(openPR) YASAM SASMAZER ? DOPPELGÄNGER & ISMAIL NECMI | SHOULD I REALLY DO IT?
Anlässlich des Gallery Weekend präsentiert Berlin Art Projects zwei junge türkische Künstler in zwei Ausstellungen in ihren Räumen am Mehringdamm 33. Yasam Sasmazer und Ismail Necmi gehören beide zum ständigen Programm der Galerie, beide leben und arbeiten in Istanbul und Berlin und repräsentieren wichtige künstlerische Positionen innerhalb der türkischen Kunstszene. Die Ausstellungen laufen von Freitag, 26. April, 18 Uhr, bis Montag, 29. April, 19 Uhr. Zu einem Empfang mit den Künstlern laden wir Sie am Samstag, 27. April von 14 – 17 Uhr herzlich ein.
YASAM SASMAZER ? DOPPELGÄNGER
Wir freuen uns, Sasmazers „Doppelgänger“ Figuren, die eigens für die erste Museumsausstellung der Künstlerin im Künstlerhaus Marktoberdorf im Sommer des vergangenen Jahres entstanden, erstmals in Berlin zu zeigen. Hintergrund der fünf Skulpturen und Skulpturengruppen umfassenden Serie ist die literarische Vorlage des Doppelgängers. Anknüpfend an frühere Werke, insbesondere an die unmittelbar vorangegangenen „Schatten“ Skulpturen, sind Sasmazers Figuren, zunächst Kinder, später Heranwachsende, erwachsen geworden. Modell ist die Künstlerin selbst. Ihre aus Holz geschnitzten „Doubles“ stehen dem Betrachter nun in voller Lebensgröße gegenüber; verstörend, unheimlich und unmittelbar. Den „Versuch eines Blicks in den Spiegel“ nennt die Künstlerin selbst ihr neues Projekt. Sie folgt damit der Theorie Lacans, verweist erneut auf C. G. Jungs Archetypen – und auf Sigmund Freuds „Das Unheimliche“. Ging es ihr in der Schattenserie in erster Linie um die Auseinandersetzung mit der eigenen dunklen Seite, um Gedanken und Gefühle, die von der Gesellschaft als negativ bewertet werden und dennoch zur Ganzheit einer Persönlichkeit gehören, sucht sie in der „Doppelgänger“ Serie die Konfrontation mit dem eigenen Spiegelbild. Dabei sind Sasmazers Figuren weniger Studien ihres eigenen Charakters. Vielmehr zeigen sie die unterschiedlichen Facetten und Eigenschaften, die einen Charakter ausmachen, wie einzelne „Puzzleteile“ aus denen sich eine Persönlichkeit zusammensetzt. Es geht ihr um Identität; um Fremd- und Eigenwahrnehmung.
ISMAIL NECMI | SHOULD I REALLY DO IT?
Nach der ersten Einzelausstellung mit dem Fotografen und Filmemacher Ismail Necmi, in der wir 2011 zur Berlinale schwarz/ weiß Aufnahmen seiner Serie „Stills from Unmade Films“ zeigten, freuen wir uns nun, sein 2009 entstandenes Filmdebüt „Should I really do it?“ bei uns zu zeigen. Der Film, den Necmi als Drehbuchautor, Regisseur und Produzent in einer Person verwirklicht hat, wurde auf zahlreichen Filmfestivals gezeigt und mit Preisen ausgezeichnet. Er erzählt die Geschichte von Petra, einer in Istanbul lebenden Deutschen – und kehrt damit ironischerweise das Muster türkischer Migranten um. Petras Leben nimmt derart unerwartete Wendungen an, dass der Film stellenweise wie reine Fiktion erscheint. Doch was wir sehen, ist nicht mehr und nicht weniger als gelebtes Leben – eine Geschichte, wie sie nur das Leben schreiben kann. In ihren Sitzungen mit Herold, einem maskierten, mysteriösen Charakter, offenbart Petra ihm und uns ihr Leben; erzählt mit beeindruckender Aufrichtigkeit von ihrem Dasein und ihren Erfahrungen zwischen zwei Kulturen: von Istanbul, Deutschland, von Familie und Freunden, von Drogenkonsum und dem Tod. Kann die Realität wirklich überraschender sein als Fiktion? Ebenso wie in der parallel gezeigten Auswahl der „Stills from Unmade Films“ lässt Necmi auch hier mit spielerischer Sicherheit die Grenzen zwischen Wirklichkeit und Fantasie und Kunst fließen. Er entführt den Zuschauer an den schmalen Grad einer schwer greifbaren Zwischenwelt, in der jeder ohne Erklärung und ohne Kompromisse der sein kann, der er sich wünscht zu sein.








