruck der gewerberechtlichen Unzuverlässigkeit des Schuldners - Insolvenzrecht Dresden Rechtsgrundsatz Insolvenzrecht Dresden Die Insolvenz des Unternehmers begründet im Regelfall dessen gewerberechtliche Unzuverlässigkeit (OVG Koblenz, Urteil vom 03.11.2010, Az. 6 A 1067/10). Sachverhalt Insolvenzrecht Dresden S betreibt …
Bild: Approbationsentzug – was ist verhältnismäßigBild: Approbationsentzug – was ist verhältnismäßig
Approbationsentzug – was ist verhältnismäßig
… - völlig unverhältnismäßig. Die Approbation ist einem Arzt dann zu entziehen, wenn er sich eines Verhaltens schuldig gemacht hat, aus dem sich seine Unzuverlässigkeit und Unwürdigkeit zur Ausübung des Arztberufs ergibt. Das Oberverwaltungsgericht Niedersachsen sah dies offenbar in dem mehrfachen Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz und die Betäubungsmittelabgabeverordnung …
Bild: Guerilla-Marketing: Schon begrifflich nicht zwingend zulässigBild: Guerilla-Marketing: Schon begrifflich nicht zwingend zulässig
Guerilla-Marketing: Schon begrifflich nicht zwingend zulässig
… im schlimmsten Fall sogar zu einem Berufsverbot führen, wenn der Werbende mit seiner Aktion nicht nur seine Kreativität, sondern auch seine gewerberechtliche Unzuverlässigkeit unter Beweis gestellt hat (siehe § 35 Gewerbeordnung). Zudem können Mitbewerber gegen unerlaubte Werbemaßnahmen auch wettbewerbsrechtlich bspw. in Form einer Abmahnung vorgehen, …
Bild: „Reichsbürger“ müssen Waffen abgebenBild: „Reichsbürger“ müssen Waffen abgeben
„Reichsbürger“ müssen Waffen abgeben
… oder konkludent ihre Bindung an in der Bundesrepublik Deutschland geltende Rechtsvorschriften in Abrede oder unter einen Vorbehalt stellt, dieses eine waffenrechtliche Unzuverlässigkeit rechtfertigt, die den Widerruf einer Waffenbesitzkarte nach sich zieht. Die Verwaltungsrichter führten aus, dass dies Zweifel an der Rechts¬treue begründet und infolgedessen …
Bild: Anspruchsvoll für den Rechtsanwalt – Die Zuverlässigkeitsprüfung (ZÜP/ZUP) nach § 7 LuftsicherheitsgesetzBild: Anspruchsvoll für den Rechtsanwalt – Die Zuverlässigkeitsprüfung (ZÜP/ZUP) nach § 7 Luftsicherheitsgesetz
Anspruchsvoll für den Rechtsanwalt – Die Zuverlässigkeitsprüfung (ZÜP/ZUP) nach § 7 Luftsicherheitsgesetz
… es gibt kein Gesetz, keine Verordnung, keinen Katalog und auch keine Tabelle, in dem bzw. in der geschrieben steht, welche (Vor-) Strafen zur Unzuverlässigkeit führen! Die vielen einzelnen Behörden legen völlig unterschiedliche Bewertungsmaßstäbe an den Tag. Für Piloten und andere Berufsgruppen ist daher absolut nicht vorhersehbar, welche Vorbelastungen …
Bild: Straftaten führen zum BerufsverbotBild: Straftaten führen zum Berufsverbot
Straftaten führen zum Berufsverbot
… führen nicht nur eine Strafe oder ein Bußgeld nach sich, sondern auch ein Berufsverbot bzw. ein Entzug der gewerberechtlichen Erlaubnis. Maßgeblich dafür ist die Unzuverlässigkeit. Hier gibt es zwei Berufsgruppen: • Die eine Berufsgruppe muss bereits von Anfang an zuverlässig sein, d.h. sie darf erst beruflich tätig werden, wenn ihre Zuverlässigkeit …
Bild: Zuverlässigkeit ZUP / ZÜP nach dem Luftsicherheitsgesetz trotz Strafverfahren oder Ermittlungsverfahren?Bild: Zuverlässigkeit ZUP / ZÜP nach dem Luftsicherheitsgesetz trotz Strafverfahren oder Ermittlungsverfahren?
Zuverlässigkeit ZUP / ZÜP nach dem Luftsicherheitsgesetz trotz Strafverfahren oder Ermittlungsverfahren?
… es gibt kein Gesetz, keine Verordnung, keinen Katalog und auch keine Tabelle, in dem bzw. in der geschrieben steht, welche (Vor-) Strafen zur Unzuverlässigkeit führen! Die vielen einzelnen Behörden legen völlig unterschiedliche Bewertungsmaßstäbe an den Tag. Für Piloten und andere Berufsgruppen ist daher absolut nicht vorhersehbar, welche Vorbelastungen zur …
Bild: Keine Taxigenehmigung nach schwerwiegenden StraftatenBild: Keine Taxigenehmigung nach schwerwiegenden Straftaten
Keine Taxigenehmigung nach schwerwiegenden Straftaten
… Beschluss vom 17. Dezember 2018, zum Aktenzeichen: 7 A 10357/18 entschieden, dass die rechtskräftige Verurteilungen wegen schwerer Straftaten im Regelfall die Annahme der Unzuverlässigkeit desjenigen bedeutet, der eine Taxigenehmigung haben möchte. Der Kläger wurde im April 2015 wegen einer im Jahr 2011 begangenen vorsätzlichen Körperverletzung zum …
Bild: Widerruf der staatlichen Anerkennung als Erzieher wegen Gewalttaten rechtensBild: Widerruf der staatlichen Anerkennung als Erzieher wegen Gewalttaten rechtens
Widerruf der staatlichen Anerkennung als Erzieher wegen Gewalttaten rechtens
… Taten die staatliche Anerkennung des Klägers als Erzieher. Zur Begründung führte sie aus, der Kläger habe sich schwerer Verfehlungen schuldig gemacht; hieraus ergebe sich seine Unzuverlässigkeit zur Ausübung des Berufes. Dagegen hat der Kläger vor dem Verwaltungsgericht Klage erhoben. Er bestreitet die ihm zur Last gelegten Taten. Nur aus Rücksicht gegenüber …
Sie lesen gerade: Berufsverbot wegen Unzuverlässigkeit