(openPR) Ergebnisse aus deutschlandweiter Wash & Check-Aktion für mehr Reifensicherheit liegen vor
Bonn, 29.10.2012 - Die achte Wash & Check-Aktion der Initiative Reifenqualität - "Ich fahr' auf Nummer sicher!" wurde Ende September erfolgreich abgeschlossen. 170 Waschstraßen in ganz Deutschland haben sich in diesem Jahr an der Aktion beteiligt. An 15 dieser Standorte wurden die Reifen der Autofahrer von Expertenteams auf Reifenart, Luftdruck, Profiltiefe, Reifenalter, Laufrichtung, Ventilkappen und sichtbare Mängel wie Einfahrschäden, Risse und Beulen gecheckt. Die Reaktionen auf die Aktion waren durchweg positiv und einige sind gleich im Anschluss zu ihrem Reifenexperten gefahren, um neue Sommerreifen oder gleich schon die Winterreifen aufziehen zu lassen. Die Ergebnisse der über 4.500 geprüften Reifen liegen nun vor und bestätigen, dass es auch weiterhin notwendig ist, Autofahrer für das Thema Reifensicherheit zu sensibilisieren.
Abgefahrenes Profil, Risse und Beulen an den Reifen gefährden die Sicherheit
62 Prozent der Autofahrer waren mit Reifen unterwegs, die Mängel aufwiesen. Dazu zählen Einfahrschäden, Risse oder Beulen, Reifen mit abgefahrenem Profil, Reifen mit falscher Laufrichtung, Reifen, die älter als sechs Jahre sind und Reifen mit fehlenden Ventilkappen sowie falsch eingestelltem Luftdruck.
So waren 12,9 Prozent der Autofahrer mit einem Profil nahe oder unter der gesetzlichen 1,6 mm Mindestprofiltiefe unterwegs. Reifenexperten empfehlen bei Winterreifen mindestens 4 mm Profiltiefe, damit ein optimales Fahrverhalten und die bestmögliche Bodenhaftung gewährleistet sind. Bei Sommerreifen sollten mindestens 3 mm Restprofil vorhanden sein, da ansonsten die Aquaplaninggefahr steigt.
9,9 Prozent der geprüften Reifen waren älter als sechs Jahre. Diese Reifen sollten häufiger überprüft werden, denn das Material wird mit der Zeit porös, die Gefahr von Rissen und Schnitten damit größer. Das Alter der Reifen kann über die sogenannte DOT-Nummer auf der Reifenflanke geprüft werden. Die ersten beiden Ziffern geben die Produktionswoche, die letzten beiden das Produktionsjahr an. Ein Reifen mit der Aufschrift DOT1207 wurde zum Beispiel in der 12. Kalenderwoche 2007 produziert.
An 3,1 Prozent der überprüften Reifen wurden Einfahrschäden, Risse oder Beulen festgestellt. Diese Schäden können im schlimmsten Fall zu einem Reifenplatzer führen. Reifen, die solche Mängel aufweisen, sollten unbedingt sofort erneuert werden.
0,6 Prozent der Reifen waren mit falscher Laufrichtung montiert. Das hat einen erhöhten Verschleiß, eine höhere Geräuschentwicklung und schlechte Fahreigenschaften bei Nässe zur Folge. Im Extremfall kann sich das Profil des Reifens ablösen.
Fehlende Ventilkappen, die bei rund 1,9 Prozent der überprüften Reifen festgestellt wurden, führen zur Verschmutzung des Ventils, wodurch es undicht werden kann. Der Reifen verliert schneller Luft, was zu weiteren Reifenschäden führen kann. Deshalb sollten fehlende Ventilkappen immer schnellstmöglich ersetzt werden.
Der richtige Luftdruck - für Sicherheit und Geldbeutel
Von den insgesamt 4.540 gecheckten Reifen war bei 35,6 Prozent der Luftdruck zu gering oder zu hoch eingestellt. Die Autofahrer waren meistens mit zu geringem Luftdruck unterwegs (31,8 Prozent). Zu geringer Luftdruck führt zu weniger Fahrstabilität, höherem Verschleiß, einem längeren Bremsweg und ist die häufigste Ursache für Reifenschäden wie Risse und Beulen., Darüber hinaus senkt der optimale Luftdruck den Kraftstoffverbrauch um bis zu drei Prozent. Ist der Luftdruck zu hoch eingestellt, berührt der Reifen nur mit der Mitte der Lauffläche die Fahrbahn und fährt sich dort stärker ab. Durch diese geringere Haftfläche verlängert sich der Bremsweg und die Kurvenstabilität verringert sich. Der optimale Luftdruck sollte immer dem vom Hersteller empfohlenen Luftdruck bei voller Belastung entsprechen und am höchstens handwarmen Reifen gemessen werden. Die Empfehlung des Herstellers ist meist im Tankdeckel, am Türholm oder in der Betriebsanleitung zu finden.
Reifenlabel - für viele Autofahrer noch kein Begriff
Die Expertenteams der Wash & Check-Aktion haben in diesem Jahr aus aktuellem Anlass die Autofahrer auch nach ihrem Kenntnisstand zum neuen Reifenlabel befragt. 82,4 Prozent der Autofahrer gaben an, dass sie noch nicht von dem neuen Reifenlabel gehört haben. 6,1 Prozent haben schon einmal davon gehört, kennen aber die Bedeutung nicht und nur 12,7 Prozent fühlen sich in Sachen Reifenlabel gut informiert. Das Ergebnis zeigt, dass hier noch viel Aufklärungsarbeit notwendig ist: Ab dem 1. November 2012 gilt für den Handel die EU-Kennzeichnungspflicht von Reifen mit dem neuen Reifenlabel. Optisch ähnelt das Reifenlabel dem Energielabel, das seit Jahren auf Kühlschränken oder Waschmaschinen zu finden ist. Das Label kann aber nur begrenzt zur Kaufentscheidung beitragen. So gibt das Reifenlabel nur Aufschluss über die Nasshaftung, den Rollwiderstand sowie das Rollgeräusch des Reifens. Das Reifenlabel sagt jedoch nichts über das Fahr- und Bremsverhalten auf Schnee, Matsch, Eis oder überfrorener Nässe aus, was gerade beim Winterreifenkauf ausgesprochen wichtig ist. Die Bewertung des Rollwiderstands auf dem Label könnte Verbraucher bei der Wahl neuer Winterreifen sogar irritieren, da diese für den Einsatz bei Kälte eine weichere Gummimischung sowie ein spezielles Profil haben, das zu einem höheren Rollwiderstand als bei Sommerreifen führt. Gute Winterreifen haben deshalb, nach heutigem Stand der Technik, bei dem Kriterium "Rollwiderstand" meist eine Einstufung, die nicht höher ist als "C".
Um die Kaufentscheidung zu erleichtern, sollten Autofahrer ergänzend zu den Informationen des Reifenlabels immer die aktuellen Reifentests von Automobilclubs oder der Stiftung Warentest beachten und sich Rat beim Reifenexperten holen.
Winterreifen im Winter, Sommerreifen im Sommer
Diese Regel wird laut den Ergebnissen aus den Reifenchecks bereits zum großen Teil befolgt. Die Erhebung kurz vor der Wechselsaison von Sommer- auf Winterreifen zeigt: 74,9 Prozent der Autofahrer waren mit Sommerreifen unterwegs, 9,1 Prozent mit Winterreifen und 14,7 Prozent hatten sich für Ganzjahresreifen entschieden. Im Vergleich zum Vorjahr gibt es hier kaum Veränderungen, lediglich das Verhältnis Winter- und Ganzjahresreifen hat sich leicht zugunsten der Ganzjahresreifen verschoben (2011: Winterreifen 10,6 Prozent, Ganzjahresreifen 12 Prozent).









