(openPR) Mainz, 13. März 2013. Das neue EU-Reifenlabel findet man auf den meisten Kraftfahrtreifen. Doch ist diese Kennzeichnung tatsächlich nützlich für den Verbraucher bei der Reifenwahl? Laut einer Studie der m-result GmbH und der GiPA sa bezweifelt ein Großteil der Experten, dass das Label Konsumenten bei der Kaufentscheidung unterstützen wird.
Seit November 2012 ist das Reifenlabel in der EU gemäß Europäischer Reifen-Kennzeichnungs-Verordnung für die meisten neuen Kraftfahrtreifen Pflicht. Ein ähnliches Label kennen Konsumenten bereits von Elektronikgeräten für den Haushalt. Die Bewertung der drei Kriterien Kraftstoffeffizienz (Rollwiderstand), Nasshaftung und externes Rollgeräusch sollen den Verbraucher bei der Beurteilung der Reifenqualität unterstützen.
Zu dieser Thematik wurden in einer Studie der m-result GmbH und der GiPA sa 837 Experten in ganz Deutschland vor der Einführung des Labels befragt. Zu den Experten zählen freie sowie Vertragswerkstätten, Autohäuser und Reifenspezialisten. In der Befragung ging es darum, ob die Reifenhändler auf das neue Label vorbereitet waren, und wie sie den Einfluss der Kennzeichnung auf sich selbst und ihre Kunden einschätzten.
Die meisten Experten hatten sich zwar auf die Einführung des Reifenlabels eingestellt, doch sie schätzten den Einfluss der Kennzeichnung, vor allem auf die Konsumenten, als recht gering ein. Die Mehrheit der befragten Reifenhändler plant, in Zukunft eher gut bewertete Reifen einzukaufen und zu empfehlen. Gleichzeitig glauben die meisten nicht, dass das Reifenlabel den Kunden unterstützt, informierte Entscheidungen zu treffen. Die Experten geben vielmehr an, dass andere Kriterien, beispielsweise Marke und Preis, die Reifenwahl bestimmen. Dabei gibt es unterschiedliche Meinungen zwischen den befragten Gruppen. Reifenspezialisten waren am besten auf die Einführung vorbereitet und glaubten am stärksten an den Einfluss des Labels. Vertragswerkstätten und Autohäuser lagen etwa im Mittelfeld und freie Werkstätten standen der Kennzeichnung am kritischsten gegenüber.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das EU-Reifenlabel Verbrauchern einen Anhaltspunkt über die Qualität der Reifen gibt. Es hilft ihnen, allgemeine Vergleiche anzustellen und vereinfacht die Reifenwahl. Gemäß BRV1 und wdk2 sind die auf dem Label aufgeführten Kriterien zwar wichtig, weitere Merkmale sollten beim Reifenkauf jedoch herangezogen werden.
Studienergebnisse im Detail
85% aller Interviewten gaben an, auf die Einführung des Reifenlabels vorbereitet zu sein. Unter Reifenspezialisten war dies deutlich häufiger der Fall (97%). 10% der befragten freien Werkstätten waren überhaupt nicht auf die Einführung des EU-Reifenlabels vorbereitet.
63% aller Befragten gaben an, dass das Reifenlabel Einfluss auf ihr Verhalten haben wird und sie verstärkt gut bewertete Reifen kaufen und/oder empfehlen werden. Es zeigten sich starke Unterschiede zwischen den Reifenanbietern. Vor allem Reifenspezialisten schätzten den Einfluss des Labels auf ihr Verhalten sehr hoch ein (92%). Freie Werkstätten hingegen sagten einen sehr niedrig Einfluss voraus: Fast die Hälfte gab an, dass sie durch das Reifenlabel keine Veränderung erwarten.
Lediglich 35% der befragten Reifenanbieter waren der Meinung, dass das Label ihre Kunden beeinflussen wird. 49% waren der Meinung, dass es den Konsumenten stattdessen mehr auf die Marke, die Ratschläge des Verkäufers und den Preis ankommt. Die Werkstätten bzw. Autohäuser glaubten dabei am wenigsten an die Wirkung des Reifenlabels (jeweils lediglich 32%).
Hintergrund
Die Befragung zum EU-Reifenlabel ist Teil der GiPA Werkstattstudie 2012. Es handelt sich dabei um eine repräsentative Befragung deutscher Werkstätten, die jährlich von der m-result GmbH durchgeführt wird.






