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Sanierung des Festspielhaus Bregenz liegt gut im Plan

09.12.200509:09 UhrFreizeit, Buntes, Vermischtes
Bild: Sanierung des Festspielhaus Bregenz liegt gut im Plan
Sehr zufrieden mit dem bisherigen Verlauf der Festspielhaus-Sanierung (von links): Baustadtrat Roland Frühstück, der Vorsitzende der Projektkommission Wilhelm Muzyczyn und Bürgermeister Markus Linhart
Sehr zufrieden mit dem bisherigen Verlauf der Festspielhaus-Sanierung (von links): Baustadtrat Roland Frühstück, der Vorsitzende der Projektkommission Wilhelm Muzyczyn und Bürgermeister Markus Linhart

(openPR) Zeit- und Kostenrahmen eingehalten – Kunstprojekt vervollständigt die Vorplatzgestaltung

Eine positive Zwischenbilanz zogen die Verantwortlichen für die Sanierung des Festspielhaus Bregenz bei der Firstfeier am Mittwoch: Der knappe Zeitrahmen hält, die Kosten liegen ebenfalls im Plan. Zur Gestaltung des Vorplatzes wird in den nächsten Wochen ein Wettbewerb „Kunst am Bau“ mit sechs renommierten Künstlern durchgeführt.



303 Tage stehen für die Sanierung des Festspielhaus Bregenz insgesamt zur Verfügung, bis das Haus Ende Juni wieder voll genützt wird. Nach genau einem Drittel dieser Zeit konnte am Mittwoch bereits die Firstfeier begangen werden: Der Rohbau des Zubaus ist fertiggestellt, das Gebäude konnte rechtzeitig winterfest gemacht werden. Damit können die Arbeiten im Inneren des Hauses unbeeinflusst von der Witterung weitergehen.

„In den vergangenen drei Monaten hat dieses Haus eine neue Gestalt angenommen“, freut sich Bürgermeister Markus Linhart. „Die hohe architektonische Qualität ist nun für jede Bregenzerin und jeden Bregenzer sichtbar geworden.“

Neue Chancen für Bregenz. Das Haus biete nicht nur neue Möglichkeiten für die Bregenzer Festspiele und für die vielen Veranstaltungen und Kongresse außerhalb der Festspielzeit, so Linhart: „Dieses Haus bietet neue Möglichkeiten für ganz Bregenz – neue Chancen für die Hotellerie, für die Gastronomie wie auch für den Handel. Diese Chancen werden wir alle gemeinsam nützen.“

Linhart bedankte sich ausdrücklich bei den vielen auf der Baustelle arbeitenden Menschen, sowie beim Management des Bauprojekts: „Wer jemals selbst gebaut hat, weiß, dass das ein so reibungsloser Verlauf der Arbeiten alles andere als selbstverständlich ist.“

Punktlandung im Zeitplan. Tatsächlich ist beim extrem engen Zeitplan bisher „eine Punktlandung“ geglückt, so der Bregenzer Baustadtrat Roland Frühstück: „In den ersten Wochen musste nicht nur im Zweischichtbetrieb, sondern sogar am Wochenende durchgearbeitet werden. Jetzt liegen wir exakt im Plan“, freut sich Frühstück. Möglich sei das nur durch das „besondere Engagement aller beauftragten Firmen, die sich ihrer Verantwortung für die Einhaltung des Zeitplan sehr bewusst sind“.

Die Kosten liegen ebenfalls im kalkulierten Budgetrahmen von maximal 40 Millionen Euro. „Wir sind heute sicherer denn je, dass wir diesen Rahmen einhalten können“, betont der Baustadtrat. Die begleitende Kostenkontrolle ermöglicht während des gesamten Projekts einen genauen Vergleich zwischen kalkulierten und tatsächlichen Kosten.

Arbeiten an allen Ecken. Auch der Vorsitzende der Projektkommission, Festspiel-Vizepräsident Wilhelm Muzyczyn nennt die Zwischenbilanz „äußerst erfreulich“: „Vom ersten Tag an wurde an allen Ecken des Hauses parallel gearbeitet. Die Leute haben auch bei widrigsten Verhältnissen ihre Leistungen in hoher Qualität erbracht.“

Der rasche Baufortschritt sei nicht nur durch die detaillierte Vorausplanung, sondern auch durch das hohe Maß an Vorfertigung möglich, so Muzyczyn: So wurden bis auf die Bodenplatte der gesamte Stahlbetonbau sowie Wände und Decken in Fertigteilen produziert, obwohl diverse Anpassungen an den bestehenden Baukörper nötig waren. Auch die Stahlkonstruktion des neuen Eingangsbereichs und die fixe Ranggeschoßtribüne im Großen Saal wurden weitgehend vorgefertigt.

In den vergangenen Wochen erfolgten unter anderem
• die Errichtung des neuen Eingangsbereichs mit dem markanten, auf den Vorplatz hinausragenden „2. Rückgrat“
• der Einbau der fixen Ranggeschoßtribüne im Großen Saal
• die Wärmedämmung des Bühnenturms und die Verkleidung der Fassade mit großformatigen, sandgestrahlten Glasfaser-Betonplatten
• die Erneuerung der Lüftung des Großen Saals und der Einbau einer Wärmerückgewinnung
• das Überholen der Bühnentechnik an der Saaldecke und im Bühenturm
• der Einbau der neuen Gasheizung
• die Erneuerung der bisherigen „Seeregie“, Schaffung einer „Festspiel-Lounge“
• der Einbau der neuen Treppen rund um den Großen Saal

Innenausbau als Schwerpunkt. „In den kommenden Wochen wird der komplette Innenausbau vorangetrieben“, schildert Muzyczyn: Elektroinstallationen, Heizung, Sanitäranlagen, Lüftung, Klimaanlage, Malerarbeiten und vieles mehr stehen auf dem „Winterprogramm“.

Besonderes Augenmerk liegt naturgemäß auf dem Großen Saal als zentralem Veranstaltungsort des Hauses: Dort wird die Wandkonstruktion montiert, auf dem später die Wandverkleidung aus heimischem Akazienholz angebracht wird.

Auch die Stühle für den zentralen Veranstaltungsraum sind nach einer europaweiten Ausschreibung bereits ausgewählt. „Der Große Saal wird ein Raum mit außergewöhnlicher Atmosphäre. Er wird schöner als je zuvor“, ist sich Festspiel-Vizepräsident Muzyczyn sicher.

Kunst am Vorplatz. Besonders wichtig ist für Baustadtrat Roland Frühstück auch die lange umstrittene Gestaltung des Vorplatzes. Nach einem Bürgerbeteiligungsverfahren wurde dafür das Projekt des Schweizer Büros „Vogt Landschaftsarchitekten“ ausgewählt. „Es vereint die zentralen Anforderungen an den Platz, der zum Verweilen einladen, aber auch den Erfordernissen eines Veranstaltungszentrums an die Besucherführung gerecht werden muss“, so Frühstück.

In einem nächsten Schritt werden nun sechs international renommierte Künstler eingeladen, ihre Projekte für den Festspielhaus-Vorplatz einzureichen. Diese werden Anfang Februar juriert und dann rasch umgesetzt. „Damit können wir die hohe architektonische Qualität des Hauses mit einer hohen künstlerischen Qualität verbinden“, ist Stadtrat Frühstück überzeugt.








Fact-Box:
Sanierung Festspielhaus Bregenz

Bauzeit: 29.8.2005 bis 30.6.2006
Planungsteam: 18 Ingenieurbüros unter der Projektleitung von Ing. Christian Freuis, Amt der Landeshauptstadt Bregenz
Ausführung: rund 50 beauftragte Firmen (Vergabe nach EU-weiten Ausschreibungen) im Zwei-Schichtbetrieb;
zu Spitzenzeiten 100-120 Mitarbeiter auf der Baustelle beschäftigt;
82 % der Aufträge wurden an österreichische Firmen, davon 70 % in Vorarlberg vergeben, 18 % gingen an Unternehmen in Deutschland (spezielle bühnentechnische Leistungen)
Kosten: 40 Millionen Euro (exklusive Umsatzsteuer);
verbaute Summe pro Arbeitstag: 186.000 Euro
Finanzierung: 35 Millionen Euro durch Republik Österreich (40 %), Land Vorarlberg (35 %) und Landeshauptstadt Bregenz (25 %), 5 Millionen Euro über Fundraising-Maßnahmen der Bregenzer Festspiele


• Neugestaltung des Haupteingangs: Neue Zugangssituation mit Verbesserungen in der Besucherführung für Saal-Eingänge, Garderoben und Ticket-Center. Architektonische Öffnung des Hauses nach außen.
• Neugestaltung des Vorplatzes: Verdichtete Grünzone mit Eichen, besondere Akzente durch Kirschbäume, abgegrenzt durch eine Ahornlinie, neue bespielbare Wasserflächen.
• Neugestaltung des Großen Saals: Zeitgemäßes Ambiente durch Verkleidung mit Akazienholz, fixe Tribüne im Ranggeschoss, Erneuerung der Bühnentechnik, zweite Beleuchterbrücke.
• Neugestaltung des Foyers: Eine übersichtliche Achse, das „Zweite Rückgrat“, erschließt alle Veranstaltungsräume.
• Öffnung des Hauses zum See: Neugestaltung der Seeregie für Licht- und Tontechnik, „Festspiel-Lounge“ mit überdachten Sitzplätzen für die Seeaufführungen.
• Zusätzliche Multifunktionsflächen: Erweitertes Foyer, Großgarderoben, variabel nutzbar auch für Veranstaltungen. Erweiterung der Besucher-Gesamtkapazität von 4.000 auf 4.500 Sitzplätze innen.
• Sanierung der gesamten Haustechnik: Heizungs-, Klima- und Lüftungsanlage auf neuestem Stand der Technik mit Wärmerückgewinnung, Überholung der Bühnenmaschinerie, Instandsetzung der Licht- und Tontechnik.
• Sanierung der gesamten Gebäudehülle: Wärmedämmung der Fassaden einschließlich des Bühnenturms, einheitliche Verkleidung von Bühnenhaus und -turm mit großformatigen Glasfaserbetonplatten in hellem Farbton, Erneuerung der Flachdächer, Fenster und Türen.
• Verbesserte Gastronomie: Restaurant/Café mit Öffnung zum Vorplatz.
Fact-Box:
25 Jahre Festspielhaus Bregenz

Seit der Eröffnung im Jahr 1980 wurden 6.500 Veranstaltungen mit insgesamt 6,5 Millionen Besuchern abgehalten. Das Haus war an 8.500 Tagen für Besucher geöffnet, das sind durchschnittlich 340 Tage pro Jahr.

Geschichte des Festspielhaus Bregenz:

• 1946: Gründung der Bregenzer Festspiele auf zwei Kieskähnen im See
• 1955: Erster Ideenwettbewerb zur Planung eines Festspielhauses
• 1974: Genehmigung des Bauprojekts
• 1977/78: Neubau des Festspielhauses
• 1980: Eröffnung des Festspielhauses
• 1991: Nutzflächen-Studie für die Erweiterung des Festspielhauses
• 1992: Architekten-Wettbewerb zur Sanierung und Erweiterung des Festspielhauses, Siegerprojekt Dietrich | Untertrifaller Architekten, Bregenz
• 1996/97: 1. Bauabschnitt der Sanierung und Erweiterung des Festspielhauses. Errichtung von Werkstattbühne, Seefoyer, Seegalerie und Verwaltungstrakt („Rückgrat“)
• 1998: Erweiterung der Osttribüne für die Seebühne, Ausbau der Sitzplatz-Kapazität von 4.600 auf rund 7.000.
• 2004: Genehmigung des 2. Bauabschnitts durch das Kuratorium (Stadt Bregenz, Land Vorarlberg und Republik Österreich)
• 29.8.2005 bis 30.6.2006: 2. Bauabschnitt der Sanierung und Erweiterung des Festspielhauses.

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